• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3
StartseiteSport am WochenendeWer wird Blatter-Nachfolger?01.01.2016

FIFAWer wird Blatter-Nachfolger?

Am 26. Februar 2016 wird in Zürich der Nachfolger von FIFA-Präsident Joseph Blatter gewählt. Fünf Kandidaten sind von der Wahlkommission zugelassen worden. Vieles spricht dafür, dass der neue FIFA-Chef aus Bahrain, der Schweiz oder Südafrika kommt.

Von Philipp May

Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa (Imago / Ulmer)
Wird hochgehandelt: Scheich Salman Al-Khalifa aus Bahrain (Imago / Ulmer)

Wahlkampf beim Weltfußballverband. Ein neuer Präsident muss her für die FIFA.

"Die FIFA? Wer redet denn da noch? Die sind doch alle im Gefängnis..."

Wobei, lieber Schalke-Manager Horst Heldt, nicht alle sind im Gefängnis bei der FIFA. Einige sind auch einfach nur gesperrt von der hauseigenen Ethikkommission. Dauerpräsident Sepp Blatter zum Beispiel oder sein Vize Michel Platini, bis vor kurzem noch UEFA-Chef. Und es gibt auch fünf Leute, die glauben, dass sie so sauber sind, dass sie die Fußball-Welt aus der Krise führen können. Wobei mit sauber ist das so eine Sache, bei der FIFA. Ein Blick auf die Kandidatenliste für die Wahl im Februar.

"Ich fühl mich geehrt, dass die Leute mich als Favorit sehen",

sagt Scheich Salman Al-Khalifa, Chef der Asiatischen Fußballkonföderation, geschliffene Umgangsformen, Mitglied der royalen Familie in Bahrain – und während der Aufstände dort im Jahr 2011 möglicherweise beteiligt an der Verhaftung und Folter von regimekritischen Nationalspielern. Das legen zumindest einige konkrete Hinweise nahe. Salman selbst bestreitet die Vorwürfe, wie kürzlich beim Fernsehsender Al Jazeera:

"Ich glaube nicht, dass irgendein Spieler gefoltert wurde. Bei solch schweren Anschuldigungen muss man Beweise vorlegen. Und bis heute gibt es keine Beweise. Nur Anschuldigungen."

Ebenfalls Hoffnungen auf den Chefsessel macht sich UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino. Der Schweizer ist der Verlegenheitskandidat der Europäer und bis heute in Treue fest verbunden mit seinem gesperrten Boss Michel Platini. Infantino verteidigt ihn, wo er nur kann.

"Alle hatten das Gefühl, dass es nicht korrekt ist, jemanden zu verurteilen, ohne dass dieser Mann die Chance hat einen fairen Prozess durchzugehen."

Außenseiterchancen hat auch Tokyo Sexwale. Der schwerreiche Südafrikaner inszeniert sich als unabhängiger Mann von außen. Als Freiheitskämpfer, der gemeinsam mit Nelson Mandela im Gefängnis saß. Ein Mann, der auch Franz Beckenbauer gefallen würde,

"weil er sehr intelligent ist, weil er auch die Drähte hat, also er hat auch das Netzwerk. Er hat schon noch den Geruch der Neutralität."

Und wie der Kaiser weiß auch Sexwale genau, wie es läuft. War er doch Mitglied des Organisationskomitees der WM 2010 in Südafrika. Auch die ist längst von massiven Korruptionsvorwürfen überschattet.

Der Form halber: Noch zwei Kandidaten stellen sich zur Wahl. Die beiden Ex-Fifa-Funktionäre Jerome Champagne und Prinz Ali bin al Hussein aus Jordanien, Sie gelten allerdings als chancenlos im Kampf um den FIFA Thron.

Doch wen juckt das eigentlich noch, Horst Heldt?

"Die FIFA? Wer redet denn da noch? Die sind doch alle im Gefängnis..."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk