Freitag, 15.12.2017
StartseiteSport AktuellWie gedopt sind die russischen Nationalspieler?30.11.2017

Fußball-WMWie gedopt sind die russischen Nationalspieler?

Bei all der Show, die die russischen Gastgeber um Präsident Wladimir Putin zur WM 2018 liefern, liegt ein Schatten über der Auslosung der Gruppen. Es geht um Doping-Vorwürfe. Denn auch die russischen Nationalkicker sollen ins russische Doping-System eingebunden gewesen sein.

Von Sebastian Krause

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Das Logo der Fußball-WM 2018 in Russland wird auf die Fassade des Bolschoi-Theaters in Moskau projiziert. (picture alliance / dpa / Alexander Vilf)
Das Logo der Fußball-WM 2018 in Russland wurde bei der Präsentation auf die Front des Bolschoi-Theaters in Moskau projiziert. (picture alliance / dpa / Alexander Vilf)
Mehr zum Thema

FIFA-Generalsekretärin "Kein Doping-Problem im russischen Fußball"

Doping in Russland Russische Anti-Doping-Agentur bleibt suspendiert

Fifa Schwere Vorwürfe gegen Infantino

Doping in Russland Cash für das Olympia-Ticket?

Film über russisches Staatsdoping Die Flucht eines Verschwörers

Doping-Experte Hajo Seppelt "Wada agiert wie ein zahnloser Tiger"

Kommentar zum Dopingverdacht um russische Fußballer Jetzt ist die FIFA am Zug

DLF-Sportgespräch mit Wladimir Leonchenko "FIFA verschließt Augen vor russischen Regelverstößen"

Dopingvorwürfe gegen russische Fußballspieler "Absurdes Dementi"

34 russische Spieler unter Dopingverdacht. Darunter der gesamte WM-Kader von 2014. Und Beweise für die Verwicklung von Witali Mutko, Russlands Fußball-Präsidenten und Chef-Organisator der WM im kommenden Jahr.

So lauten die Vorwürfe, die nach wie vor im Raum stehen, wenn im Moskauer Kreml die große Show der Gruppenauslosung über die Bühne geht. Und führende Anti-Doping-Kämpfer schlagen Alarm. Die FIFA müsse endlich so schnell wie möglich für Aufklärung sorgen, fordert etwa Richard Pound, der das russische Dopingsystem als Ermittler mit aufgedeckt hat:

"Warum hat die FIFA zum Beispiel Grigorij Rodtschenkow, den Whistleblower, nicht kontaktiert. Er sagt ja, er hat die Beweise. Und dann sollte man sich diese Beweise auch anschauen. Ich weiß nicht, was die FIFA für die Aufklärung macht. Auf jeden Fall aber ist es enttäuschend, dass es bei einer so dringenden Sache so lange dauert."

"Zu wenig Dopingbekämpfung"

Ob die FIFA jetzt Rodtschenkow, den Whistleblower und früheren Chef des Moskauer Dopinglabors, kontaktieren werde. Gefragt von einem BBC-Reporter macht FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura keine klare Aussage. Sie verweist auf die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Deren Aufgabe sei es, die Untersuchung durchzuführen. Man stehe mit der WADA in regelmäßigem Kontakt. Und sollte es positive Dopingtests oder spektakuläre Dinge geben, werde man schnell handeln, so Samoura.

Immer lauter wird aber die Kritik, die FIFA wolle das Problem einfach nur aussitzen. Michael Ask, Chef der einflussreichen dänischen Anti-Doping-Agentur kritisiert das Verhalten der FIFA im Kampf gegen Doping generell.

Ask sagt: "Die FIFA macht zu wenig im Bereich Dopingbekämpfung. Die UEFA hat ein sehr gutes Programm. Viele nationale Dopingorganisationen, die deutsche, die dänische und Andere, arbeiten gut mit der UEFA zusammen. Aber außerhalb Europas gibt es fast keine Anti-Doping-Arbeit. Und das ist wirklich ein großer Skandal, würde ich sagen."

"Im Fußball nicht weit verbreitet"

Die FIFA verteidigt sich. Generalsekretärin Fatma Samoura spricht von vielen hunderten negativen Dopingtests. "Von dem, was wir bisher wissen. Ist Doping im Fußball nicht weit verbreitet", sagt Samoura.

Man habe nichts zu befürchten, heißt es von Russlands Fußball-Chef Witali Mutko, der die Vorwürfe gegen sich lapidar als "Dummheit" abtut. Noch. Denn das könnte sich bald ändern, sollten die Ermittler der WADA weitere Beweise finden. Sie sind an eine Datenbank des Moskauer-Dopings Labors herangekommen und werten die brisanten Daten gerade aus.

Der Chef des russischen Fußballverbands Witali Mutko. (DPA/Picture Alliance/Maxim Shipenkov )Der Chef des russischen Fußballverbands Witali Mutko. (DPA/Picture Alliance/Maxim Shipenkov )

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk