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StartseiteNachrichten vertieftIn fünf Fällen Nazi-Raubkunst nachgewiesen14.01.2016

Gurlitt-KunstsammlungIn fünf Fällen Nazi-Raubkunst nachgewiesen

Bei der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt handelt es sich wohl nur in Einzelfällen um Nazi-Raubkunst. Bislang seien fünf von rund 500 verdächtigen Werken ermittelt worden, heißt es im Zwischenbericht einer Expertenkommission, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Der Vertreter der Familie Rosenberg, Christopher Marinello, nimmt am 15.05.2015 das Gemälde "Sitzende Frau" von Henri Matisse in der Nähe von München (Bayern) entgegen. Das Bild ist eines der berühmtesten Gemälde aus der umstrittenen Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt. (picture alliance / dpa / Wolf Heider-Sawall)
Die "Sitzende Frau" von Henri Matisse aus der umstrittenen Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt (picture alliance / dpa / Wolf Heider-Sawall)
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Zwei Jahre lang hatte die Gruppe versucht, die Geschichte der Kunstwerke aufzuklären. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte, es bleibe Ziel der Bundesregierung, die Herkunft aller Gurlitt-Bilder aufzuklären. Für die Arbeit der Taskforce hatten das Bundesland Bayern und der Bund zunächst rund 1,9 Millionen zur Verfügung gestellt. Die Arbeit soll in Magdeburg weitergeführt werden. 

Zollfahnder waren zufällig bei einer Zugreise auf Cornelius Gurlitt aufmerksam geworden und hatten daraufhin im Februar 2012 seine Wohnung in München durchsucht. Dort waren im Jahr 2013 mehr als 1.200 Werke beschlagnahmt worden, unter anderem von Chagall, Matisse, Monet und Picasso. Dazu kamen 239 Kunstwerke, die später in einem Haus Gurlitts in Salzburg gefunden wurden, sowie noch einige weitere Werke. 

Der 2014 verstorbene Gurlitt hat die aus dem Erbe seines Vaters stammende Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Um sein Testament läuft zwar noch ein Rechtsstreit, weil eine Cousine wegen einer vermeintlichen Testierunfähigkeit Gurlitts aus gesundheitlichen Gründen das Testament angefochten hatte. Ein Gutachten nannte Gurlitt zuletzt aber testierfähig. Das Oberlandesgericht München muss noch eine Entscheidung fällen.

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