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Ganz nah und doch so fern

Leben an der litauisch-weißrussischen Grenze

Mit Reportagen von Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster

Die Fahnen der NATO-Staaten wehen anlässlich eines NATO-Außenministertreffens in der Altstadt von Vilnius. (AP)
Die Fahnen der NATO-Staaten wehen anlässlich eines NATO-Außenministertreffens in der Altstadt von Vilnius. (AP)

Es liegen nur 120 Meter zwischen den Holzhäusern auf beiden Seiten - doch für die Familien, die einmal gemeinsam in diesem Dorf lebten, sind es Welten. Seit dem Zerfall der Sowjetunion wohnen die einen in Norviliskes, die anderen in Pizkuny. Die einen in Litauen, die anderen in Weißrussland.

Ein Eisenzaun markiert heute die Grenze. Hier die junge baltische EU-Demokratie, dort die Lukaschenko-Diktatur. Über die System-Grenzen hinweg gibt es jedoch enge Verbindungen.

2004 emigrierte eine komplette Universität von Minsk in die litauische Hauptstadt.

Heute studieren in Vilnius mehr als 2000 junge Weißrussen. Auch belarussische Menschenrechtler und Oppositionspolitiker nutzen Vilnius als Zufluchtsort.

Für die litauische Außenpolitik ist dies Risiko und Chance zugleich.
Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten zwischen den Nachbarn.

Wenn etwa litauische Banken über die Auslandskonten weißrussischer Oppositioneller Auskunft geben. Und wenn die weißrussischen Behörden dieses Wissen dazu nutzen, um unliebsame Oppositionelle zu langen Haftstrafen zu verurteilen, wie im Fall des weißrussischen Menschenrechtlers Ales Byalyatski.


Am Mikrofon: Norbert Weber

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