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StartseiteAus Kultur- und SozialwissenschaftenPilot, Topmodel oder Tierärztin?15.09.2016

Forschungen zur Berufswahl Pilot, Topmodel oder Tierärztin?

"Was willst du denn mal werden?" Das ist eine der häufigsten Fragen, die jungen Menschen gestellt wird. Für die Kleinsten ist noch alles vorstellbar - Tierärztin oder Pilot, Müllmann oder Model. Für Jugendliche ist die Berufswahl eine Herausforderung.

Von Andrea und Justin Westhoff

Zwei Piloten fliegen in einer Propellermaschine. (imago / Westend61)
Welchen Einfluss haben Eltern und das soziale Umfeld auf die Berufswahl? (imago / Westend61)

Sie können wählen heutzutage, aber sie wissen auch, dass die Entscheidung zu den bedeutsamsten in ihrem Leben gehört, weil die gesellschaftliche Position des Einzelnen immer noch maßgeblich durch den Beruf bestimmt wird. Die psychologische und sozialwissenschaftliche Berufswahlforschung untersucht, wie sich kindliche Wünsche entwickeln und nach welchen Kriterien eine Ausbildung oder ein Studienfach ausgewählt wird: Welchen Einfluss haben Eltern, soziales Umfeld, Geschlechterrollen, das Ansehen der verschiedenen Berufe und nicht zuletzt die Medien.


"Vielleicht Polizei" - "Bauarbeiter, weil man manchmal, wenn’s ganz kühl ist, auch dann nicht arbeiten braucht." - "Ich will mal Flugpilot" - "Kindergärtnerin" - "Ich will mal Bäcker werden, weil ich morgens mal Brötchen essen will, nicht immer Toastbrot" - "Mein Traumberuf ist, Tänzerin zu werden."

Munter sprudelt es aus kleinen Kindern heraus, wenn sie nach ihren Berufswünschen gefragt werden – und die Antworten zaubern den Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht: nachsichtig oder wehmütig in Erinnerung an eigene Kindheitsträume. Aber irgendwann ist Schluss mit lustig. Dann finden sich viele Jugendliche bei der Berufsberatung im Arbeitsamt ein oder auf einer Ausbildungsplatzbörse.

"Hier geht’s darum, dass viele Arbeitsgeber noch offene Ausbildungsplätze haben, und auf der anderen Seite haben wir halt noch viele Jugendliche, die noch kein Angebot haben…"

Sie haben zwar immer noch die Wahl – allerdings sind im Supermarkt des Berufslebens die Regale schon merklich leerer geworden.

"Da helfen wir dann natürlich zu beraten, und zu gucken, wie ist der Arbeitsmarkt, ist das auch nachgefragt, und unterstützen dann, den Wunsch in die richtige Richtung zu leiten quasi."

Beruf: Ursprünglich der Platz in der göttlichen und auch sozialen Ordnung

Beruf – das Wort bezeichnete ursprünglich keine spezifische, bezahlte Tätigkeit, sondern den Platz jedes Einzelnen in der göttlichen und auch sozialen Ordnung. Erst mit Beginn der Industrialisierung und Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert wurden die sozialen Schranken niedriger. Und zur neu gewonnenen Freiheit gehörte insbesondere auch, dass man seine Erwerbsarbeit wählen kann – und muss:

"Also ich hab mir noch nicht so genau Gedanken gemacht, was ich dann später anfangen will." - "Ich mag Feuerwehr oder Bäcker werden, ich weiß es noch nicht ganz genau." - "Mittlerweile bin ich auch total verunsichert mit der Berufswahl und hab mich da jetzt noch gar nicht festgelegt."

Entscheidungen zu treffen, das fällt heute offenbar schwer. "Prokrastination" sagen Psychologen dazu, das Vertagen von Entscheidungen. Insbesondere manche junge Akademiker reihen lieber noch eine Ausbildung und noch ein Studium an. Dr. Gudrun Quenzel, Soziologin von TU Dortmund, hat an der jüngsten Shell-Jugendstudie mitgearbeitet:

"Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die sich sehr schnell wandelt. Die Zukunft ist sehr wenig planbar, das belastet die Jugendlichen, es macht sie unsicher bis zu einem gewissen Grad, auf der anderen Seite haben sie enorme Möglichkeiten und riesige Ansprüche an ihr Leben und ihre Selbstverwirklichung."

