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Seit 10:10 Uhr Länderzeit
StartseiteSport AktuellNachlese des Scheiterns13.01.2016

Hamburger OlympiabewerbungNachlese des Scheiterns

Im November sagten Hamburgs Bürger mehrheitlich "nein" zu Olympischen Sommerspielen in ihrer Stadt. Schon vor Weihnachten hatte sich der Sportausschuss des Deutschen Bundestages mit dem Scheitern beschäftigt, jetzt stand Teil zwei der Ursachenforschung an.

Von Wolf-Sören Treusch

Hamburger stimmen gegen Olympia-Bewerbung (dpa/picture alliance/Christian Charisius)
Hamburger stimmen gegen Olympia-Bewerbung (dpa/picture alliance/Christian Charisius)

Ausgerechnet einer, der etwas zur Aufklärung hätte beitragen sollen, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes Michael Vesper, hatte kurzfristig abgesagt.

Die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag, SPD, war darüber "not amused":
"Wir haben unter anderem wegen der Zeitnot von Herrn Vesper im Dezember die Sitzung schließlich unterbrochen, und er hat uns auch laut Protokoll zugesagt, dass er heute zur Verfügung stehen würde, und von daher finde ich das sehr bedauerlich, dass er das nicht hat möglich machen können."

Erhoffte "schonungslose Analyse" bleibt aus

Vespers Ersatz, Vorstandskollege Bernhard Schwank, habe auf der Sitzung mehr Fragen gestellt als Antworten geboten. Auch hinterher betrieb der DOSB-Funktionär wenig Ursachenforschung: "Eine ganz wesentliche Folgerung ist, dass wir uns jetzt ganz intensiv über die internationale Arbeit des DOSB, des deutschen Sports, insgesamt Gedanken machen wollen und uns vielleicht dort neu aufstellen wollen, das war zum Beispiel ein ganz konkretes Thema."

Von "schonungsloser Analyse" der gescheiterten Olympiabewerbung, wie Dagmar Freitag sie gleich nach dem Hamburger Referendum gefordert hatte, jedoch keine Spur. "Ich würde mir wünschen, dass man nicht nur vor Entscheidungen Umfragen macht, sondern auch noch mal Geld investiert hätte, um danach eine Umfrage zu machen und die Gründe des Scheiterns vielleicht wirklich auch mal mit einer belastbaren Umfrage eines Institutes zu ergründen. Ich muss doch wissen wollen als Dachverband, warum ich zum dritten Mal in Folge krachend gescheitert bin mit dem, was ich vorgehabt habe."

Mutlu vermisst Vision für die Zukunft des deutschen Sports

Leipzig, München, Hamburg: Olympia nach Deutschland zu holen, ist kein Selbstläufer. Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, wünschte sich vom DOSB vor allem mehr Reformwillen: "Und ich hätte mir auch eine klarere Positionierung erwartet, was das Ergebnis von Hamburg beispielsweise für Sport-Deutschland in Zukunft heißt. Das mit Leben füllen, damit eben Menschen in Demokratien nicht regelmäßig dagegen stimmen."

Aber, und da waren sich die Abgeordneten einig, solange große Sportverbände durch Korruption Schlagzeilen machten und Doping-Skandale das Sportgeschehen bestimmten, so lange werde die Bevölkerung für Olympia nicht zu begeistern sein.

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