Sternzeit / Archiv /

 

Geheimnisvolle Gravitationswellen

Von Dirk Lorenzen

Das Dreieck der drei NGO-Satelliten
Das Dreieck der drei NGO-Satelliten (NGO/AEI)

Die Astronomen träumen von neuartigen Teleskopen, die nicht Licht empfangen, sondern Gravitationswellen messen - kleine Riffel im Raum, die von massereichen kompakten Objekten wie Schwarzen Löchern ausgehen.

Bisher gibt es noch keine Messinstrumente für diese äußerst schwachen Signale. Die Test-Anlagen auf der Erde sind nicht empfindlich genug.

Daher setzen die Forscher auf Instrumente im Weltall, die ohne die vielen irdischen Störeffekte nach den Gravitationswellen spüren. Ursprünglich hatten NASA und ESA gemeinsam LISA bauen wollen, die Laser-Interferometer Weltraum-Antenne.

Doch den US-Partnern ist das Geld ausgegangen. Das Projekt wurde so umgeplant, dass Europa es vielleicht auch allein stemmen kann. Es heißt jetzt NGO, Neues Gravitationswellen-Observatorium.

Drei kleine Satelliten bilden ein großes V im Weltraum. Die beiden Arme sind gut eine Million Kilometer lang. Zwischen dem Muttersatelliten an der V-Spitze und den beiden Tochterstationen laufen Laserstrahlen hin und her.

Rast nun eine Gravitationswelle durch diesen Bereich, so verändern sich die Längen der V-Arme minimal. Das sollen die Satelliten mit aberwitziger Präzision messen - und zwar auf Picometer genau, das ist ein Hundertmillionstel eines Haardurchmessers.

Ende April wollen die ESA-Gremien über das Gravitationswellenprojekt entscheiden. Geht alles glatt, spannen die Forscher in etwa zehn Jahren das magische Satellitendreieck auf.

Es wäre gleichsam ein neues Fenster ins All, durch das sich unter anderem Schwarze Löcher, die Anfänge des Kosmos und kompakte Sterne in der Milchstraße beobachten lassen.

Website von eLISA/NGO

LISA bei der Präsentation möglicher ESA-Weltraum-Missionen

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieDer Sternenhimmel im November

Der Sternenhimmel Mitte November gegen 21 Uhr

Auch am Firmament ist der Beginn der kalten Jahreszeit nicht mehr weit: Derzeit sind vor Mitternacht nur Fuhrmann, Stier, Zwillinge und Orion am Osthimmel zu erkennen - doch bis Ende November zeigt sich dann bereits die gesamte Pracht der Wintersternbilder, einschließlich Kleinem Hund und Sirius im Großen Hund.

AstronomieOrion ohne Raumpatrouille

Ein vollbeladenes ATV kehrt zur Erde zurück

Die erste Science-Fiction-Serie des deutschen Fernsehens war die legendäre "Raumpatrouille". Im Herbst 1966 schlugen sieben Folgen der "phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion" Millionen Menschen in ihren Bann.

AstronomieKleiner Planet, große Theorie

Merkur nach 6 Uhr früh am morgendlichen Osthimmel

Bis etwa Mitte November gibt Merkur sein letztes Gastspiel des Jahres an unserem Himmel. Der flinke Planet zeigt sich im Sternbild Jungfrau kurz vor Sonnenaufgang tief im Südosten.

 

Wissen

AnthropozänNeue Epoche für die Erde

Passanten in Stuttgart

Möglicherweise muss im Erdgeschichtsbuch Platz für eine neue Epoche geschaffen werden: das Anthropozän, die Epoche des Menschen. Die Diskussion läuft unter Geowissenschaftlern bereits seit einiger Zeit und zieht nun auch Kreise in anderen Wissenschaften und in der Öffentlichkeit.