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G20Die Gegner des Gipfels

G20-Gegner halten am 05.07.2017 am Bahnhof in Kornwestheim (Baden-Württemberg) Banner und Schilder aus den Fenstern eines Protest-Sonderzugs, der zum G20-Gipfel nach Hamburg fährt.  (dpa/picture alliance/Christoph Schmidt)
G20-Gipfel - Protest-Sonderzug in Kornwestheim (Baden-Württemberg) (dpa/picture alliance/Christoph Schmidt)

Morgen beginnt in Hamburg der G20-Gipfel. Schon seit Tagen formiert sich der Protest dagegen. Allein heute werden tausende Demonstranten in der Stadt erwartet - darunter viele Gewaltbereite. Aber auch andere Gruppen protestieren.

Rund um den Hamburger Fischmarkt, wo die Autonomen-Demo "Welcome to Hell" stattfindet, sind Cafés und Restaurant aus Angst vor Ausschreitungen geschlossen. Einige Läden sind mit Brettern vernagelt. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot an Beamten und Wasserwerfern vor Ort. Die Demonstration will Richtung Messehallen laufen, wo der Gipfel stattfinden wird.

In der Stadt herrscht wegen der vielen Absperrungen Verkehrschaos. Die Hamburger Polizei rechnet bei der Autonomen-Demo mit bis zu 8.000 gewaltbereiten Demonstranten aus dem In- und Ausland. 10.000 Teilnehmer haben die Organisatoren angemeldet. Andreas Beuth, Anwalt der linken Szene, sprach von einem "der größten schwarzen Blöcke", die es jemals in Deutschland gegeben hat.

Heute Morgen war bereits ein Sonderzug von Basel mit 700 Gipfel-Gegnern in Hamburg angekommmen, die sich im Stadtgebiet verteilten, unter anderem im Altonaer Volkspark. Dort haben Aktivisten ein Demonstrationscamp mit 300 Zelten aufgebaut.

Der Verkehr im gesamtem Stadtgebiet ist eingeschränkt. 

Bereits gestern waren tausende Menschen unter dem Motto "Lieber tanz ich als G20" auf die Straße gegangen und hatten tanzend gegen den Gipfel demonstriert. Nach Veranstalterangaben beteiligten sich mehr als 20.000 Menschen an der Demonstration, die Polizei zählte bis zu 11.000 Teilnehmer. Unter ihnen war auch der linke Bundestagsabgeordnete Jan van Aken. Er gilt auch als federführend für die für Samstag angemeldete Demonstration mit 50.000 bis 100.000 Teilnehmern. Dabei werden Ausschreitungen befürchtet. Van Aken warf Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) im Vorfeld der Proteste im Deutschlandfunk vor, die Stimmung zwischen Polizei und Demonstranten angeheizt zu haben.

Das Bündnis "Hamburg zeigt Haltung" hat ebenfalls für Samstag eine Kundgebung angemeldet, bei der 10.000 friedliche Teilnehmer erwartet werden. Das Bündnis lehnt den Gipfel nicht ab, will aber die demokratischen Werte in Deutschland unterstreichen. Zu dem Bündnis gehören 200 Einzelpersonen, darunter Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust (CDU), Hamburgs Erzbischof Stefan Heße, Ewald Lienen vom FC St. Pauli und der Theatermacher Corny Littmann. 

Morgen will die globalisierungskritische NGO Attac in der Innenstadt demonstrieren - doch bisher hat sie keine Genehmigung dafür. Zwischen 12 und 16 Uhr sollten Demonstrationen mit Themen wie "Gutes Leben für alle statt Wachstumswahn" stattfinden. Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht wies heute mehrere Beschwerden der globalisierungskritischen Organisation zurück. Die Antragsteller können Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen.

Kurz vor dem Gipfel haben Gegner außerdem zum alternativen "Gipfel für globale Solidarität" eingeladen. Zwei Tage lang ist dabei über Strategien gegen Verelendung und Hunger und für mehr soziale Gerechtigkeit diskutiert worden. Rund 75 Organisationen – darunter Umweltverbände, Gewerkschaften und Flüchtlingshilfegruppen – kommen dazu in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel zusammen. "Das ist ein Netzwerk von kritischen Organisationen", sagte Intendantin Amelie Deuflhard im Deutschlandfunk.

Und hier noch die wichtigsten Hashtags zum Gipfel:

#G20HAM17 wird meist von offiziellen Stellen genutzt, also von Behörden, Polizei und Politik. Es geht aber auch einfach #G20HAM oder noch einfacher #G20.

Die Gegner verwenden überwiegend #NoG20, aber auch #BlockG20. In den letzten Tagen kamen dann noch kreativere Variaten dazu - etwa #schlaflosinHH und #yeswecamp.

(cvo/jcs)

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