• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 06:10 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteHintergrundGespaltene Anden-Republik09.08.2008

Gespaltene Anden-Republik

Bolivien vor dem Referendum

In Bolivien liefern sich die linksgerichtete Regierung von Evo Morales und die konservative Opposition seit Monaten einen Krieg der Volksabstimmungen. Seit der Wahl von Morales zum ersten Indio-Präsidenten des Landes trifft sein Ziel eines ethnisch ausgerichteten Sozialismus auf erbitterten Widerstand. Nun darf das Volk Boliviens entscheiden: Soll Evo Morales, der erste indianische Präsident Boliviens, gehen oder soll er weitermachen.

Von Thomas Guthmann und Simón Ramírez Voltaire

Das Volk Boliviens entscheidet über seine Präsidentschaft: Evo Morales. (AP)
Das Volk Boliviens entscheidet über seine Präsidentschaft: Evo Morales. (AP)

"Wir haben keine Angst!" ruft die Menge auf einer Kundgebung in der bolivianischen Großstadt Santa Cruz de la Sierra. Branco Marincovic, Präsident des Zivilen Komitees Pro Santa Cruz und Anführer der cruzeñischen Autonomie-Bewegung, schwört seine Anhänger gegen Evo Morales ein.

Wenn es nach Leuten wie Marincovic geht, muss "Evo" - den alle Bolivianer beim Vornamen nennen - morgen abtreten. Am 10. August findet in Bolivien eine Volksabstimmung der besonderen Art statt: Die Bürger sollen darüber entscheiden, ob der erste indianische Präsident Boliviens gehen, oder ob er weitermachen soll.

Im Tiefland-Departement Santa Cruz im Osten des Landes ist die Ablehnung des Präsidenten weit verbreitet. Nach der Regierungsübernahme des Sozialisten indianischer Prägung ist hier eine Bewegung entstanden, die für das Department mehr Autonomie vom linken Zentralismus erkämpfen möchte. Man denkt hier anders als im fernen, in den Anden gelegenen La Paz und ist stolz auf die eigene Identität - wie man auf den Versammlungen zur Autonomie immer wieder zu hören bekommt:

"Wir kämpfen für unsere Freiheit als Cambas und für die Zukunft unserer Kinder. Die Regierung taugt überhaupt nicht für uns. Sie interessiert sich nur für einen Teil des Landes, für ihren Bereich in den Anden. Deshalb kämpfen wir für unsere Autonomie als Cruzeños."

Die überzeugten Cruzeños nennen sich "Cambas" und treten lautstark für die Autonomie des Departments ein. Sie sehen sich selbst als rebellischen Menschenschlag, als Machotyp mit Unternehmergeist. Regeln, ganz besonders wenn sie vom Regierungssitz aus La Paz kommen, lässt sich der "Camba" nicht gerne aufzwingen.

Das im Osten Boliviens gelegene Santa Cruz de la Sierra ist nicht nur geografisch weit weg von La Paz. Die Metropole im bolivianischen Tiefland, Zentrum des Agrar- und Rohstoffhandels an der Grenze zu Brasilien, unterscheidet sich auch in ihrem Erscheinungsbild von den Städten im Hochland.

Entlang der Einfallstraßen ins Stadtzentrum reihen sich Geschäfte für Landmaschinen aneinander und verkaufen riesige Mähdrescher. High-Tech-Traktoren, die in einem Andendorf im Hochland wie UFOs wirken würden. Im Stadtzentrum zeigen die durch den lokalen Boom reich gewordenen Cambas mit protzigen Gebäuden und Nobeljeeps ihren Reichtum. Am Flughafen Viru Viru, der größte Boliviens, kommen täglich Flüge aus Miami, Rio de Janeiro und Madrid an. Die Cruzeños sind mit der ganzen Welt vernetzt. Santa Cruz de la Sierra wirkt auf den ersten Blick wie eine westliche Metropole, wie man sie an vielen Orten der Welt finden kann. Von indigenen Einflüssen, wie in den Anden, ist hier nicht viel zu spüren. Dem Hochland fühlt man sich fremd.

