• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 01:10 Uhr Hintergrund
StartseiteGesichter EuropasLuxemburg geht neue Wege 06.12.2014

Gewinn und GewissenLuxemburg geht neue Wege

Luxemburg, im Herzen Westeuropas gelegen, macht immer wieder Schlagzeilen als Geldversteck und Steueroase. Auf dem "Financial Secrecy Index" des Tax Justice Network rangiert das Großherzogtum noch immer auf Platz 2 - gleich hinter der Schweiz. Bei Offshore-Finanzen stieg der Kleinstaat zum Global Player auf.

Von Tom Schimmeck

Die Burg Lucilinburhuc befindet sich in einer Höhe von rund 282 m auf dem so genannten „Bockfelsen, den Graf Siegfried 963 erwarb. Darunter die Teilansicht der Kasematten. Im Hintergrund der Kirchberg mit seiner Skyline. Die Burg wird in einer Urkunde erwähnt, welche den Tausch zwischen dem Ardennergraf Siegfried und dem Kloster St. Maximin in Trier aus dem Jahre 963 dokumentiert. Aus dem Besitz des Klosters erhält der Graf den Bockfelsen gegen Ländereien in Feulen. (picture-alliance / dpa / Klaus Nowottnick)
Täglich pendeln an die 160.000 Menschen aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Deutschland zur Arbeit nach Luxemburg. (picture-alliance / dpa / Klaus Nowottnick)

Banken aus aller Welt horten in ihren Luxemburger Filialen über 700 Milliarden Euro. Zudem ist das Großherzogtum mit gerade einmal 550.000 Einwohnern - etwa der Einwohnerzahl von Bremen - der wichtigste Platz für Investmentfonds in Europa - Marktanteil: gut 26 Prozent.

Amerikanische Konzerne wie Amazon, Ebay, Skype, Apple siedeln hier ihre Holdings an, um auf großen Märkten wie Deutschland oder England Steuern zu sparen. Luxemburg, einst durch Eisen und Stahl zu Wohlstand gekommen, lebt blendend von seiner Sonderrolle. Das Durchschnittsvermögen ist das höchste in Europa. Täglich pendeln an die 160.000 Menschen aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Deutschland zur Arbeit nach Luxemburg.

Doch 2015 soll auch hier das Bankgeheimnis fallen. Viele Nachbarn wollen die Steuertricks der Konzerne nicht mehr dulden. Bereits Ende 2013 endete die jahrzehntelange Herrschaft der Christlich-Demokratischen Volkspartei (CSV) unter Dauer-Premier Jean-Claude Juncker. Eine Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen spricht viel von Verantwortung, Transparenz und Ethik. Und sucht nun nach neuen Wegen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk