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StartseiteForum neuer Musik 2018Festivalabschluss 15.04.2018

Forum neuer Musik 2018Festivalabschluss

Die 68er-Symbolfigur Che Guevera hat die Saxofonistin Nikola Lutz zu einem multimedialen Improvisationskonzept inspiriert: Am Abschlusstag des Forum wird "FOCO_2018" uraufgeführt. Eine weitere Persönlichkeit mit Einfluss auf die 68er-Bewegung steht im Mittelpunkt einer Lecture: Herbert Marcuse.

(Deutschlandradio)
Am vierten und letzten Tag des Festivals finden unsere Veranstaltungen im Funkhaus des Deutschlandfunks statt (Deutschlandradio)
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Eintritt je Konzerttag im Deutschlandfunk:
15 Euro, ermäßigt 12 Euro

Vorbestellung
veranstaltung@deutschlandfunk.de

Vorbestellte Karten sind ab 30 Minuten vor Konzertbeginn ohne weitere Bestätigung an der Konzertkasse im Funkhaus bzw. in der Kunst-Station Sankt Peter hinterlegt. Das Alte Pfandhaus hat eine eigene Abendkasse.

Zu den Lectures und Gesprächen ist der Eintritt frei.

Das ganze Programm auf einen Blick (PDF)

Deutschlandfunk Foyer, Köln - 18:00 Uhr - Lecture

Die absurde Rationalität des Fortschritts

Herbert Marcuses weitsichtige Technologiekritik. Lecture mit Peter-Erwin Jansen, Direktor der International Marcuse Society

Die Zeit der 68er-Akteure ist seit Jahrzehnten vorüber. Die "anti-autoritäre Revolte" ist perdu. Aus Außenseitern wurden Etablierte. Kritische Geister verschwanden in den Schubladen. Bald schon waren neue Autoritäten wichtiger als die einstigen Autoritätskritiker.

Peter-Erwin Jansen (Peter-Erwin Jansen/privat)Peter-Erwin Jansen (Peter-Erwin Jansen/privat)Einer dieser Gesellschaftskritiker war Herbert Marcuse (1898 - 1979). Als "Guru der Studentenbewegung" gerne zitiert, gerieten seine kritischen Analysen fast in Vergessenheit. Doch stellte er entscheidende Fragen, die heute virulenter denn je sein mögen: In welchem Verhältnis bedingen sich "erste" und "zweite Natur"? Warum wendet sich Technik in der (turbo-)kapitalistischen Gesellschaft plötzlich gegen den Menschen?

Nicht mehr die "Dialektik der Aufklärung" wirft die großen Fragen von Herrschaft und Unterdrückung auf, sondern die "Dialektik einer auto-poetischen Technologie". Ist aus dem von Immanuel Kant beschriebenen "selbstdenkenden Menschen" inzwischen ein längst überflüssiges Lebewesen geworden?

Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln - 19:30 Uhr - Konzert

FOCO_2018

Multimediale Improvisation von Nikola Lutz (UA)

Wie viel Risiko braucht die Musik? Für Nikola Lutz ist die Antwort klar: Künstlerisch Grenzen zu überschreiten und politische Fragen zu stellen - das aktiviert ihre schöpferischen Potenziale. Zum Beispiel in ihrem Projekt "FOCO_2018".

Nikola Lutz und ihre Kollegen beim Projekt "FOCO_2018" (Deutschlandradio / Thomas Kujawinski)Nikola Lutz und ihre Kollegen beim Projekt "FOCO_2018" (Deutschlandradio / Thomas Kujawinski)

"Foco" nannte der Guerillaführer Che Guevara eine entschlossene Gruppe von revolutionären Akteuren. Mit ihrem gleichnamigen Projekt nimmt die Saxofonistin und Komponistin Nicola Lutz auf diese Theorie Bezug: Sie schart eine entschlossene Gruppe von Musikern um sich, die mit ihr das Experiment einer multimedialen Improvisation wagen. Mechanismen revolutionären Denkens und Handelns auf künstlerische Prozesse zu projizieren, ist für Lutz ein Experiment. In "FOCO_2018" nähert sie sich diesem Thema auf verschiedenen Ebenen. Keineswegs sollen hier Revolutionen imitiert oder nachgespielt werden. Stattdessen schaffen Live-Musik, elektronische Zuspielungen und Videoprojektionen ein vielschichtiges Raum-Klang-Erlebnis, das die menschliche Wahrnehmung herausfordern und schärfen soll.

Mitwirkende:
Remmy Canedo, Video
Mark L. Kysela, Saxofon
Nicola Lutz, Saxofon und Turntable
Martin Lorenz, Schlagwerk und Turntable
Thilo Ruck, Gitarren
Timm Roller, Elektronik

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