• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
Seit 07:56 Uhr Sport
StartseiteWissenschaft im BrennpunktDer Crash der schwarzen Löcher14.02.2016

GravitstionswellenDer Crash der schwarzen Löcher

Von Frank Grotelüschen

Hören

1,3 Milliarden Lichtjahre entfernt, weit weg von unserer Galaxie, der Milchstraße. Seit Millionen Jahren schon haben sich die beiden Schwarzen Löcher umkreist, haben sich belauert wie zwei abwartende Kämpfer. Immer schneller wird ihr Tanz, immer näher kommen sich die Kontrahenten. Bruce Allen, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Hannover:

"Irgendwann umkreisten sich die beiden mit einer Geschwindigkeit von 17 Umläufen pro Sekunde. Dann, innerhalb von einer fünftel Sekunde, beschleunigte sich das auf eine Geschwindigkeit von 75 Umläufen. Dabei kamen sich die beiden schwarzen Löcher immer näher – bis sie nur noch wenige hundert Kilometer voneinander entfernt waren."

Einer der energiereichsten Prozesse, die Menschen je beobachtet haben

Die Konfrontation ist unausweichlich. Der Kampf: kurz, aber gewaltig.

"Als sich die beiden schwarzen Löcher bis auf etwa 200 Kilometer genähert hatten, fingen sie an, miteinander zu verschmelzen. Das war der Punkt, an dem aus zwei schwarzen Löchern eines wurde."

Der letzte Augenblick vor dem Crash, die letzte Viertelsekunde vor dem Verschmelzen – das haben die LIGO-Detektoren aufschnappen können.

"Sofort nach dem Verschmelzen beruhigte sich das neue schwarze Loch wieder. Es gab ein kurzes Nachschwingen, dann war Ruhe – wie bei einer Seifenblase, die nach dem Pusten noch kurz hin- und herschwingt. Bei unserem schwarzen Loch geschah das unfassbar schnell. Es dauerte weniger als zehn Millisekunden."

Ein heftiges Rendezvous. Einer der energiereichsten Prozesse, die Menschen je beobachtet haben.

"Das eine schwarze Loch hatte eine Masse von 29, das andere von 36 Sonnenmassen. Zusammen macht das 65 Sonnenmassen. Das neue Loch aber besitzt nur 62 Sonnenmassen. Das bedeutet: Innerhalb eines Sekundenbruchteils hat das System drei Sonnenmassen verloren, und zwar in Form von Gravitationswellen. Damit strahlte es mehr Leistung ab als alle Sterne im Universum zusammen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk