Freistil / Archiv /

Giftpfeile aus dem Hinterhalt

Die Kunst der Intrige

Von Stephanie Rapp und Käthe Jowanowitsch

Intrigen wird es wohl immer geben
Intrigen wird es wohl immer geben (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)

Die Geschichte der menschlichen Zivilisation ist voll von Intrigen. Beispiele für Intrigen in der Literatur gibt es viele: von der biblischen Geschichte des Bruderzwistes zwischen Jakob und Esau über das Trojanische Pferd in Homers "Odyssee", Schillers "Kabale und Liebe", Choderlos de Laclos "Gefährliche Liebschaften" bis zu Frederic Forsythes "Der Schakal".

Immer hat die Intrige den Zweck, andere zu schädigen und die eigene Position zu verbessern - sei es im Alltag, in der Liebe, im Beruf. Dabei bedient sie sich der unterschiedlichsten Mittel: Verkleidung und Verstellung, Gerücht und üble Nachrede, Betrug, Verrat, Bestechung, Spionage.

Intrige ist auch ein Mittel der Politik. Machiavellis "Il Principe" ist ein Handbuch der politischen Intrige und Pflichtlektüre moderner Machtmenschen. Wie ist die Intrige moralisch einzuordnen?

Wo genau verläuft die Grenze zwischen List und Hinterlist? Kann der Zweck die Mittel heiligen? Ist eine Intrige gegen Diktatoren legitim? Und was ist dran an dem Vorurteil, dass Frauen intriganter sind als Männer?


Regie: Rolf Mayer
DLF 2008

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Freistil

PopkulturDie Wiederholung in den Künsten

Andy Warhols Seriendruck von Marilyn Monroe mit orangefarbenen Hintergrund.

"Falls Gott nicht die Wiederholung gewollt hätte, so wäre die Welt niemals entstanden", schrieb der Philosoph Sören Kierkegaard. Heute sagt der DJ, Musiker und Schriftsteller Thomas Meinecke: "Wiederholung ist das zentrale Phänomen der Popkultur."

SehnsuchtAnatomie eines unstillbaren Gefühls

Eine Hand schreibt mit einer Schreibfeder in altertümlicher Schrift in ein Heft.

Unerreichbar weit weg und gleichzeitig ganz nah im Herzen regiert die Sehnsucht. Der Philosoph Friedrich Schleiermacher sah in ihr den Urquell des religiösen Gefühls. Dichter und Musiker sprechen von ihr als Motor ihrer schöpferischen Arbeit. Richard Wagner nannte sie eine "unendliche Melodie".

Sex in RusslandZwischen Prüderie und Porno

Das Protestplakat gegen Homophobie in Russland zeigt eine Begrüßungsszene zwischen Präsident Wladimir Putin und dem Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill.

In russischen Schulen gibt es so gut wie keine Sexualaufklärung. Im dritten Jahrtausend ist Russland auf dem Weg zurück zur Prüderie der Sowjetunion. Offiziell gab es zu sozialistischen Zeiten weder Prostitution noch Pornografie noch Sexshops. Dann zerbrach die UdSSR und die Menschen wurden offener.