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Gen-SchereCrispr/Cas könnte Krebsrisiko steigern

CRISPR CAS9 beim Bearbeiten von DNA (imago stock&people)
CRISPR CAS9 beim bearbeiten von DNA. Modell. (imago stock&people)

Die Gen-Schere Crispr/Cas steht im Verdacht, indirekt die Entstehung von Krebs zu begünstigen.

Das mutmaßliche Risiko beruht auf einem unerwünschten Nebeneffekt: Normalerweise löst das Verfahren eine zellinterne Reparaturfunktion aus. Fehlt das dafür zuständige Protein oder wird es ausgeschaltet, funktioniert zwar die Gen-Schere besonders gut - allerdings steigt auch das Risiko, dass diese Zellen sich zu Krebszellen entwickeln: Einer sogenannten Entartung liegt meist eine Mutation zugrunde, die nicht repariert wurde. Die Wissenschaftler des schwedischen Karolinska-Instituts beschreiben ihre Erkenntnisse im Fachmagazin Nature Medicine.

Die Gen-Schere funktioniert im Prinzip nach dem Copy-Paste-Verfahren: Sie schneidet Gen-Abschnitte aus dem Erbgut und ersetzt sie mit gewünschten Sequenzen. So haben Forscher schon Alzheimer-Mutationen korrigiert und den Gendefekt, der zur Sichelzellen-Anämie führt.

Diese Nachricht wurde am 13.06.2018 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.