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StartseiteMarktplatzGrünpflanzen für die Gesundheit16.04.2009

Grünpflanzen für die Gesundheit

Papyrus, Ficus und Co. sollen Schadstoffe aus der Luft filtern

Pflanzen können Räume verschönern und die Stimmung verbessern, doch ihnen wird noch mehr zugetraut: Zimmerpflanzen sollen Wohngifte und Staub aus der Luft herausfiltern, die Luft befeuchten und kühlen. Also eine umweltfreundliche, im wahrsten Sinne des Wortes "grüne" Klimaanlage.

Von Susanne Kuhlmann

Zimmerpflanzen als Stimmungsaufheller. (AP)
Zimmerpflanzen als Stimmungsaufheller. (AP)

"Es gibt zum Beispiel die Echte Aloe, die hervorragend Formaldehyd herausfiltern kann. Aber generell muss man sagen: Schadstoffabbau durch Grünpflanzen - alle Studien, die in der Vergangenheit gelaufen sind, sind nicht unter praxisnahen Bedingungen erfolgt, sondern es ist immer in hermetisch abgeschlossenen Räumen untersucht worden und niemals in der wirklichen Umwelt mit Fenster auf, Tür auf, Luftbewegung, Gasaustausch... Für uns stehen die Pflanzen in der psychischen Wirkung viel mehr oben an, als der Schadstoffabbau."

Pflanzen filtern zwar Schadstoffe aus der Luft, sagt der Gärtner Jürgen Hübner. Und manche können das besser als andere. Das Ausmaß wird allerdings überschätzt.

"Ich kann sicherlich keinen kontaminierten Raum mit Pflanzen binnen kürzester Zeit so rein bekommen, dass ich sagen kann, hier ist mein grüner Quell, hier ist meine reine Bergluft. Das ist sicher unmöglich. Dafür gibt es technische Filteranlagen. Aber das ist mit reiner Pflanzenbestückung nicht möglich."

Wenn er Kunden berät, stellt Jürgen Hübner andere Faktoren in den Mittelpunkt.

"Zu 50, 55 Prozent geht die positive Wirkung von Pflanzen in Richtung Psyche. Der Rest ist die Gesundheitsförderung, die Staubbindung, die Schallreduktion, die anderen Komponenten wie auch Schadstoffabbau. Aber das ist minimal."

Pflanzen wirken entspannend. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass Menschen schwierige Situationen besser meistern, wenn sie auf Pflanzen schauen können. Patienten sollen sich dann sogar schneller von Operationen erholen. Wie viel Freude man tatsächlich am Grün im Zimmer hat, hängt allerdings von persönlichen Vorlieben ab.

"Man sollte sich Pflanzen aussuchen, die man selber haben möchte. Man sollte sich nicht davon leisten lassen: Ich muss mir unbedingt einen Papyrus hierhin setzen, damit meine Luftfeuchtigkeit ansteigt, wenn ich den Papyrus nicht mag als Pflanze, weil der diese braunen Blattspitzen hat. Und die knicken auch immer ab, diese komischen Wedel. Dann nützt mir das nichts. Dann habe ich keinen positiven Effekt, jedenfalls keinen positiven psychischen Effekt, keinen Wohlfühleffekt unter dieser Pflanze."

Die Raumluft verbessert Papyrus schon erheblich. Eine anderthalb Meter hohe Pflanze hat zum Beispiel einen Wasserbedarf von ein bis zwei Litern am Tag. 98 Prozent davon gibt sie als Feuchtigkeit wieder ab. Das ist gut für Schleimhäute und Atemwege, die bei Heizungsluft leicht austrocknen und dann anfällig für Infektionen sind.

Grünpflanzen mit viel Blattmasse sind bessere Raumbefeuchter und Staubfänger als blühende Pflanzen. Gut eignen sich zum Beispiel Philodendron und Drachenbaum oder auch der Ficus, die Birkenfeige.

"Der Ficus ist in der Innenraumbegrünung für uns eine sehr wichtige Pflanze. Sie ist sehr wachstumsfreudig, wenn sie gut platziert ist. Sie hat eine große Blattoberfläche. Ein Ficus Benjamini in einer Höhe von zwei Metern hat insgesamt eine Blattoberfläche von vier bis fünf Quadratmetern. Das ist schon einiges, was an grüner Substanz zur Verfügung steht."

Leistungsfähig sind Ficus und Co. allerdings nur, wenn sie beste Bedingungen zur Photosynthese haben, also zum Umwandeln von Lichtenergie in chemische Energie. Sie brauchen unbedingt einen Platz am Fenster, andererseits möglichst aber auch Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung.

Pflanzen in der Wohnung und im Büro sorgen für bessere Luft und bessere Laune, sagt Jürgen Hübner, Fachmann für Raumbegrünung.

"Generell kann man sich in der Botanik austoben, solange die Wachstumsfaktoren - sprich: Licht, Luft, Wärme, Wasser, Nährstoffe - solange diese Faktoren in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sind. Alles, was die Seele erfreut, die Seele streichelt ist positiv in der Innenraumbegrünung."

"Plants for People", einer Initiative, die internationale Forschungsprojekte über die positive Wirkung von Pflanzen in der Arbeitswelt sammelt und kommuniziert:

www.plants-for-people.de

Kontaktadresse in Deutschland:
Ned.Work Agentur und Verlag GmbH
Achenbachstr. 26
40237 Düsseldorf

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