Wirtschaft und Gesellschaft / Archiv /

 

Fluggesellschaften unter Streikdruck

Ausfälle und Verspätungen wegen Warnstreiks

Von Brigitte Scholtes

Hier keine Personenkontrolle: Warnstreik am Flughafen Stuttgart
Hier keine Personenkontrolle: Warnstreik am Flughafen Stuttgart (picture alliance / dpa / Bettina Kraufmann)

Wegen eines Warnstreiks beim privaten Sicherheitspersonal sind an mehreren deutschen Flughäfen Flüge ausgefallen. Am Dienstag will die Kabinengewerkschaft UFO bekannt geben, wie die Mitglieder über den im November erzielten Tarifabschluss befinden.

Der Warnstreik ist jetzt vorbei, als letzte haben auch in Stuttgart die Streikenden um 13 Uhr ihren Ausstand beendet. An zehn Flughäfen in Deutschland hatte die Gewerkschaft Verdi das Sicherheitspersonal in der Nacht überraschend und kurzfristig aufgefordert, die Arbeit niederzulegen. Die Arbeitnehmer wollen einheitliche und gerechte Arbeitsbedingungen an allen deutschen Flughäfen erreichen, erklärt Verdi-Sprecherin Christiane Scheller:

"Dazu zählt unter anderem das Anrecht auf Planbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit. Denn bislang gibt es keine ordentlich geregelten Dienstpläne und Schichtsysteme. Des Weiteren fordern die Beschäftigten unbefristete Arbeitsverhältnisse und eine weitere Forderung wäre der Ausbau von Aus- und Weiterbildung."

15.000 Menschen arbeiten in diesen Sicherheitsbereichen an den Flughäfen in Deutschland, seit einem Jahr schon verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer über einen neuen Manteltarifvertrag. Das letzte Mal am 14. November. Aber es geht nicht vorn, und deshalb hatten heute Morgen etwa 1000 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Mit unterschiedlicher Beteiligung, sagt die Verdi-Sprecherin:

"Ich habe jetzt schon gehört, dass wir zum Beispiel in Stuttgart 80 Prozent der Schicht, der Beschäftigten sich beteiligt haben, in Hannover sogar 90 Prozent, in Köln waren es noch 50 Prozent, die mitgemacht haben. Das zeigt doch, dass die Beschäftigten wirklich Not haben und ein deutliches Signal setzen wollen dafür, dass man endlich zu Lösungen kommt."

Die Auswirkungen waren unterschiedlich zu spüren: In Frankfurt etwa waren nur Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma zum Warnstreik aufgerufen, die speziell für amerikanische Fluggesellschaften zuständig sind. Die normalen Sicherheitskontrollen waren nicht beeinträchtigt, anders als etwa in Berlin, Hamburg, Stuttgart oder Düsseldorf. An einzelnen Flughäfen kommt es auch jetzt noch zu Verspätungen, allerdings könnte auch die Winterwitterung mit eine Rolle spielen. Die Passagiere sollten sich möglichst bei ihren Fluggesellschaften oder auch Flughäfen nach den aktuellen Flugzeiten erkundigen. In den nächsten Wochen ist nicht mit weiteren Ausständen zu rechnen. Christiane Scheller:

"Die nächste Verhandlung findet voraussichtlich am 15. und 16. Januar nächsten Jahres statt. Und nachdem die Beschäftigten jetzt gezeigt haben, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen zu streiken, gehen wir einmal davon aus, dass auch die Gegenseite, die Arbeitgeberseite am Verhandlungstisch jetzt lösungsbereit sich zeigt und man hier endlich mal einen Schritt weiter kommt."

In einem anderen Bereich des Luftverkehrs ist man schon einen Schritt weiter; nämlich bei der Urabstimmung. Bis heute Abend sollen die 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa über das Schlichtungsergebnis abstimmen, das nach langen und aufwendigen Verhandlungen erzielt worden war. Das Ergebnis sei zu gut, um es rundheraus abzulehnen, meint UFO-Chef Nicoley Baublies. Deshalb rechnet man damit, dass die nötige Zustimmung von 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erreicht wird. Eine Mindestbeteiligung ist nicht vorgesehen. Das Ergebnis soll morgen bekannt gegeben werden.



Mehr bei deutschlandradio.de

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wirtschaft und Gesellschaft

Ukrainisch-russischer GasstreitVermittler mit eigenen Interessen

EU-Energiekommissar Günther Oettinger während einer Pressekonferenz am 24. Juni 2014 in der EU-Kommission in Brüssel, Belgien

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geht es auch um Gas. Gestritten wird vor allem um ukrainische Schulden beim russischen Konzern Gazprom. Die EU hatte - nicht ohne Eigennutz - versucht, im Konflikt zu vermitteln. Bisher ohne Erfolg. Jetzt will EU-Energiekommissar Oettinger in Moskau einen neuen Anlauf unternehmen.

Konjunktur"Sorgen vor Deflation sind unbegründet"

Private KrankenversicherungenBranche kämpft gegen unseriöse Billigangebote