"Großwerden heißt berufstätig werden"

Berufswahlforschung gibt es schon seit fast 100 Jahren, als erstes in den USA als theoretische Grundlage für Berufsberatung. Einige Berufswahlforscher nehmen gesellschaftliche Einflüsse in den Fokus, andere schauen eher auf individualpsychologische.

"Hey, was willst du denn mal werden?"

Diese Frage beantworten zu können, das gehört zu einer gesunden seelischen Entwicklung, sagt Corinna Schmude, Psychologin und Pädagogik-Professorin an der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Sie hat untersucht, wie sich Berufswünsche von Kindern über einen längeren Zeitraum entwickelt haben:

"Kinder beginnen, die Welt wahrzunehmen und natürlich zu erkunden, was machen die Erwachsenen, und ganz früh wird assoziiert: Erwachsen sein heißt, aus dem Haus gehen – sagen wir, in der Durchschnittsfamilie, die ihr Einkommen durch Arbeit erwerben kann, erleben die Kinder, dass das den Tag strukturiert. Und so gesehen ist das Wissen, Großwerden heißt berufstätig werden, von Anfang an sozusagen in die Wiege gelegt."

Bereits im Kindergartenalter formulieren die Kleinen zum ersten Mal Berufswünsche, manchmal etwas kurios:

"Wenn ich groß bin, werde ich Füßetherapeut."

Mit Beginn der Schulzeit werden die Berufswünsche realistischer

Meistens aber sind die Wünsche an der kindlichen Erfahrungswelt orientiert, deshalb zeigen Studien auch, dass sie sich die über die Generationen kaum verändert haben.

Corinna Schmude: "Kinder sind fantastische Beobachter und viele Berufe, die man an äußerlich erkennbaren Merkmalen festmachen kann, erschließen sich den Kindern. Zum Beispiel, wenn Personen bestimmte Kleidung tragen, also Uniformen oder die Müllabfuhr, also als ich Interviews mit Kindern gemacht habe, haben die gesagt 'oh, ich will Müllfahrer werden mit so einem tollen großen orangenen Auto.' Oder eben die Berufe, mit denen sie ganz früh konfrontiert werden: Erzieherin, Erzieher, Arzt, Ärztin, - und natürlich die Medien darf man nicht unterschätzen, was sie da auch für Berufsbilder sehen: Stars, Fußball, Schauspieler, Schauspielerin, - also Kinder bauen sich da ihr Weltbild zusammen, aber es gibt auch ganz wunderbar fantasievolle Berufswünsche, und ich habe erlebt, dass ein Mädchen im Kindergartenalter ganz selbstverständlich gesagt hat, sie möchte Prinzessin werden."

Mit Beginn der Schulzeit werden die Berufswünsche von Kindern langsam realistischer. Vor allem beginnen die Sechs- bis achtjährigen, "Mädchen- und Jungen-Berufe" zu unterscheiden. Das hängt natürlich auch von Rollenbildern in Familie und sozialem Umfeld ab. Und viele Berufe haben selbst "ein Geschlecht", sagt die Professorin Elisabeth Krekel, Leiterin der Abteilung sozialwissenschaftliche Grundlagen im Bundesinstitut für Berufsbildung:

"Also Berufe signalisieren ja auch, ob Berufsinhaber eher weiblich oder eher männlich sind, und junge Mädchen tendieren häufig in kaufmännische oder helfende Berufe, junge Männer eher in die technischen oder IT-Berufe. Die Frage ist: Gibt es für diejenigen, die in andere Berufe einsteigen wollen, auch die Chance. Und da sieht man eher: Wenn sich mal ein junges Mädchen auf einen männertypischen Beruf bewirbt, dann hat sie auch Schwierigkeiten, dort unterzukommen. Wenn der Beruf eher ein frauentypischer Beruf ist, dann ist ein junger Mann einem hohen Druck ausgesetzt, dieses vor seinem sozialen Umfeld auch zu rechtfertigen."