Zu den kulturellen Unterschieden kommen handfeste wirtschaftliche Argumente für die Autonomie. Santa Cruz ist heute die Boomregion Boliviens. 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden dort erwirtschaftet - vor allem mit Landwirtschaft und dem Verkauf von Erdöl- und Erdgaserträgen. 34 Prozent aller bolivianischen Exporte kommen von hier. Der größte Teil der Öl- und Erdgasreichtümer liegt im Südosten Boliviens. Die meisten Öl-Konzerne haben in der Hauptstadt Santa Cruz de la Sierra ihren Sitz. Über diese Reichtümer will das Departement in Zukunft gerne selbst bestimmen.

Auf den öffentlichen Plätzen diskutieren die Cruzeños bei tropischen Temperaturen über die Autonomie und schimpfen auf das Hochland. Fast jedes Wochenende gibt es Großveranstaltungen zu denen Tausende mit grün-weißen Fahnen ziehen. Im vergangenen Dezember präsentierte das Zivile Komitee Pro Santa Cruz Autonomie-Statute.

Anfang Mai stimmten 85 Prozent der Cruzeños in einer Volksbefragung für diese Statute, die dem Department mehr Unabhängigkeit von der Zentralregierung in La Paz garantieren sollen. Viele erhoffen sich Vorteile von der Autonomie, weil dann die eigenen Reichtümer und Ressourcen nicht mehr mit dem ärmeren Hochland geteilt werden müssten. Befürworter der Autonomie, wie der Wortführer der größten Oppositionspartei Boliviens PODEMOS, Oscar Ortíz, pochen auf die cruzeñische Identität und prangern den Jahrhunderte alten Zentralismus in La Paz an.

"Der Zentralismus hat dafür gesorgt, dass sich die einzelnen Regionen von Bolivien ausgeschlossen fühlen. Der Zentralismus hat alles konzentriert, vor allem die Macht über die natürlichen Ressourcen. Er hat immer versucht, von oben bis in die Lokalpolitik die Entwicklung zu bestimmen. Heute zeigt sich, dass dies nicht der Realität entspricht. Die Zentrale in La Paz kennt sich zu wenig mit den Besonderheiten jeder Region aus."

Mehr Autonomie für Santa Cruz - ein Slogan, der für viele in Santa Cruz selbstverständlich ist. Trotzdem weisen cruzeñische Politiker den Vorwurf des Separatismus weit von sich.

Die Statute, deren Anerkennung Santa Cruz von La Paz jetzt einfordert, sind dennoch weitreichend: Es geht um Autonomie in der Justiz, den Finanzen, dem Schulwesen und der Polizei - alle Kernbereiche des Staates sind betroffen. Besonders umstritten ist der Plan, dass der künftige Gouverneur Landtitel vergeben darf und das Department volle Eigenständigkeit in den Bereichen Land und Bodenschätze haben soll. Diese klassischerweise dem Zentralstaat zufallenden Hoheitskompetenzen abzugeben, ist für La Paz naturgemäß inakzeptabel. Mit einem solch radikalen Anliegen ist die Konfrontation vorprogrammiert.

Bisher steht die Autonomie nur auf dem Papier. Weil die aktuelle Verfassung keine regionale Autonomie vorsieht, bewegen die Cruzeños sich am Rande der Legalität, so Roberto Aguilar. Er ist Vize-Präsident der Verfassunggebenden Versammlung:

"Die Autonomie-Institutionen haben bisher noch keine eigenen Entscheidungen getroffen. Santa Cruz weiß, dass in dem Moment in dem sie zum Beispiel Gesetze erlassen und anwenden wollen, sie die Verfassung verletzen. Damit wären sie Aufständische. Das Verfassungsgericht müsste diese Entscheidungen für unrechtmäßig erklären. Sie wissen: Ohne eine neue Verfassung können sie auch ihre Autonomie nicht umsetzen."

