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StartseiteSprechstundeErleichterung durch neue Medikamente08.03.2016

Hepatitis CErleichterung durch neue Medikamente

Zur Interferon-Behandlung bei einer Hepatitis C gibt es jetzt eine effektive Alternative. Das neue Medikament ist gut verträglich und muss im Gegensatz zu Interferon nicht gespritz werden. Einige Patienten klagen über leichte Kopfschmerzen, kommen aber ansonsten gut mit der neuen Behandlungsmethode zurecht.

Von Renate Rutta

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"Guten Tag, Herr Maier."  "Guten Tag, Herr Doktor."

Dienstagnachmittag, Spezialambulanz für Virushepatitis der Universitätsklinik Köln. Mike Maier ist knapp 60 Jahre alt und leidet an Hepatitis C. Seit einer Woche bekommt er neue Medikamente.

"Sie haben jetzt seit einer Woche die neuen Medikamente, die als direkt antiviral wirksame Substanzen bezeichnet werden, wie geht es Ihnen damit?" – "Ja gut, ich kann bis jetzt über kaum Nebenwirkungen, also eigentlich gar keine Nebenwirkungen klagen außer mal  leichte Kopfschmerzen, die aber nicht den ganzen Tag anhalten, also gar nicht schlimm."

PD Dr. Dirk Nierhoff leitet die Spezialambulanz für Virushepatitis.

"Also Kopfschmerzen ist tatsächlich als eine Nebenwirkung beschrieben von der Medikation, die in mehr als zehn Prozent der Fälle auftritt. Die meisten Patienten kommen aber damit zurecht. An ein Abbrechen der Therapie haben Sie aber nicht gedacht?" "Nein, das würde ich niemals machen. Ich meine, ich habe ja schon eine Zirrhose und ich konnte es gar nicht erwarten, dass ich die Medikamente bekomme, damit der C-Virus nicht noch mehr anrichtet."

Mike Maier fühlt sich durch die leichten Nebenwirkungen nicht wirklich eingeschränkt.

"Und ich hatte mal so, wenn ich mich anstrenge, aber auch nicht jeden Tag, so ein leichtes Grippegefühl, so Schwitzen und Frieren ein bisschen aber sonst ist das kaum als Nebenwirkung zu bezeichnen."

"Wir wissen, dass die Medikamente so effektiv sind, dass schon viele Viren vermutlich abgetötet sind. Merken Sie da einen Unterschied?" "Nein" "Haben Sie denn vorher gemerkt, dass Sie Hepatitis C haben?" "Nein, nicht direkt."

"Wie hat man das dann festgestellt, wenn Sie es nicht bemerkt haben?" – "Durch eine Blutuntersuchung, weil ich durch meine Leberzirrhose in Überwachung war zweimal im Jahr. Und da wurde mir regelmäßig Blut abgenommen und da waren die Leberwerte erhöht." – "Ok, d.h. nur durch eine Blutabnahme hat man das feststellen können und dann hat man bei erhöhten Leberwerten auch einmal nach den Viren geschaut – ja – ok."

Als nächstes fragt der Arzt Mike Maier, wie denn die Medikamenten-Einnahme klappt.

"Ja prima, ich nehme morgens die eine Tablette und kurz darauf, da muss man was dabei essen, nehme ich die andere, ja und abends nochmal wieder mit etwas zu essen." "Ok, also es ist nicht zu kompliziert, das kann man – es ist nicht zu kompliziert – einbauen in den Alltag."

"Sie hatten ja früher schon mal eine Therapie mit Interferon gehabt, das Sie sich wöchentlich spritzen mussten. Woran erinnern Sie sich bei dieser Therapie, wie war das damals?" "Es war auf jeden Fall komplizierter und langwieriger mit Nebenwirkungen. Ich hatte Hautreaktionen, die behandelt werden mussten und konnte mir an einer Stelle am Arm die Haut praktisch vom Arm ziehen." "Und wenn Sie das mit der jetzigen Therapie vergleichen ohne Interferon, was bedeutet das für Sie?" "Ja, in dieser Woche, das ist gar kein Vergleich. Es ist wesentlich  angenehmer. Im Gegensatz dazu kann man nicht von Nebenwirkungen sprechen."

"Gut, dann gehen Sie noch einmal zur Blutabnahme, damit wir schauen, dass das Blutbild heute in Ordnung ist und dann sehen wir uns in zwei Wochen regulär wieder."  "Ok, vielen Dank Herr Doktor, bis dann, tschüss." "Alles klar, tschüss, Herr Maier."

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