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"Geduldet" Leben im Zwischenraum

Eine Flüchtlingsfamilie in Deutschland

Von Rainer Schwochow

Asylbewerber bekommen Gutscheine für Einkäufe in ausgewählten Geschäften (dpa / Daniel Naupold)
Asylbewerber bekommen Gutscheine für Einkäufe in ausgewählten Geschäften (dpa / Daniel Naupold)

Zusammen mit ihren zwei Kindern sind Rade und Samira aus Sarajevo geflohen, als der Krieg nach Bosnien kam. Rade ist Montenegriner, Samira Bosnierin. Seit 1992 leben sie in Berlin. Schon kurze Zeit später drohte ihnen die Abschiebung aus Deutschland in eine Heimat, in der binationale Ehen unerwünscht sind.

Die Behörden in Bosnien und Montenegro verweigerten ihnen die Anerkennung ihrer Staatsbürgerschaft. Wo sollen sie hin? Mittlerweile haben sie zwei weitere Kinder.

Nach 15 Jahren endlich stellten die Botschaften den Eltern und ihren zwei ältesten Kindern Pässe aus.

Der Petitionsausschuss hatte sich ihrer Sache angenommen. Damit ist die Voraussetzung für eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland erfüllt. Doch die zwei jüngsten Kinder, beide in Deutschland geboren, sind noch immer von der Abschiebung bedroht.

"Die Jungs bekommen dieses Gefühl: Wer bin ich überhaupt? Keiner will mich", sagt Samira. "Wie sollen sie da eine Zukunft haben?"


HR/DLF 2012

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