Die Erneuerung der Verfassung - ein Vorschlag von Evo Morales - wurde von der eigens dafür einberufenen Verfassunggebenden Versammlung vergangenes Jahr ausgearbeitet. Doch der im Dezember 2007 verabschiedete Verfassungsentwurf, der auch mehr Autonomie für die Regionen vorsieht, wird von den Autonomiebefürwortern vehement abgelehnt.

Er sei zu einseitig und repräsentiere nur die Indígenas im Hochland, so die Opposition. Mit dieser Haltung wurde Santa Cruz zum Vorreiter der Autonomie-Bewegung und steckte die Nachbardepartments mit diesem Gedanken an. Dort gibt es inzwischen ebenfalls starke Autonomiebestrebungen. Im Mai und Juni haben die Departments Beni, Pando und Tarija in eigenen Volksbefragungen ebenfalls für Autonomie gestimmt. Tiefland und Hochland, so scheint es, driften politisch immer weiter auseinander.

Eine Reise mit dem Jeep vom tropischen Tiefland nach La Paz dauert fünfzehn Stunden. Das Hochland ist das traditionelle Zentrum Boliviens. Der Altiplano ist eine Hochebene zwischen den Andenkordilleren, die sich im Westen des Landes von der Grenze Argentiniens bis nach Peru erstreckt. Dort liegt der Titicacasee, höchster Binnensee der Welt und spirituelles Zentrum des alten Inkareiches. Ungefähr eine Autostunde davon entfernt, beginnt die Großstadt El Alto - am Rande von La Paz.

In El Alto leben eine Million Menschen. Ein Häusermeer erstreckt sich auf 4100 Höhenmetern vom Rande des Talkessels von La Paz in die Weiten des Altiplano dem Titicacasee entgegen. Einst war El Alto eine Slum-Siedlung indigener Migranten vom Land, die nach La Paz kamen, um als Hausangestellte, Taxifahrer, Straßenhändlerinnen und Hilfsarbeiter ein Auskommen zu finden.

Heute ist El Alto eine Boomtown ohne Charme: Kein Café, kein Platz, keine Shoppingmall laden zum Verweilen ein. Hunderte Kleinbusse verstopfen die Avenidas - Sammeltaxis, die die Menschen nach La Paz, in ihre Wohnsiedlungen oder in angrenzende Regionen bringen.

Ist Santa Cruz de la Sierra die quirlige Metropole der "Cambas", dominieren hier die "Kollas" das Stadtbild, die Hochlandbewohner: die Volksgruppen Aymara und Ketschua bilden knapp die Hälfte der Bevölkerung Boliviens:

"El Alto hat die indigene Kultur des ländlichen Altiplano aufgesaugt. Deswegen ist nicht nur die ländliche Region indigen, sondern El Alto ist indigen. In El Alto verschmelzen das traditionelle Leben auf dem Land und der urbane Raum. Hier findet die moderne indigene Kultur ihren starken Ausdruck. El Alto ist die wichtigste andine Siedlung. Für mich ist es die Hauptstadt der indigenen andinen Welt."

Wie alle Alteños ist auch die Familie von Regisseur und Künstler Ivan Nogales aus einem kleinen Dorf nach El Alto gezogen. Wie er haben die meisten in El Alto indigene Wurzeln und wie er identifizieren sich die meisten hier mit der Regierung von Evo Morales. Von Kritik, wie in Santa Cruz, ist hier nicht viel zu spüren.

"Wir sind glücklich, dass wir endlich eine Regierung haben, die für uns wie ein Spiegel ist, in den wir schauen und dann merken, dass sie uns ähnelt. Noch nie gab es so etwas. Wir sehen die Regierung und erkennen uns in ihr. Für mich gibt es zwar auch einige Sachen, die mir nicht gefallen, aber ich sehe diese Regierung in einem sehr weiten Kontext in der gegenwärtigen Geschichte und in diesem Moment identifizieren wir uns damit. Schließlich werden die, die immer unter den Teppich gekehrt wurden, die Unterdrückten, endlich repräsentiert."

