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StartseiteVerbrauchertippRegentonnen in allen Formen und Farben04.04.2017

GartenRegentonnen in allen Formen und Farben

Regenwasser im Garten auffangen und sammeln liegt voll im Trend: Angesichts immer knapper werdender Ressourcen, aber auch steigender Wasserkosten entscheiden sich immer mehr Hobbygärtner für eine natürliche Bewässerung ihrer Beete, Bäume und Sträucher. Am Anfang steht der Kauf einer Regentonne. Die Auswahl in den Baumärkten ist inzwischen riesig.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

Gießkanne und zwei Regentonnen (imago stock&people)
Regenwasser sammeln für die Bewässerung des Gartens liegt im Trend. Die Auswahl der entsprechenden Gefäße ist riesig. (imago stock&people)
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Als Tonne, Fass, Säule, Wandtank, Klinkermäuerchen oder auch als Fels verkleidet steht die Regentonne von heute in den Regalen der Bau- und Fachmärkte. Alles Imitate aus Kunststoff, sagt Fachverkäufer Michael Hensmann:

"Steinimitat, so einem Granit nachempfunden, dann gibt es das in verschiedenen Farbtönen oder als Baumstamm. Da gibt es die verschiedensten Formen und Farben je nach Geschmack und Geldbeutel kann man wirklich alles bekommen."

Hensmann zeigt auch noch auf poppig farbige Modelle im Regal oder solche von schlichtem Design. Für Freunde der Antike sind zum Beispiel auch terracotta-farbene Amphore um die 200 Euro im Angebot. Das Fassungsvermögen der Regensammler variiert: zwischen 200 und 1.000 Litern. Ein entscheidender Unterschied beim Kauf liegt bei der Wahl des Kunststoffs: PVC oder Polyethylen. Regentonnen aus PVC sind deutlich günstiger, jedoch nicht so haltbar, so der Fachmann:

"In PVC ist immer ein Weichmacher mit drin, der sich im Laufe der Zeit verflüchtigt, dann wird das Material porös und bricht dann irgendwann." 

Dagegen sind Regentonnen aus Polyethylen hochwertiger, elastischer und daher Wärme wärme- und frostresistenter. Die Preise variieren vom einfachen grünen Basismodell für knapp 20 Euro ohne Zubehör bis zu mehreren hundert Euro. 

Reinigung mindestens einmal im Jahr

Die meisten Modelle haben in Gießkannenhöhe ein vorgebohrtes Loch, in das ein Zapfhahn passt. Bei den Tonnen gibt es auch die jeweils passenden Deckel zu kaufen, damit keine Blätter, Unrat oder Insekten in das Regenwasser fallen und es nicht verkeimt oder verdunstet. Blätter und Blättchen können jedoch auch über die Dachrinnen und dann durch die Fallrohre in die Tonnen gelangen. Gartenbesitzer Wolfgang Jung: 

"Man kann die Dachrinnen natürlich schützen mit so speziellen Gittern, die gibt es im Baumarkt, so haben wir das gemacht, so dass nicht zu viel Blätter in die Regentonne gespült werden. Bisschen was kommt aber trotzdem rein, einmal im Jahr machen wir das so, immer zum Winter leeren wir die aus und in diesem Zug kann man natürlich die dann sauber machen die Regentonne von Allem und Blättern befreien."

Die Deckel kann man zudem auch ganz einfach kindersicher machen. Familie Jung mit zwei kleinen Kindern hat sich da etwas einfallen lassen:

"Wir haben Deckel und Tonne am Rand mit drei Löchern durchbohrt und dann mit Kabelbinder zu gemacht, damit kein Kind in so einer Tonne ertrinken kann. Das war nötig."

Bei ein bis mehrstöckigen Häusern geht das Fallrohr meist von der Dachrinne senkrecht in den Boden. Um da das Wasser für die Gartenwohnung abzuzweigen kann ein sogenannter Regendieb eingesetzt werden, der das Wasser dann in die Tonne überleitet. Dieser und weiteres Zubehör sind im Fachhandel erhältlich. 

Leitungswasser ist kalkhaltiger als Regenwasser

Welchen Unterschied macht es nun, ob Blumen, Pflanzen, Gemüse und Obst mit normalem Leitungswasser oder mit weichem Regenwasser gegossen werden? 

Elisa Frake von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Nordrhein-Westfalen:

"Der Unterschied zwischen hartem oder weichem Wasser ist der enthaltene Kalk sogenannte Calcium- und Magnesiumverbindungen. Auch bei Pflanzen würde es bedeuten, dass man diese Kalkablagerungen auf den Blättern sehen könnte." 

Regenwasser förderlich für das Pflanzenwachstum

Wer will das schon. Außerdem so die Wasserexpertin ist das Regenwasser für das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen besonders förderlich. Wer sich dennoch nicht für eine Regentonne entscheiden will oder kann, der hat die Möglichkeit bei der Kommune eine zweite Wasseruhr für die Gartenbewässerung mit Leitungswasser zu beantragen.

Damit erspart der Gartenbesitzer am Ende des Jahres die Schmutzwassergebühren. Das bedeutet, bei einem normal großen Reihenhausgarten, nach Auskunft des Tiefbauamtes Münster eine Ersparnis von circa 60 Euro.

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