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StartseiteSport am WochenendeGegen Homophobie im Sport17.07.2013

Gegen Homophobie im Sport

Funktionäre und Politiker stellen Initiative gegen Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit vor

Bundesminister und Fußballvereine der ersten und zweiten Liga wollen verstärkt gegen homophobe Tendenzen im Sport vorgehen. Auf Initiative der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld unterzeichneten sie eine Erklärung, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Von Thomas Wheeler

Der Schriftzug www.fussball-fuer-vielfalt.de und eine Regebogenfahne sind auf der Veranstaltung zur Berliner Erklärung "Gemeinsam gegen Homophobie. (dpa picture alliance / Jens Kalaene)
Der Schriftzug www.fussball-fuer-vielfalt.de und eine Regebogenfahne sind auf der Veranstaltung zur Berliner Erklärung "Gemeinsam gegen Homophobie. (dpa picture alliance / Jens Kalaene)

Darin fordern sie u. a. die Anerkennung von Vielfalt bei der sexuellen Orientierung sowie mehr Forschung in diesem Bereich. Jörg Litwinschuh, geschäftsführender Vorstand der Magnus Hirschfeld-Stiftung:

"Das zentrale Anliegen der Berliner Erklärung ist, dass sich erstmalig die mächtigen Spitzenfunktionäre des Sports und des Fußballs aussprechen, sich in Zukunft aktiv einzusetzen gegen Homophobie und eben Maßnahmen zu unterstützen, die in den Vereinen, in der Fankultur dazu beitragen helfen, das homo, bisexuelle trans- und intersexuelle Menschen integriert werden."

Unter den 15 Erstunterzeichnern der Berliner Erklärung ist auch Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Angeschrieben hat die Magnus Hirschfeld-Stiftung alle 36 Fußballerst- und Zweitligisten. Einige, darunter Bayern-Präsident Uli Hoeneß, sind bereits dabei. Auch die Deutsche Fußball-Liga ist interessiert, will aber zunächst die Entwicklung des Projekts verfolgen.

Die Berliner Erklärung ist aber nur ein Anfang. Gleichzeitig plant die Stiftung zusammen mit dem Institut Sportpsychologie der Universität Vechta in Niedersachsen ein niederschwelliges Bildungsangebot für Verbände und Vereine mit Ziel Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben abzubauen. Noch einmal Jörg Litwinschuh:

"Dass man überhaupt erst mal erzählt, was ist Homosexualität, dass man aufräumt mit dem Vorurteil, es sei eine Krankheit, das man klarmacht, dass es eine Identität von vielen sexuellen Identitäten die man haben kann, das man auch eine Begegnung organisiert mit Schwulen und Lesben, dass sie dann auch als Trainer und Trainerinnen aktiv einschreiten, wenn es homosexuellenfeindliche Sprüche auf dem Platz oder auf den Rängen gibt."

Um die Chancen zu erhöhen, dass sich eines Tages Fußballprofis und andere Sportler offen zu ihrer Homosexualität bekennen können, ohne Angst vor Nachteilen und persönlichen Angriffen.

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