Soziale Faktoren beeinflussen den Berufswunsch

Wohl deshalb hat sich seit Jahrzehnten an den geschlechtstypischen Berufspräferenzen nichts geändert, wie alle Befragungen immer wieder zeigen. Nur manchmal schimmert ein Lichtblick der Veränderung beim Rundgang über eine Ausbildungsbörse auf:

"Was ich ganz spannend finde, dass in den letzten drei Jahren immer mehr junge Männer kommen, die gerne Altenpfleger werden wollen."

Viel stärker allerdings als die Geschlechtsunterschiede beeinflussen soziale Faktoren die Berufswünsche der Kinder, hat Corinna Schmude festgestellt:

"Da ist erschreckend, dass erstmal das Geschlecht eine große Rolle spielt und dann der Status. Dieses Wissen, manche Berufe sind für mich nicht erreichbar. Dass die Kinder bereits in der 5. Klasse antizipiert haben: 'Ich werde auf eine Schullaufbahn gehen, wo ich Abitur machen werde und damit eine Hochschulberechtigung erwerben werde oder ich werde diese Schule nicht besuchen'. Und das Kriterium hat eben ganz früh zu einer deutlichen Anpassung der Berufswünsche geführt."

Und zwar schon mit zehn bis zwölf Jahren. Mit 15, 16 wissen die Jugendlichen dann, dass es bei der Frage "Was willst du werden" nicht um Wünsche, sondern um eine konkrete Entscheidung geht.

"Mein Traumberuf ist Kochen" - "Ärztin" - "KfZ-Mechatroniker" - "Friseuse" - "Ich will Hotelfachfrau werden." - "Kaufmann für Bürokommunikation" - "Erzieherin" - "Ich möchte mal entweder was im Bereich Naturwissenschaften studieren, oder die andere Möglichkeit wäre dann Bankwesen oder Börse."

Kraftfahrzeugmechatroniker, Einzelhandelskaufmann oder -frau, Arzthelferin – das sind die Favoriten bei Ausbildungsberufen. BWL, Maschinenbau, Psychologie, Medizin und Jura gehören zu den beliebtesten Studienfächern. Das ist ernüchternd, nicht nur im Vergleich zu den Kinderträumen, sondern auch zu den realen Möglichkeiten.

"Man hat immer so die Top-Ten der gewünschten Berufe, aber mache Jugendliche kennen auch gar nicht andere Berufe, die vielleicht nicht sofort im Fokus sind, und hier haben sie halt die Möglichkeit, sich auch über andere Berufe zu informieren."

Fast 350 Ausbildungsberufe und etwa 18.000 Studiengänge

Dabei gibt es in Deutschland fast 350 anerkannte Ausbildungsberufe und etwa 18.000 Studiengänge von "Assyrologie" bis "Zukunftsforschung".

Nach jüngsten Untersuchungen des Bundesinstituts für Berufsbildung spielt für junge Menschen bei der Berufswahl die Frage was sie machen, nicht mehr die Hauptrolle. Das betont auch Elisabeth Krekel, Leiterin der Abteilung sozialwissenschaftliche Grundlagen beim BIBB:

"Grundsätzlich sollte man erst einmal sagen, dass eine Berufswahl-Entscheidung in die Phase einer sozialen Identitätsfindung fällt. Und in dieser Phase spielt natürlich eine große Rolle bei den jungen Menschen, welche Identität denn eigentlich Berufsinhaber signalisieren mit den Berufen. Sie geben darüber Auskunft, ob jemand in diesem Beruf viel oder wenig Geld verdienen kann, ob er kreativ sein kann, ob er sich weiterentwickeln kann, und ob diese Person auch in der Gesellschaft ein hohes Ansehen genießt. Und vor allen Dingen auch, dass es gar nicht so sehr entscheidend ist, was man selbst über einen Beruf denkt, sondern eher, was Menschen aus dem sozialen Umfeld über Berufe denken."

