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HeidenauKeine Krawalle vor Flüchtlingsunterkunft

Linke Demonstranten stehen vor dem ehemaligen Baumarkt in Heidenau auf der Straße. (picture alliance / dpa / Oliver Killig)
Linke Demonstranten stehen vor dem ehemaligen Baumarkt in Heidenau auf der Straße. Dort ist nun eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. (picture alliance / dpa / Oliver Killig)

Nach den rassistischen Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau besucht Vizekanzler Sigmar Gabriel heute das Heim. Davor war es zwei Nächte in Folge zu schweren Krawallen von Rechtsradikalen gekommen. In der vergangenen Nacht blieb es aber ruhig.

Vorgesehen ist ein Treffen des SPD-Vorsitzenden mit den Bewohnern der Einrichtung, die im Gebäude eines früheren Baumarkts untergebracht ist. In Heidenau gilt seit gestern Abend ein besonderer Kontrollbereich um die Unterkunft. Die Polizei kann darin ohne Anlass Personalien feststellen und Taschen etwa auf Waffen oder Feuerwerkskörper überprüfen. Mehr als 170 Beamte kontrollieren die Sicherheitszone. 

Bei den rassistischen Krawallen waren seit Freitag über 30 Sicherheitskräfte verletzt worden. In der Nacht zum Montag blieb es dagegen ruhig. Schaulustige und erkennbar rechte Heimgegner wurden zurückgewiesen. Rund 250 Angehörige der linken Antifa-Szene, die teils vermummt in Heidenau aufmarschierten, wurden bis zum Heim vorgelassen. Sie skandierten laut Willkommensgrüße für Flüchtlinge. Dort demonstrierten zudem etwa 150 Menschen in unmittelbarer Nähe der Unterkunft ihre Solidarität mit den Flüchtlingen. Beim Abzug der Linksautonomen kam es allerdings zu einer Rangelei mit Gegnern der Flüchtlingsunterkunft. Die Polizei trennte die Gruppen mit Schlagstöcken und Pfefferspray.

Tillich und de Maizière kritisieren Vorfälle

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hatte bei einem Besuch mit einigen Kabinettskollegen die Übergriffe scharf verurteilt. "Hier sind Grenzen überschritten worden, die ich kaum noch in Worte fassen kann", sagte der CDU-Politiker. Er versicherte, das "Gewaltmonopol des Staates" durchsetzen zu wollen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte gestern: "Vor allen Dingen darf der Staat nicht nachgeben. Wenn entschieden worden ist, an eine bestimmte Stelle kommt eine Unterbringung für Asylbewerber und Flüchtlinge, dann darf das nicht wegdemonstriert werden. Und das ist - glaube ich- eine Lehre der letzten zwei Tage."

(hba/mg)

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