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Geld zurück trotz "Billigflug"

Von Sabrina Loi

Ein häufiges Problem: Günstige Fluglinien sind für die Kunden oft nur sehr schwer kontaktierbar, was die Rückerstattung quasi unmöglich macht.
Ein häufiges Problem: Günstige Fluglinien sind für die Kunden oft nur sehr schwer kontaktierbar, was die Rückerstattung quasi unmöglich macht. (AP)

Sogenannte Billigflüge sind zurzeit schwer gefragt, zahlreiche Portale im Internet erleichtern die Suche danach. Allerdings: Stornierungen sind gerade bei diesen günstigen Tickets meist ausgeschlossen. Es gibt jedoch Steuern und Gebühren, die von der Fluggesellschaft nicht einbehalten werden dürfen.

"Ich habe einen Flug gebucht nach Thailand, der zu einem günstigen Tarif angeboten wurde, und als ich dann ein paar Monate vorher aus persönlichen Gründen diesen Flug leider nicht antreten konnte, habe ich versucht, den zu stornieren und habe mich mit der Airline in Verbindung gesetzt, die mir dann mitteilte, dass ich ihn leider nicht stornieren kann und auch kein Geld zurück bekomme."

Zwar konnte Romy Kießling aufgrund ihres günstigen Tickets tatsächlich weder eine Stornierung noch eine Umbuchung vornehmen, trotzdem war die Information der Fluggesellschaft nicht ganz korrekt: Die Airline darf nicht den gesamten gezahlten Betrag einbehalten. Der Grund: Der Preis für ein Flugticket besteht aus zwei Teilen, zum einen aus dem reinen Flugpreis sowie Service-Gebühren, die von der Fluglinie beispielsweise für Extragepäck berechnet werden. Dieser Anteil geht direkt an die Airline. Außerdem fallen Steuern und Gebühren an. Diese werden von der Fluggesellschaft für Dritte erhoben, erklärt Silvia Schattenkirchner, Reiserechtsexpertin beim ADAC.

"Es gibt Flughafengebühren, dafür dass ich den Flughafen überhaupt benutze, Steuern natürlich auf die Beförderung an sich, das sind alles Kosten, die nicht anfallen, wenn ich einen Flug nicht antrete und genau diese Kosten muss die Fluggesellschaft eben dann für mich als Fluggast dann gar nicht bezahlen und deshalb kann ich sie zurückverlangen."

Wie hoch genau diese Steuern und Gebühren sind, steht aufgeschlüsselt auf dem Ticket beziehungsweise der Buchungsbestätigung. Allgemeine Zahlen sind schwer zu nennen, denn die Flughafengebühr ist von Flughafen zu Flughafen verschieden und auch die Luftverkehrssteuer hängt von Start und Ziel ab. Als Beispiel: Der Flug nach Thailand kostete hin und zurück rund 550 Euro. Die Steuern und Gebühren machten davon gut 100 Euro aus. Ronny Simoleit hingegen wollte von Köln nach Stockholm und zurück fliegen, konnte den Flug jedoch nicht antreten.

"Also haben wir uns an Germanwings per Kontaktformular gewendet und innerhalb von einem Tag hatte ich die Antwort bekommen, dass sie die Steuern und die Gebühren erstatten werden, sobald der Rückflug dann stattgefunden hat. Der Flugpreis war ungefähr 175 Euro und die Erstattung war in Höhe von knappen 40 Euro."

Eine Service-Gebühr fiel bei Germanwings nicht an. Anders sieht es bei Air Berlin aus: 25 Euro Bearbeitungsgebühr werden hier verlangt, bei der Lufthansa in bestimmten Fällen sogar 30 Euro. Ob sich der Antrag auf Erstattung da überhaupt lohnt, sollte man gerade bei Kurzstreckenflügen vorher prüfen. Billigflieger wie Ryanair sind dagegen nur schwer für den Kunden kontaktierbar, was die Rückerstattung quasi unmöglich macht. Diese erfolgt schließlich nicht automatisch. Silvia Schattenkirchner vom ADAC erklärt, wie man seine Ansprüche am besten geltend macht.

"Ich muss mich mit meiner Fluggesellschaft in Verbindung setzen, muss meine Flugnummer nennen, meine Buchungsnummer, muss mitteilen, dass ich den Flug nicht angetreten habe und dass ich dementsprechend die Steuern und Gebühren, die ich für den Flug gezahlt habe, zurückfordere, muss natürlich mein Konto angeben, und am besten setzt man eine Frist, sagt innerhalb von zwei Wochen bitte um Überweisung auf mein Konto."

ADAC und Verbraucherzentralen bieten auf ihren Webseiten vorgefertigte Anschreiben für diese Fälle an. So hat es letztlich auch beim verfallenen Thailandflug von Romy Kießling geklappt. Zu beachten ist, dass die Bearbeitung der Rückerstattung meist erst nach dem ursprünglich geplanten Flugdatum erfolgt, eben weil sich viele Flüge heutzutage nicht mehr offiziell stornieren lassen. Entsprechend kann man seine Ansprüche aber auch noch lange Zeit nach dem verfallenen Flug geltend machen: Erst nach drei Jahren verjährt der Fall.

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