Campus & Karriere / Archiv /

Gericht stoppt Gemeinschaftsschule in Finnentrop

Die "Campus"-Nachrichtenminute

Von Barbara Schmidt-Mattern

In Finnentrop wird es keine Gemeinschaftsschule geben.
In Finnentrop wird es keine Gemeinschaftsschule geben. (Sascha Schuermann/dapd)

Die Entscheidung der Arnsberger Richter sorgt weit über das Sauerland hinaus für Unruhe, denn die landesweite Gründung von Gemeinschaftsschulen ist in Nordrhein-Westfalen umstritten. Den vorläufigen Stopp der geplanten neuen Schule in Finnentrop begründete das Verwaltungsgericht mit einer fehlenden Rechtsgrundlage.

Die rot-grüne Landesregierung deklariert die neue Schulform als so genannten Schulversuch – das reiche aber nicht aus, so die Richter. Diese Entscheidung ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die eine flächendeckende Einführung von Gemeinschaftsschulen durch die Hintertür befürchten. Schulministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen weist diesen Verdacht zurück:

Das stimmt ja nicht, sondern wir wollen den Schulversuch bis maximal fünfzig führen, aber vorrangig wollen wir ja auch eine gesetzliche Grundlage für die Gemeinschaftsschule schaffen.
Die Landesregierung kündigte an, die nächsthöhere Instanz, das Oberverwaltungsgericht in Münster, anzurufen. Für eine Änderung des Schulgesetzes, die Rechtssicherheit schaffen könnte, fehlt der Minderheitsregierung im Landtag die nötige Mehrheit. Die CDU-Opposition signalisiert zwar Kompromissbereitschaft, fordert aber eine Bestandsgarantie für die Gymnasien. 14 Gemeinschaftsschulen hat die Landesregierung bisher in NRW genehmigt, bis zum Jahr 2015 sollen es landesweit 30 Prozent aller Schulen der Sekundarstufe I sein. Kernelement der neuen Schule ist das gemeinsame Lernen mindestens bis zur sechsten Klasse.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Campus & Karriere

SchwerpunktthemaHelikopter-Eltern: Zwischen Förderwahn und Handlungszwang

Ein Frau spricht mit ihren Kindern.

Sie backen Kuchen oder renovieren Klassenräume: Doch engagierte Eltern ernten nicht nur Applaus. Einige klinken sich so präsent in die Bildungskarrieren ihrer Kinder ein, dass sie besonders für Lehrkräfte zum Reizthema geworden sind. Als "Helikopter-Eltern" kreisen sie wachsam bis zu Studium und Berufseinstieg über ihren Kindern.

KindererziehungNicht ohne meine Eltern

Ein Schild weist auf einen Eltern-Kind Parkplatz hin, aufgenommen am 12.04.2014 in Walsrode (Niedersachsen).

Auch Überbehütung kann für Kinder zur Belastung werden. Sei es bei der Frage, welche Sportart gewählt oder wann gelernt wird: Viele Eltern meinen, besser als ihr Kind oder die Lehrer zu wissen, was gut für ihren Nachwuchs ist.

Eltern-AlarmMit Mama und Papa in die Uni

Studenten sitzen in einem Hörsaal der Universität Koblenz-Landau

Helikopter-Eltern, die noch während des Studiums ihrer Kinder die Fäden fest in der Hand halten, sind keine Seltenheit mehr. Doch überengagierte Eltern können ihren Kindern auch schaden, zum Beispiel bei der Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz.