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G20Krawalle in Hamburg

Demonstranten ziehen am 06.07.2017 durch Hamburg.  (dpa-Bildfunk / Kay Nietfeld)
Krawalle in Hamburg bei der Demo "Welcome to hell" (dpa-Bildfunk / Kay Nietfeld)

Bei der Kundgebung unter dem Motto "Welcome to Hell" hat es in Hamburg Krawalle gegeben. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein und erklärte, mit Flaschen und Gegenständen beworfen worden zu sein. Unser Landeskorrespondent berichtet dagegen, aus den Schilderungen, die ihm vorlägen, sei die Gewalt eindeutig von der Polizei ausgegangen. Am Abend kam es dann noch zu einer zweiten Kundgebung.

Insgesamt sollen um die 12.000 Demonstranten zusammengekommen sein. Die Auseinandersetzungen begannen, als sich rund 1.000 Vermummte unter die Demonstranten mischten. Die Polizei stoppte den Zug zunächst und versuchte, den "schwarzen Block" von den friedlichen Demonstranten zu trennen.

Einsatzkräfte der Polizei setzen Wasserwerfer gegen Demonstranten auf der Kundgebung "Welcome to Hell" in Hamburg ein. (AFP / John MacDougall)-Einsatzkräfte der Polizei setzen Wasserwerfer gegen Demonstranten auf der Kundgebung "Welcome to Hell" in Hamburg ein. (AFP / John MacDougall)

Schließlich setzte die Polizei Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Über Twitter teilte sie dazu mit:

Den Tweets zufolge wurde auch der Pressesprecher der Polizei attackiert. Später gab es dann weitere Tweets, die sich auch an die Öffentlichkeit richteten:

Unser Landeskorrespondent Axel Schröder schildert das Geschehen auf der Kundgebung ganz anders. Er sagte uns, er habe vorne gestanden, und die Demonstrationsleitung habe mit dem Schwarzen Block darüber verhandelt, dass die Teilnehmer sich wieder "entmummen". Das sei auch geschehen. Allerdings hätten ihm Kollegen von Deutschlandfunk Kultur berichtet, dass es hinten im Zug zu dem Zeitpunkt noch Vermummte gab. Offenbar ging der Polizei dort das Entmummen nicht schnell genug, und die Beamten seien - so Schröder - dann mit Pfefferspray in die Menge hineingegangen, ohne dass von Seiten der Demonstranten vorher irgendwas passiert sei.

Erinnerungen an die Loveparade-Katastrophe

Schröder fasst zusammen: "Nach den Schilderungen, die ich habe, ging die Gewalt von der Polizei aus. Und der Einsatz war unverhältnismäßig." Schröder berichtet, er habe am eigenen Leibe erfahren, wie die Polizei mit einem "irren Tempo" auch Unbeteiligte zur Seite geschoben habe. Er habe sich gerade in der Hafenstraße mit den Mauern an die Loveparade und die Katastrophe von Duisburg im Jahr 2010 erinnert gefühlt. Schröder betonte, man möge den Linken unterstellen, dass sie immer nach einem Anlass suchten, um sich mit der Polizei anzulegen. Diesen Anlass hätten sie heute aber "nicht wirklich" geliefert.

Ähnlich schildert das im übrigen auch der NDR.

Gegen 20.20 Uhr wurde die Kundgebung laut Polizei offiziell vom Anmelder für beendet erklärt. Am Abend gab es dann Berichte über eine weitere Kundgebung, die offenbar spontan angemeldet wurde. Die Hamburger Linken-Politikerin Christiane Schneider twitterte dazu:

Die erste Kundgebung war von vornherein als riskant eingestuft worden: Die Sicherheitskräfte hatten mit 10.000 Linksautononen gerechnet und gingen von bis zu 8.000 gewaltbereiten Demonstranten aus. Der Beginn der Demonstration fand am Hamburger Fischmarkt statt. Dort gab es zunächst Musik und Redebeiträge. Der eigentliche Zug der Kundgebung sollte dann über die Reeperbahn bis auf 300 Meter an die Messehallen heran führen.

Auf dem Messegelände findet morgen der G20-Gipfel statt. Keine andere Demonstration darf dem Ort so nahekommen wie gerade diese.

Schwarz gekleidete Demonstranten und Polizisten bei der Kundgebung "Welcome to Hell" in Hamburg. (dpa-Bildfunk / AP / Michael Probst)Schwarz gekleidete Demonstranten und Polizisten bei der Kundgebung "Welcome to Hell" in Hamburg. (dpa-Bildfunk / AP / Michael Probst)Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht wies inzwischen mehrere Beschwerden der globalisierungskritischen Organisation Attac zurück. Sie wollte morgen in der Hamburger Innenstadt demonstrieren - was nun vorerst verboten bleibt. Die Antragsteller können aber noch Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen.(jcs/db)

 

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