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StartseiteUmwelt und VerbraucherWer viel putzt, stirbt früher01.09.2017

GesundheitWer viel putzt, stirbt früher

Durch regelmäßiges Putzen steigt das Sterberisiko - das ist das Ergebnis einer Studie der Uni Brüssel. Nicht nur für Reinigungskräften ist das eine schlechte Nachricht - putzen im Privathaushalt ist offenbar noch gefährlicher. Wer ein paar Tipps befolgt, kann die Risiken jedoch verringern.

Von Andreas Meyer-Feist

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Eine Frau putzt ein Badezimmer. (Imago / Westend61)
Handschuhe beim Putzen zu tragen, ist laut den Brüsseler Forschern schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. (Imago / Westend61)
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Sicherheit Neue Gefahrenkennzeichen für Putzmittel

Diese Studie rüttelt das Reinigungsgewerbe in ganz Europa auf: Bei männlichen Reinigungskräften steige das Sterberisiko um 45 Prozent. Diese Studie rüttelt das Reinigungsgewerbe in ganz Europa auf: Bei männlichen Reinigungskräften steige das Sterberisiko um 45 Prozent im Vergleich zu Büroangestellten. Diese Studie rüttelt das Reinigungsgewerbe in ganz Europa auf: Bei männlichen Reinigungskräften steige das Sterberisiko um 45 Prozent im Vergleich zu Büroangestellten.

Diese Studie rüttelt das Reinigungsgewerbe in ganz Europa auf: Bei männlichen Reinigungskräften steige das Sterberisiko um 45 Prozent im Vergleich zu Büroangestellten. Vergleich zu Büroangestellten. Bei Frauen wurde ein um 16 Prozent höheres Sterberisiko festgestellt. Die Erklärung für diese deutlichen Unterschiede: Frauen achteten offenbar besser auf Schutzmaßnahmen.

Die Brüsseler Forscherin Laura van den Borre vermutet: Im Privathaushalt sind die Risiken noch größer, weil dort Reinigungsmittel oft bedenkenlos eingesetzt werden. Die größten Gefahren: Lungen, Herz- und Kreislaufkrankheiten bis hin zu Krebs.

Handschuhen, Schutzbrille und Maske

Der Rat der Brüsseler Wissenschaftler: Putzen mit Handschuhen, Schutzbrille und Maske - auch zuhause, je nachdem, welche Reiniger verwendet werden und welche Gefahrstoff-Symbole auf den Verpackungen erscheinen.

Backofenreiniger sollten zum Beispiel nie ohne Handschuhe benutzt werden, weil das darin enthaltene Ätznatron auch die Fettpartikel in der menschlichen Hornhautschicht schädigen könnte.

Besonders riskant: Die bedenkenlose Kombination verschiedener Mittel, die einzeln ungefährlich sein können, aber zusammen eingesetzt hoch riskante Mischungen erzeugen. Beispiel: Chlorreiniger für die Toilette und Entkalker für die Kacheln. In der Kombination kann Chlorgas entstehen und die Lungenbläschen verkleben.

Gesundheitsrisiken offenbar schwer zu kalkulieren

Rund 60.000 Haushaltreiniger sind nach Angaben der EU-Kommission EU-weit auf dem Markt und offiziell zugelassen. Aber die Gesundheitsrisiken sind offenbar schwer zu kalkulieren. Ein Problem für die Brüsseler Forscher: EU-weit gibt es kaum detaillierte Studien, die klären, was die vielen Reiniger mit der Gesundheit machen, wenn sie falsch eingesetzt werden oder wenn mehrere Produkte auf einmal benutzt werden.

Die Verbindung aus biologischen und chemischen Mitteln könnte langfristig aber zu einer tödlichen Mischung werden.

"Es ist möglich, dass die falsche Kombination eine Erklärung für das höhere Sterberisiko ist", erklärt die belgische Forscherin an der Freien Universität Brüssel in ihrer aufsehenerregenden Studie Laura Van den Borre: "Man muss sich der Gefahren beim Putzen bewusst sein. Der Chemie allein die Schuld zu geben oder einzelnen Mitteln, wäre aber nicht richtig. Professionelle Reinigungskräfte sind aber meistens besser geschult, für Menschen, die privat Wohnungen putzen gilt das nicht unbedingt. Sie machen sich über Risiken oft weniger Gedanken".

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