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StartseiteVerbrauchertippAusgaben besser im Blick behalten17.01.2018

Haushaltsbücher, Budget-Apps und CoAusgaben besser im Blick behalten

Wer wissen will, wie viel er im Monat ausgibt, kann auf viele Helfer zurückgreifen: auf Haushaltsbücher, ein Schulheft, eine Excel-Tabelle oder eine Smartphone-App. Wichtig ist, jede noch so kleine Ausgabe einzutragen. Doch es gibt noch mehr Tipps, wie man seine Unkosten im Blick behält.

Von Hilde Braun

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Diverse Quittungen und Rechnungen werden mit dem Taschenrechner zusammengezählt und in ein Haushaltsbuch eingetragen. (dpa picture alliance / Robert Fishman)
Hier ein mal Kaffee, da mal ein Brötchen: Haushaltsbücher können helfen, unnötige Ausgaben zu reduzieren (dpa picture alliance / Robert Fishman)
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Wer wissen möchte, was er wofür ausgibt, sollte versuchen, den Überblick zu bewahren. Dazu gibt es verschiedene Methoden:

"Ich habe eine Excel-Tabelle." - "Ich habe so eine App von meiner Bank, wo ich alles dann direkt sehen kann: meine ganzen Ein- und Ausgaben." - "Das macht sehr viel Sinn. Wir können jetzt auch über die Jahre hinweg verfolgen, was sich auch über die Jahre hinweg verändert hat: Also von Lebensmitteln oder von Kleidung. Das ist eine sehr gute hilfreiche Sache."

Verbraucherschützer empfehlen, sich mindestens einmal im Jahr hinzusetzen und die Kontoauszüge peu à peu durchzugehen und aufzuschreiben, wofür welche Kosten anfallen.

Besser ist es das alle drei Monate oder sogar monatlich zu kontrollieren. Kerstin Föller ist Kredit- und Schuldnerberaterin in der Verbraucherzentrale Hamburg:

"Wir haben festgestellt, dass Leute oftmals einfach hier mal zehn Euro, da mal 40 Euro mit der Girocard bezahlen und das dann vergessen und sich hinterher wundern, warum beispielsweise die Lastschrift zurückgeht, oder warum da keine Deckung mehr auf dem Konto ist, oder das ganz einfach nicht eingeplant haben. Viele verzetteln sich einfach dabei."

Auch Urlaube und TÜV berücksichtigen

Wer einmal seine Fixkosten aufgelistet hat, sollte dabei nicht die Ausgaben vergessen, die nur einmal im Jahr oder beispielsweise alle drei Monate abgebucht werden - oder sogar noch seltener wie Jahresbeiträge für Vereine oder Versicherungen.

Auch der anstehende TÜV, der Urlaub oder ähnliche größere Ausgaben, die im Laufe des Jahres noch kommen, sollten eingerechnet werden, am besten, indem man sich pro Monat Geld für diese zukünftigen Abbuchungen zurücklegt.

Dann gibt es auch keine böse Überraschung, wenn das Konto belastet wird.

"Häufig ist es so, dass man sich selbst bei den Lastern ertappt und feststellt, wofür man das meiste Geld ausgibt und entweder sagt man sich dann, entweder damit kann ich leben, oder: Uh! Das muss ich im Blick halten."

Jede noch so kleine Ausgabe notieren

Alternativ kann es helfen, wirklich jede noch so kleine Ausgabe aufzuschreiben: Vom Brötchenkauf bis zum Tanken des Autos. Beim Überblick kann dann ein klassisches Haushaltsbuch helfen. Es reicht aber auch ein einfaches, kariertes Schulheft mit entsprechenden Spalten für Ein- und Ausgaben.

Eleganter geht es mit einer Rechentabelle im Computer, mit einem Programm wie Excel oder einer App fürs Smartphone. Manche dabei auch beispielsweise mit der Möglichkeit, Kassenbons abzufotografieren oder Preise zu vergleichen.

"Dann hat man eine Größenordnung, was noch übrig ist für den täglichen Bedarf, und diesen Betrag hebt man dann, beispielsweise 400 Euro, in bar ab und zahlt dann alles in bar und nicht mit Kreditkarte oder EC oder sonst wie."

Doch ob Papierheft, App oder Tabelle: Das Wichtigste aber ist zu wissen, wo das Geld hingeht. Oft hilft es schon, zumindest eine Zeit lang genau und konsequent aufzulisten, was ausgegeben wird, erklärt Kerstin Föller.
 
"Es ist ja für viele im ersten Moment sehr mühsam, Sie sagen: Ich muss alles aufschreiben und dazu habe ich gar keine Lust. Es kann auch Sinn machen zu sagen: Ich will das jetzt nicht dauerhaft machen, ich mache es einfach erstmal zwei bis drei Monate, um dann zu sehen, ob es mir was bringt oder nicht.

In vielen Fällen ist es halt so, dass wir Rückmeldung bekommen: Es ist ja gar nicht so schlimm, jetzt weiß ich endlich, wo es bleibt und ich mach weiter so."

Positiver Effekt auf das eigene Konsum-Verhalten

Der positive Effekt: Hat man einmal alles durchgespielt, achten die meisten Menschen danach umso genauer auf ihre Ausgaben und drehen im wahrsten Sinne des Wortes jeden Cent dreimal um. 

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