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Garant für Wohlbefinden und saubere Luft

Zimmerpflanzen sind mehr als nur Dekoration

Von Angelika Gördes-Giesen

Grünpflanzen verschönern nicht nur das Zimmer, sie sorgen manchmal auch für gute Luft.
Grünpflanzen verschönern nicht nur das Zimmer, sie sorgen manchmal auch für gute Luft. (Stock.XCHNG / Gokhan Okur)

Die Gegenwart von Pflanzen wirkt entspannend auf den Menschen. Gleichzeitig verbessern verschiedene Gewächse aber auch die Qualität der Luft und filtern sogar Schadstoffe aus ihr heraus. Es muss nur die richtige Pflanze sein.

Zimmerpflanzen haben einen doppelten Wohlfühlfaktor. Sie verschönern jeden Raum und wirken wie Luftfilter. Herbert Voigt, Leiter des Botanischen Gartens in Münster, setzt auf seinen grünen Schadstofffilter im Büro:

"Wenn man an Oma oder Opa denkt, was die so hatten, die hatten schon einige von diesen Pflanzen in ihren Zimmern drin stehen, ob bewusst oder unbewusst, jedenfalls hatten sie die richtigen ausgewählt. Bekannt ist zum Beispiel die Grünlilie so ein grünes Blättchen, was da oben immer so Kinder bekommt,also die ist in der Lage Formaldehyd in der Luft deutlich zu reduzieren."

Pflanzen liefern keine Reinluft wie im Labor, aber sie verbessern das Raumklima. Versuche ergaben, dass Pflanzen wie Efeutute, Drachenbaum und Zimmer-Aralie 70 bis 80 Prozent der Schadstoffe herausfiltern, die beispielsweise durch Toner, Kopierer oder Drucker in die Luft gepustet werden. Ein Zufallsfund der Wissenschaftler der NASA, erklärt Herbert Voigt:

"Also ganz konkret geforscht hat die NASA, als sie auf die Idee kam, wir setzen Leute in eine Rakete und schießen die mal hoch. Da haben die also unterschiedliche Kammern gebaut, verschiedene Pflanzen da rein gestellt und unterschiedliche typische Luftschadstoffe rein geblasen. Sie haben festgestellt, dass sie in der Lage sind, die Luft zu reinigen."

Die Astronauten erkrankten oft am sogenannten Sick Building-Sydrome, einer Erkrankung, die durch eine schlechte Luftqualität verursacht wird. Sobald etwas Grünes in der Raumstation war, ging es ihnen besser. Die Pflanzen sind in der Lage, manche Schadstoffe in einem komplizierten Stoffwechselprozess zu ungefährlichen Bausteinen wie zum Beispiel zu Zucker oder Aminosäuren abzubauen und Sauerstoff abzugeben.

"Ficus-Benjaminie oder die kleine Birkenfeige, wie sie heißt. Das ist eine Pflanze, die erstmal relativ viel Luftfeuchte abgibt und sie kann auch Formaldehyd und Benzol in gewissem Maße umwandeln, das heißt in der Summe haben sie positive Effekte."

Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund warnt allerdings vor zu viel Grünzeug: So können sich in der Topfblumenerde bei nicht sachgerechter Pflege zum Beispiel Schimmelpilze bilden, deren Sporen gesundheitsschädlich sind. Und:

"Allergiker sollten auch darauf achten, gegen manche Pflanzen kann man empfindlich sein. Der Ficus setzt Latex ab und es gibt viele Menschen, die eine Latex Allergie haben, und das kann problematisch werden."

Pflanzen können auch Staub aus der Luft filtern, allerdings nur, wenn ihre Blätter gut gepflegt sind. Man sollte sie also ab und zu mit Wasser absprühen und den Schmutz von den Blättern wischen, empfiehlt Herbert Voigt. Die Pflanzen können aber nur Schadstoffe aus der Luft filtern, wenn sie einen angepassten Standort haben und ihr Stoffwechsel funktioniert;

"Ganz kritisch sind oft Übertöpfe in Büros, weil sie beim Gießen voll gegossen werden und dann wird aus jeder Pflanze, auch aus einer Kaktee, eine Sumpfpflanze. Die Wurzeln verfaulen, die Pflanze stirbt oben ab. Es sieht so aus, als ob sie vertrocknet. Was macht man? Man schüttet ein bisschen nach, bis die Pflanze tief im Wasser steht und dann ist es endgültig zu Ende."

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