"Papa hat gesagt, ich kann entweder Kindergärtnerin werden oder Krankenschwester, und da hab ich gesagt Kindergärtnerin." - "Eigentlich Sanitäter, weil: Mein Vater ist auch Sanitäter, und das ist halt mein Traumberuf."

Selbstverständlich spielen die eigenen Erfahrungen der Eltern bei der Berufswahl der Sprösslinge eine große Rolle: Bewusst oder auch unbewusst werden Kinder gedrängt, entweder die ungelebten elterlichen Träume zu verwirklichen oder umgekehrt: Die Kinder sollen das nicht machen, wozu man sich selbst gezwungen fühlte. Es gibt Familien-Traditionen, die Kinder übernehmen sollen: Arztpraxis oder Rechtsanwaltskanzlei, Handwerksbetriebe oder Firmen.

Statuserwartungen der Eltern an die Berufswahl der Kinder

Die Idee vom sozialen Aufstieg durch die Berufswahl ist dagegen nicht mehr so präsent wie früher:

Elisabeth Krekel: "Heute gilt es weniger, den Beruf der Eltern zu übernehmen oder es etwas besser zu haben, heute sind mit der Berufswahl der Kinder ganz hohe Statuserwartungen der Eltern an diese Berufswahl geknüpft."

Besonders in Akademikerfamilien, sagt Elisabeth Krekel:

"Eltern haben ja diesen sozialen Aufstieg schon hinter sich, und deshalb besteht eine besondere Angst, dass Kinder durch ihre Bildungsentscheidung zu Absteigern werden. Wenn heute jemand Abitur hat, dann wird auch aus dem sozialen Umfeld heraus erwartet, dass die Person auch studiert."

Und diese Erwartungen machen nicht nur vielen Jugendlichen zu schaffen, sondern auch dem nicht-akademischen Arbeitsmarkt. Deshalb haben zum Beispiel die Handwerkskammern Nordrhein-Westfalens solche Online-Kampagnen gestartet:

 "Schock Deine Eltern, mach eine Ausbildung"

Junge Frauen werden im Handwerk umworben

Überhaupt scheinen bei den Ausbildungsplatzbörsen überall im Land die Aktien für Jugendliche zurzeit besonders gut zu stehen:

"Wir haben zum Beispiel die Schornsteinfegerinnung hier, die suchen händeringend Nachwuchs, es können gerne auch Mädchen diesen Beruf ergreifen, also das alte Bild ist ja nicht mehr aktuell."

Junge Frauen werden in allen Berufssparten umworben. Die Arbeitgeber locken mit gutem Lehrgeld, Aufstiegschancen, oder mit Programmen, die das Handwerk "akademisieren" sollen, etwa, dass man neben der Ausbildung zugleich einen "Bachelor in Handwerksmanagement" machen kann.

Gute Konjunktur und geburtenschwache Jahrgänge – eigentlich eine ideale Zeit, doch den Traumberuf zu kriegen. Aber so funktioniert das nicht. Denn die Träume unterscheiden sich eben nicht so stark, sagt Elisabeth Krekel vom Bundesinstitut für Berufsbildung:

"Das heißt, es bleiben Berufe, die vielleicht weniger attraktiv erscheinen, unbesetzt, andere Berufe, da haben wir aber Nachfrage-Überhänge, so wie Tierpfleger, Tierpflegerinnen – bei Mädchen insbesondere sehr beliebt – da gibt es eine hohe Nachfrage, da gibt es aber auch weniger Angebote, wir können das auch schön sehen an den Dienstleistungsberufen, wenn sich zum Beispiel Abiturienten für eine duale Berufsausbildung interessieren, dann häufig für die kaufmännischen Berufe, und dort gibt es dann eine hohe Konkurrenzsituation."

