Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

GesundheitBereits geringe Mengen Alkohol steigern das Sterberisiko

Der Schatten einer Frau, die nachdenklich vor einem Glas Wein sitzt, (picture alliance )
Nach den Richtwerten ist ein Glas Wein pro Tag für Frauen bereits deutlich zu viel. (picture alliance )

Die Richtwerte für den Konsum von Alkohol sind in vielen Ländern zu hoch.

Das ist das Ergebnis einer großen Übersichtsstudie, die im Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht wurde. Ein internationales Forscherteam hatte die Ergebnisse aus mehr als 80 Einzelstudien analysiert. Demnach reicht bereits der Konsum von mehr als 100 Gramm reinem Alkohol pro Woche, um die Gefahr zu erhöhen, Herz-Kreislauferkrankungen zu entwickeln und vorzeitig zu sterben. 100 Gramm entsprechen etwa fünfeinhalb Gläsern Wein oder 2,5 Litern Bier.

In vielen Ländern liegt der wöchentliche Richtwert deutlich höher - in den USA zum Beispiel bei 196 Gramm für Männer und 98 Gramm für Frauen. In Deutschland gelten momentan 140 Gramm für Männer und 70 Gramm für Frauen als tolerierbar. Deutsche Experten fordern jetzt eine Korrektur. Laut dem Jahrbuch Sucht trinken Bundesbürger im Schnitt pro Woche 165 Gramm Alkohol.

Dr. Cornelia Lange, Leiterin des Fachgebietes Gesundheitsverhalten am Robert Koch Institut, bezeichnete die Studie als sehr stichhaltig und empfahl eine Prüfung der bisherigen Schwellenwerte auch durch weitere Untersuchungen. Sie sagte dem Deutschlandfunk, dass dabei vor allem der Unterschied zwischen Männern und Frauen noch genauer beleuchtet werden sollte. Lange plädierte zudem dafür, zum Beispiel auf Wein- und Bierflaschen kenntlich zu machen, wie viel Gramm reinen Alkohol man beim Trinken zu sich nehme.

Das vollständige Interview können Sie in der Sendung "Forschung aktuell" hören und hier nachlesen.

Diese Nachricht wurde am 15.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.