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StartseiteVerbrauchertippPreisfüchse sind bei Bahntickets echt gefordert01.03.2018

Günstig BahnfahrenPreisfüchse sind bei Bahntickets echt gefordert

Standard-Tickets der Deutschen Bahn sind im Verhältnis teuer. Günstigere Tickets finden Reisende über den Sparpreisfinder auf der Homepage des Konzerns. Bei der Jagd nach Schnäppchen-Tickets sollte man nach Fahrten außerhalb von Stoßzeiten suchen.

Von Detlev Karg

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An Fahrkartenautomaten versuchen Kunden Fahrkarten zu ziehen.  (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)
Es gibt viele Wege und Angebote, um mit der Bahn von A nach B zu kommen: Da verliert man schnell den Überblick (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)
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Wirklich preiswert ist Bahnfahren nicht. Besonders teuer sind die Standard-Tickets – im Bahn-Deutsch auch "Flex-Tickets" genannt. Günstigere Fahrscheine gibt es über den Sparpreisfinder auf der Homepage der Deutschen Bahn. Doch wirklich durchsichtig finden viele Reisende die Sache mit den Schnäppchen nicht:

"Wie lange gibt es diese Tickets, wie weit im Voraus muss ich das buchen, bin ich an einen Zug gebunden oder nicht?"

"Also ich finde das mit den Normaltarifen schon ein bisschen schwer nachzuvollziehen, wie die Preise da zustandekommen."

Bei ausgewiesenen Sparpreisen gibt es eine Zugbindung. Storniert man dieses Ticket wieder, wird eine Gebühr fällig. Die Zugbindung gilt übrigens nicht, wenn der Zug ausfällt oder sich mehr als 20 Minuten verspätet. Karl-Peter Naumann, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn und gleichzeitig dessen Ehrenvorsitzender, hat für die Jagd nach günstigen Tickets ein paar spezielle Tipps parat: 

Aufgabe für Preisfüchse

"Entweder achtet man auf gezielte Sonderaktionen, wenn die Bahn eine Million 19-Euro-Tickets in den Markt gibt. Aber ansonsten ist der Sparpreisfinder eine gute Möglichkeit, nach günstigen Tickets zu suchen. Man sollte sie natürlich nicht am Freitagabend suchen oder am Sonntagnachmittag, wenn die Züge durch Wochenendpendler voll sind, und es empfiehlt sich manchmal auch, hochbelastete Strecken herauszunehmen aus der Suche und sie durch Regionalverkehr zu ersetzen." 

Das ist natürlich eine Aufgabe für echte Preisfüchse. Und wer wirklich sparen will und gegebenenfalls auch deutlich längere Reisezeiten in Kauf nimmt, kann hier durchaus punkten. Karl-Peter Naumann, der selbst ein vielreisender Bahnfahrer ist, gibt ein Beispiel aus seinen Reiseerfahrungen:

"Es war lange Zeit so, dass abends die letzte Verbindung von Berlin nach Frankfurt ein ICE war, der nur bis Kassel fuhr, und dann stieg man in Kassel um in den ICE, der von Hamburg kam. Und dann gab es häufig keine besonders günstigen Sparpreise. Wenn man aber in Kassel in den Regionalexpress umgestiegen ist, der nach Frankfurt fuhr – eine Dreiviertelstunde länger unterwegs – dann erhielt man teilweise noch sehr günstige Sparpreise."

Der Klassiker: "Bahncard 50"

Zeit auf der Reise und Zeit beim Suchen nach günstigen Tarifen muss man also mitbringen. Aber immerhin ist die Bahn auch dann meist noch schneller als viele Fernbusverbindungen, die aufgrund von Fahrerwechsel und Pausen wesentlich mehr Zeit benötigen und zudem oft unattraktive Endpunkte haben. Wer zum Beispiel mit dem Flixbus von Berlin nach Köln fahren will, braucht mindestens acht Stunden und 15 Minuten, die Fahrt endet allerdings in Leverkusen, 10 Kilometer von Köln entfernt. Bleibt noch die Frage nach der Bahncard, etwa dem Klassiker, der Bahncard 50 für die zweite Klasse. Karl-Peter Naumann: 

"Also, die Bahncard 50 lohnt sich für die Leute, die häufig flexibel fahren wollen, die vielleicht auf der Hinfahrt wissen, wann sie genau fahren, aber auf der Rückfahrt nicht, das sind Geschäftskunden, aber auch Wochenendpendler, denen es nichts nützt, wenn sie sich für die Rückfahrt festlegen und dann drei Stunden auf ihren Zug zurück warten müssen." 

Ab rund 600 Euro Jahresumsatz lohnt sich die Bahncard 50 in der zweiten Klasse, in der ersten Klasse ab rund 1.000 Euro. Die private Konkurrenz auf der Schiene ist übrigens in der Regel nicht günstiger als die Bahn. Weil in vielen Bundesländern Landestarife gelten, sind die Preise meist einheitlich. Je nach Region lohnt hier aber auch ein Blick auf Sonderangebote der privaten Bahnen.

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