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Seit 07:15 Uhr Interview
StartseiteVerbrauchertippBaukredite durch Versicherungen absichern03.03.2016

FinanzierungBaukredite durch Versicherungen absichern

Die Zinsen für die Finanzierung eines Eigenheimes sind so niedrig wie selten zuvor. Viele junge Familien entscheiden sich darum für den Kauf eines Hauses. Doch eine Erkrankung oder ein Todesfall können der Finanzplanung einen Strich durch die Rechnung machen. Darum ist es sinnvoll, rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

Von Klaus Deuse

Ein Haus steht auf Geldscheinen. Symbolbild für Haus und seine Kosten  (dpa /Revierfoto)
Wer rechtzeitig vorsorgt, braucht vor einer Zwangsversteigerung keine Angst haben (dpa /Revierfoto)
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"Ich bin jetzt junger Familienvater geworden und brauch jetzt auch ein, ja entsprechend größeres Haus. Angesichts der niedrigen Zinsen, die wir momentan ja haben, wird das Ganze für mich auch bezahlbar. Nur jetzt mach ich mir in dem Zusammenhang Gedanken, was passiert, wenn ich jetzt, da ich der Hauptverdiener bin, dann eben die Zinslast nicht mehr tragen kann. Welche Möglichkeiten bestehen da für meine Familie, sich da abzusichern, dass die dann auch weiter in dem Objekt wohnen bleiben können."

Überlegt der zweifache Familienvater Markus Neumann. Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW kennt solche Sorgen. Sie empfiehlt mit Blick in die Zukunft grundsätzlich:

"Wenn einer von beiden, der dieses Haus finanziert, verstirbt, sollte dieser auf jeden Fall abgesichert sein."

Um den Kredit langfristig abzusichern, kommt zum Beispiel eine Restschuldversicherung in Betracht. Die deckt Risiken wie den Todesfall ab. Restschuldversicherungen sind bei Krediten für eine private Anschaffung, etwa für den Kauf eines Autos, umstritten. Manche Geldinstitute machen den Kredit vom Abschluss dieser Versicherung abhängig. Aber bei der Baufinanzierung, sagt Elke Weidenbach, geht es darum:

"Dass die Restschuldversicherung quasi so verläuft wie die Darlehnssumme fällt. Das heißt: Hat man ein Annuitätendarlehen vereinbart, tilgt man ja auch jederzeit praktisch mit jeder Rate. Und dementsprechend kann auch der Versicherungsschutz über die Restschuldversicherung fallen."

Rücklage in Höhe von drei bis fünf Netto-Monatsgehältern bilden

Die Kosten werden im Laufe der Jahre geringer. Das ist aber nur eine Möglichkeit, um vorzubeugen. Für einen kurzfristigen Engpass sollte außerdem eine Rücklage in Höhe von drei bis fünf Netto-Monatsgehältern vorhanden sein. Damit kann man bei Bedarf die Kreditraten zahlen. Erst nach dem Kauf des Hauses mit dem Sparen zu beginnen macht dagegen wenig Sinn, da es so gut wie keine Zinsen gibt.

"Bevor man Geld auf die hohe Kante legt, sollte man auf jeden Fall bestehende Kreditverpflichtungen ablösen."

Wer ein Haus baut oder kauft, sollte als Alleinverdiener vor allem für längere Ausfälle im Erwerbsleben vorbeugen.

"Wenn man jetzt aufgrund einer Erkrankung nicht mehr das ausreichende Arbeitseinkommen hat, sollte man auf jeden Fall eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Wenn man aufgrund einer Erkrankung überhaupt nicht mehr arbeiten kann und eben über längere Zeit ausfällt im Rahmen einer Berufsunfähigkeit, sollte man auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen."

Risikolebensversicherung in Höhe des Kreditbetrags 

Mit einer Krankentagegeldversicherung kann man die Lücke zwischen dem, was die Krankenkasse zahlt, und dem monatlichen Nettogehalt schließen. Mehr aber nicht. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung deckt einen längeren Zeitraum ab. Stirbt aber der Hauptverdiener, stehen die Hinterbliebenen nicht selten vor großen finanziellen Problemen. Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW hält darum eine Risikolebensversicherung für eine sinnvolle Absicherung. Und zwar mindestens in Höhe des gesamten Kreditbetrages. Sie empfiehlt, als Größenordnung mehrere Brutto-Jahresgehälter zu veranschlagen:

"Das Drei- bis Fünffache des Bruttoeinkommens abzusichern ist sicher eine realistische Sache. Allerdings sollte man sich ganz genau angucken, welche Verpflichtungen bestehen."

Man sollte das nicht zu knapp bemessen. Schon, um den Immobilienkredit zu decken, damit die Familie weiter in dem Haus bleiben kann. Aber auch um den Lebensunterhalt der Familie für einen längeren Zeitraum abzusichern.

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