Über Jahrhunderte waren die Unterdrückten in Bolivien die Indigenen. Zuerst wurden sie von den Spaniern unterworfen und nach der Ausrufung der Republik 1825 von der weißen Oberschicht ausgebeutet. Jahrhundertelang waren sie es, die in den Minen schufteten und den Bergen der Anden die Reichtümer entrissen, die dann in die heutigen Industrieländer flossen.

Überleben konnten sie nur in der Gemeinschaft. Dabei half ihnen die traditionelle Organisationsform ihrer Vorfahren - geprägt von Prinzipien der andinen Kultur. Im Zentrum steht die Gemeinschaft aus Familien und Dörfern, der Ayllu, die auf dem Fundament gegenseitiger Hilfe basiert.

Bis heute ist die dörfliche Gemeinde der wichtigste Bezugspunkt der Menschen auf dem Altiplano - auch in der Kolla-Metropole El Alto ist das Leben entlang der Vorstellung von Gemeinschaft organisiert. Jeder Stadtteil hat seinen Bezug zu der Gemeinde, aus der die Menschen hergezogen sind und die Nachbarschaftskomitees bilden in der Stadt eine wichtige Organisation. Die Prinzipien der Organisation der Indigenen aus dem Hochland will die Regierungspartei MAS zur Staatsräson machen. In allen Departments des Hochlands - La Paz, Potosí und Oruro - findet diese Idee großen Anklang. So auch bei Alberto Aguilar, Präfekt von Oruro, der wie Evo Morales zur MAS gehört:

"Wir wollen die vollständige Teilhabe fördern. Deshalb legen wir der Politik viele Dinge zugrunde, die schon immer in der indigenen Kultur gültig waren, im Leben in der Dorfgemeinschaft. Als Präfekt versuche ich, mich wie eine indigene Autorität zu verhalten und die Gemeinden in die Entscheidungen einzubeziehen. Unsere Politik baut auf den indigenen Organisationsformen auf. In der neuen Verfassung gibt es deshalb die indigene Autonomie."

Die Partei von Evo Morales gründet sich auf diese Prinzipien. Sie entstand aus den Basisbewegungen der indigenen Bevölkerung und wurde 2005 mit 54 Prozent gewählt. Durch die Verstaatlichung der Rohstoffe sollten die Armen und Unterdrückten endlich vom Reichtum des Landes profitieren und die indigenen Bevölkerungsgruppen anerkannt werden. Zudem sollte die Landfrage gelöst werden. Um das zu erreichen verkündete Evo Morales bei seinem Regierungsantritt den Wandel, den Cambio, für das Land und berief eine Verfassunggebende Versammlung ein.

Eine Magna Charta sollte Bolivien ein neues Fundament geben: Im Zentrum des Staates, seiner Organe und seiner Symbole soll fortan die indigene Kultur stehen. Das Leben in der Gemeinschaft wird zur Grundlage des neuen Staates. Die geplante Verfassung bedeutet für die indigene Bevölkerung die Wiederherstellung des Rechts, das ihnen fünf Jahrhunderte verwehrt blieb.

Gegen die Politik des Cambio regte sich bald der Widerstand der Unternehmer in Santa Cruz. Gelang es dem Präsidenten zunächst dennoch die teilweise Verstaatlichung der Erdgas- und Ölvorkommen umzusetzen, geriet die Ausarbeitung der neuen Verfassung vergangenes Jahr ins Stocken. Die Opposition blockierte die Verfassung und warf Evo Morales vor, einen Sozialismus á la Venezuela einzuführen. Oscar Ortíz von PODEMOS:

"Die Regierung in La Paz will alle Macht konzentrieren. Sie folgen damit dem Modell von Hugo Chávez in Venezuela. Dieses Modell konzentriert die ganze Macht in den Händen des Präsidenten und einer Einheitspartei. Das ist, wohin die Regierung gelangen möchte."