Castingshows als neuer Trampelpfad ins Berufsleben

Die Konkurrenzsituation bei der Berufswahl wird auch durch die Medien gepuscht. Der Glamour- und Geldfaktor und die tägliche Serienwelt befeuern das Interesse an bestimmten Berufen: Ärzte und Anwälte, Designer oder "irgendwas mit Medien". Das Fernsehen weckt neue Berufswünsche, vor allem durch Castingshows wie "Germany’s next Topmodel" oder "Deutschland sucht den Superstar". Das zeigt fast tragisch, so Jugendforscher Professor Klaus Hurrelmann, wie in unserer Gesellschaft der Zusammenhang von Beruf und sozialem Ansehen angekommen ist:

"Die jungen Leute ahnen ja, wie bedeutsam heute eine gute Bildung, ein guter Schulabschluss, ein guter Ausbildungsabschluss geworden ist. Wenn ich das nicht schaffe, habe ich im Grunde keine Eintrittskarte für das gesellschaftliche Leben und insbesondere den Beruf, dann bin ich im Grunde auf der Verliererstraße."

Deshalb versuchen gerade Jugendliche aus "bildungsfernen Schichten", Castingshows als neuen Trampelpfad ins Berufsleben zu nutzen. Dort glauben sie, sie können trotz allem "was werden". Tatsächlich schafft es pro Staffel von den 20.000 bis 35.000 Bewerbern allenfalls nur eine oder einer. Superstar oder Model zu werden, ist so wenig realistisch wie Kinder-Vorstellungen in einem Song von Udo Lindenberg:

"Also ich werd' später Löwenbändiger / Ach nee, das ist viel zu gefährlich / da wird man ja gefressen / ich werd' lieber Kaugummifabrikant"

Eine Berufswahl ist frei. Aber es stehen nicht jedem alle Wege offen, und für den einzelnen ist es eine schwierige Entscheidung. Hilfreich könnte dabei eine neue gesellschaftliche Sicht auf das Arbeitsleben sein, meint die Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Krekel:

"Früher war vielleicht die berufliche Entscheidung eine unumstößliche Lebensentscheidung. Heute würde ich sagen: Es ist schon ein wichtiges Fundament für die berufliche und persönliche Entwicklung. Aber mit der Einschränkung: Es ist keine Einbahnstraße. Sondern es ist erst mal eine grundlegende Qualifikation, die weitere Bildungsmöglichkeiten eröffnet. Und man muss auch sagen, dass die Bildungsumorientierung, also eine Entscheidung mal rückgängig zu machen, auch kein Problem sein darf und sein sollte, weil Umwege auch wichtig sind, um ein Ziel zu erreichen."

Realität bleibt oft weit jenseits der Kinderträume

Allerdings brauchen die jungen Menschen dabei Hilfe, von Eltern und von ihrem Umfeld. Kinder aus "bildungsfernen Schichten" und generell Migrantenkinder sind schlechter dran, weil ihre Eltern ihnen hier kaum beistehen können. Und, so die Untersuchung des Berufsbildungswerks, Jugendliche wollen solche Hilfe auch.

Corinna Schmude: "Insofern würde ich mir einfach wünschen, dass man Kindern die Möglichkeit gibt, vielfältig diese Welt der Berufe kennenzulernen, aber eben nicht zu sagen: 'Du malst so toll, also wirst du irgendwas Künstlerisches mal machen', sondern wirklich diesen Freiraum zu geben, eben auch zu gucken, was sind so die Neigungen, besser ist eigentlich, was sind die Stärken der Person und sie zu stärken, sich auf die Suche zu machen, wo ist der Platz im Leben, wo ich meinen Beitrag zu dieser Gesellschaft leisten kann."

Die Berliner Entwicklungspsychologin und Pädagogikprofessorin Corinna Schmude.

"Das wünschen wir uns alle, dass wir den Ort finden, wo wir das, was wir gut können, was uns interessiert, was uns fasziniert, leben können."

Schade nur, dass das so oft weit jenseits der Kinderträume bleibt.

"Letzte Woche war ein Klassentreffen / Da sah ich sie wieder / Die missglückten Helden, die jetzt Beamte sind / Bonnies und Clydes von früher / jetzt als Herr und Frau Bieder."

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