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StartseiteVerbrauchertippVom billigen Folien-Tunnel bis zum Luxus-Haus19.07.2017

GewächshäuserVom billigen Folien-Tunnel bis zum Luxus-Haus

Kiwis und Orangen aus dem eigenen Garten sind hierzulande eher selten: Es ist schlichtweg zu kalt. Mit einem Gewächshaus ist der Anbau trotzdem möglich. Die billigste Varianten aus Discounter sind schon ab 20 Euro zu haben. Was man beim Kauf und Aufbau beachten muss.

Von Viola Gräfenstein

Ein kleines Gewächshaus aus Glas steht in einem Hinterhof. (imago / Mareen Fischinger)
Gewächshäuser gibt es schon ab 20 Euro aus Folie. Exemplare aus Glas sind teurer aber auch solider. (imago / Mareen Fischinger)
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Dennis Wayne Jones liebt seinen Garten. Als Rentner hat er sich endlich den Traum von einem eigenen, großen Glasgewächshaus in seinem 1000 Quadratmeter großen Garten erfüllt. Dabei hat er auf ein paar Dinge geachtet.

"Es muss schön sein, weil meine Frau ist ziemlich pingelig. Es muss mindestens zwanzig Jahre halten."

In seinem 16 Quadratmeter großen Gewächshaus aus Glas wachsen mittlerweile Tomaten, eine Kiwi und Begonien. Für den Bau des Gewächshauses und das Gießen des Fundaments hat Dennis Wayne Jones fast drei Wochen gebraucht. Insgesamt hat er dafür 5000 Euro bezahlt.

"Das sind die teuersten Tomaten der Welt."

Es geht aber auch ganz billig. Beim Discounter gibt es eine Gewächshausvariante schon für 20 Euro, doch von diesen Billigangeboten rät der Garten- und Landschaftsbauer, Tim Averdiek aus Langenfeld ab.

Folie, Plastik oder Glas?

"Das einfache Gewächshaus vom Discounter für 20 Euro, wo einfach eine Gewächshausfolie verwendet wird, so eine Art Folientunnel, der beim nächsten Wind das Weite sucht. Oder man geht einen Schritt weiter, nimmt eine solide Konstruktion aus Metall. Es gibt einmal die besseren mit Doppelstegplatten, das ist aus Plastik und dann gibt es die noch besseren mit Glas, die sind nochmal solider. Wenn man was Gutes haben will, dann ist man mit Glas ganz gut beraten." 

Und dabei sollte man auch darauf achten, dass das Gewächshaus nicht zu groß wird, damit es den Nachbarn nicht stört. Was erlaubt ist, steht in der jeweiligen Bauordnung des Landes.

Für Nordrhein-Westfalen gilt beispielsweise: "Es ist fast genehmigungsfrei, außer man kommt über eine gewisse Kubikzahl hinaus oder Quadratmeterzahl. Oft wurde von 24 Quadratmetern gesprochen oder bis zu 30 Kubikmetern. Das hängt auch mit der Nutzung zusammen."

In Nordrhein-Westfalen sind beispielsweise bis zu 3 Meter hohe und 30 Kubikmeter große Gewächshäuser an der Grundstücksgrenze ohne Baugenehmigung erlaubt. Wer zur Miete wohnt, muss den Garten übrigens bei Auszug wieder in den alten Zustand bringen. Im Zweifelsfall muss das Gewächshaus dann auch wieder abgebaut werden.

Der richtige Standort und die richtige Bewässerung

Für den Anbau von Pflanzen selber ist fast alles möglich, weiß Tim Averdiek.

"Oft wird es auch im Winter verwendet, um Oleanderpalmen reinzuschieben, um sie gut durch den Winter zu bringen."

Für die Pflanzen ist außerdem für die Sonneneinstrahlung wichtig. Denn zum Beispiel für Tomaten macht die Nordseite keinen Sinn. Die Nachtschattengewächse brauchen tagsüber viel Sonne. Aber auch die richtige Düngung, Belüftung und Bewässerung sind wichtig, damit sich die Pflanzen in einem Gewächshaus gut entwickeln und halten können. Für Hobbygärtner oder Berufstätige, die mehr Luxus mögen, ist eine elektronische Anlage praktisch.

"Da kann man sich natürlich auch definitiv eine Bewässerungsanlage zu Hilfe holen, die einen Feuchtemesser hat. Und dann kann man das so ein bisschen auch autark betreiben. Man ist ja auch berufstätig und kann nicht dreimal täglich Wasser hingeben. Mit dem richtigen Substrat und der dementsprechenden Bewässerung kann man alles einstellen, um den Pflanzen auch möglichst viel zu bieten."

Dennis Wayne Jones hat es sogar geschafft, in seinem Gewächshaus eine seltene Kaktee nachts zum Erblühen zu bringen. Die sogenannte Königin der Nacht blüht nur einmal im Jahr und verströmt einen betörenden Vanilleduft. Auch wenn die weiße, tellergroße Blüte nur kurz zu sehen war, ist es der ganze Stolz des Hobbygärtners.

"Die leben für eine Nacht, dann ist die Blüte tot. Der Kaktus ist da fürs nächste Jahr."

Doch mit viel Glück und bei guter Pflege wird seine Kaktee auch im folgenden Jahr erneut eine Blüte hervorbringen.

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