Das Regierungslager hingegen wirft der Opposition vor, den alten Status Quo beibehalten zu wollen und den Indigenen ihre Rechte nicht zuzugestehen. Julio Prado, politischer Berater von Evo Morales:

"500 Jahre war das Indigene aus der Nation ausgeklammert. Sie waren von der Bildung ausgeschlossen, hatten keinen Zugang zum Gesundheitswesen. Die Marginalisierung des Indigenen war systematisch und so waren die Entfaltungsmöglichkeiten von Bolivianern indigener Herkunft sehr beschränkt."

Für Prado wird die Autonomiebewegung von der alten Oligarchie des Landes dominiert, die nach dem Verlust ihrer Macht in La Paz versuche, ihren Einfluss über die Tiefland-Departments zu reorganisieren. Die Autonomiebewegung stehe völlig unter ihrer Kontrolle:

"Die Autonomiebewegung wird von einer Klasse kontrolliert, die von der Korruption und dem Geschäft mit dem Staat lebte. Mit dem Verlust der Macht in La Paz haben sie auch die Fähigkeit verloren, diesen Staat auszuplündern."

In der Tat sind wichtige Akteure des Zivilen Komitees Pro Santa Cruz Großgrundbesitzer, so auch dessen Präsident Branco Marincovic. Es handelt sich entweder um traditionelle oligarchische Familien, oder um Familien, die mit zum Teil illegalen Landaneignungen das große Geld machten. Über 150.000 Hektar Land soll Marincovics Familie in Santa Cruz heute besitzen. Dies prangert die Regierung an, und will eine Landreform durchsetzen. Der Kampf gegen Morales ist nicht zuletzt ein Kampf gegen dieses Vorhaben, das solche Zustände beenden soll.

Die weiße Oberschicht hat es geschafft mit der Autonomiefrage einen erheblichen Teil der Bevölkerung im wirtschaftlich wichtigsten Department hinter sich zu vereinen. Und die Regierung Morales tut sich schwer, darauf eine Antwort zu finden.

Bei der Umsetzung des historischen Wandels fehlt, so wird immer deutlicher, Evo Morales das Gespür, auch andere Teile der Gesellschaft einzubinden. Innerhalb der Regierung wird man sich des Problems langsam bewusst, wie der ehemalige Vize-Innenminister und enge Vertraute von Evo Morales, Rafael Puente, deutlich macht:

"Das größte Defizit der Regierung ist die Unfähigkeit, die Problematik und die Kultur des Tieflandes zu verstehen. Das ist auch verständlich, weil die politische Erfahrung des Widerstands gegen alte Strukturen in den Anden und insbesondere in den Aymara-Gebieten gemacht wurde. Und Evo Morales ist eben auch ein Aymara. Also kann man verstehen, dass der ganze Prozess des Wandels und die Regierungsführung durch den kulturellen Stempel der Anden geprägt ist. Das macht es der Regierung schwer, zu verstehen, was im Tiefland passiert."

Eine Lösung des Konflikts scheint momentan nur sehr schwer vorstellbar. Vieles hängt von dem Referendum am 10. August ab. Carlos Mesa, der Übergangspräsident vor Evo Morales hofft, dass die beiden Parteien nach dem Referendum den Versuch unternehmen werden zusammenzukommen:

"Die Regierung Evo Morales glaubt, dass die Revolution auf einen starken zentralisierten Staat aufbaut, der an die indigenen Gebieten eigene Befugnisse verteilt. Der Zentralstaat kann aber so nicht weiterbestehen. Auf der anderen Seite ignorieren die Departments, die Autonomie wollen, den radikalen Wandel, den die Indigenen ausgelöst haben - mit Evo Morales an der Spitze. Sie weigern sich, diese Realität anzuerkennen. Wir sind in einer absurden Situation: Beide Seiten sind ein Teil der tiefgreifenden Veränderung - und beide verweigern der anderen Seite die Anerkennung. Beides muss aber zusammen kommen. Sie müssen erkennen, dass sie beide Akteure des Wandels sind."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk