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StartseiteSprechstundeSchnelle Hilfe verhindert Schlimmeres05.01.2016

HerzinfarktSchnelle Hilfe verhindert Schlimmeres

Ein großes Glück sei es gewesen, dass ihm nach seinem Herzinfarkt so schnell geholfen wurde. Das erzählt ein Patient im Herzzentrum der Universitätsklinik Köln. Dennoch hat der Herzinfarkt sein heutiges Leben massiv verändert.

Von Renate Rutta

Ein Rettungssanitäter der Berliner Feuerwehr demonstriert eine Herzdruckmassage. (dpa / picture alliance / Jörg Carstensen)
Ein Rettungssanitäter der Berliner Feuerwehr demonstriert eine Herzdruckmassage. (dpa / picture alliance / Jörg Carstensen)
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"Guten Tag, Herr N." – "Guten Tag Frau Dr. Rudolph."

Dienstagvormittag, Jens N. kommt zur Kontrolluntersuchung zu Oberärztin Privatdozentin Dr. Tanja Rudolph ins Herzzentrum der Universität Köln. Vor zwei Jahren hatte er einen Herzinfarkt.

"Ich hab hier die Untersuchungsergebnisse vorliegen, die wir heute von Ihnen erhalten haben. Sehr erfreulich ist, dass die Ultraschalluntersuchung sehr gut aussieht, auch das Ruhe-EKG und auch im Belastungs-EKG konnten Sie sich gut belasten, keine Auffälligkeiten."

"Vielleicht berichten Sie einfach mal, wie es Ihnen im Moment geht." – "Was das Herz angeht, geht es ganz gut, bisschen stressig."
"Konnten Sie in der letzten Zeit alles machen, was Sie sich vorgenommen haben, auch hinsichtlich körperlicher Aktivität?"

"Ja, die Umstellung meiner Lebensgewohnheiten klappt ganz gut, was Essen, Alkohol, Rauchen angeht, das funktioniert ganz gut. Wo ich noch ein bisschen Bedarf sehe, ist die Bewegung."

"Was machen Sie als Sport?"

"Im Moment ausschließlich Laufen. Das tut mir eigentlich ganz gut aber schon immer mit Pulsmesser und wirklich entspannt."
Die Ärztin fragt den 45-Jährigen, ob er das Gefühl hat, sich wieder körperlich voll belasten zu können.

Versuchen, sich zurückzunehmen

"Wenn ich mit den Kindern Fußball spiele zum Beispiel, dann merke ich, dass ich bei Sprints kurz außer Atem bin und da muss ich versuchen, mich zurückzunehmen. Mein Körper könnte es vielleicht sogar aber man denkt immer, man darf es nicht, man will nicht zu viel."
Es hat eine Weile gedauert, bis er wieder eine Balance gefunden hat für sich.

"Die Angstgefühle, die kommen immer wieder. Man hat mehr Vertrauen zum Körper aber es gibt Situationen, wenn mal wieder etwas zwickt, dann horche ich schon auf und versuche mich dann wieder zu beruhigen.Ja, ich würde sagen, mindestens ein Jahr habe ich gebraucht, um so Vertrauen zu mir zu finden und zu meinem Körper."

Unterschätzte Symptome

Zumal er die Symptome seines Herzinfarkts gar nicht als schwerwiegend eingeordnet hat. Er war mit der Familie auf einem Markt nahe der Uniklinik Köln, spielte mit den Kindern Fußball, da spürte er etwas in der Brust und rauchte erst einmal eine Zigarette. Dann wurde ihm schlecht, er bekam kalten Schweiß und wurde bleich. Eine Frau auf dem Markt gab ihm Wasser.

"Und dann hat sie gefragt, ob sie den Krankenwagen rufen soll, da habe ich natürlich gesagt: nein. Und sie hat ihn trotzdem gerufen und dann fing es an, dass der Schweiß stärker wurde, mir war schlecht und ich hatte die ganze Zeit so ein, es war kein Stechen, eher so ein festsitzender Kloß im Brustbereich. Und dann kamen die Notärzte und die haben mich dann vorsorglich mitgenommen. Und dann wurde ich hier ins Herzzentrum gebracht, einen Tag nach Weihnachten ist mir das passiert, ja da waren alle hier und haben mir geholfen und das war das zweite große Glück, das ich hatte."

"Wir haben Ihnen ja primär geholfen, dass wir das Gefäß wieder eröffnet haben, was verschlossen war, mit der Herzkatheter-Untersuchung, wie haben Sie das empfunden?"

"Ja, das ging alles rasend schnell. Man hat mir das alles erklärt, man muss dann ja erst verarbeiten, was ist das gerade, oh Gott, man hat einen Herzinfarkt."

Rückkehr in den Alltag

Nach vier Tagen Krankenhausaufenthalt begannen zwei Wochen stationäre Rehabilitation und dann kam er wieder im Alltag an.
"Das war eine sehr schwierige Phase, keiner passte mehr auf einen auf oder regulierte das, da muss man sich langsam herantasten. Und das ist glaube ich das Wichtigste, dass man sich Vertrauen zu seinem Körper wieder erarbeitet und entwickelt."

"Ich habe sehr großes Glück gehabt, dass ich schnell hier war, man mir schnell helfen konnte und ich bin natürlich sehr dankbar, dass ich keine bleibenden Schäden habe, als dass meine Herzfunktion wieder vollständig hergestellt ist und ja, dass ich noch mal weiterleben darf."

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