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GesellschaftKulturhistoriker bemängelt fehlende Auseinandersetzung mit Geschichte

Eine Büste des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)
Schon Goethe wusste, dass die schnelllebige Kommunikation nachteilig ist, meint Manfred Osten. (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)

Der Kulturhistoriker Manfred Osten mahnt eine stärkere Auseinandersetzung mit historischen Zusammenhängen an. Es würden kaum noch geschichtliche Bezüge hergestellt. So würden die Menschen zu "gedächtnislosen Legionären des Augenblicks", sagte er im Deutschlandfunk.

Man würde sich heute bereits als Historiker verstehen, wenn man die Tageszeitung von gestern gelesen habe.

"Wir begreifen Bildung heute als beschleunigten Erwerb von Zukunftskompetenz", so Osten. Johann Wolfgang von Goethe habe bereits vor 200 Jahren vor solchen Entwicklungen gewarnt.

In der beschleunigten Kommunikation nach der industriellen Revolution habe Goethe ein ungeheures Problem gesehen, sagte der Publizist und Kulturhistoriker. Bereits 1825 habe Goethe gesagt: "Haben wir doch schon Zeitungen für alle Tageszeiten - und so wird alles, was einer denkt und tut ins Öffentliche geschleppt und keiner darf sich mehr freuen oder leiden als zum Zeitvertreib der anderen."