Verbrauchertipp /

Hilfe bei Datenverlust

Von kostenlosen Programmen bis hin zu professionellen Rettern

Von Tim Schauen

Regelmäßige Datensicherung sorgt dafür, dass sich im Notfall eine teure Rettung vielleicht erübrigt.
Regelmäßige Datensicherung sorgt dafür, dass sich im Notfall eine teure Rettung vielleicht erübrigt. (AP)

Der Speicherbedarf für Musik, Bilder und Filme wird immer größer. Meist werden die Daten auf einer Festplatte archiviert. Wenn die plötzlich nicht mehr funktioniert, ist guter Rat oft teuer. Rettung versprechen kostenlose Programme und im absoluten Notfall professionelle Datenretter.

Fotos und Filme der Kinder oder Enkelkinder, Urlaubsvideos oder die Musiksammlung – auch private Anwender lagern große Mengen digitaler Daten auf internen und externen Festplatten. Durch technische Defekte können Daten auf Computerfestplatten urplötzlich verloren gehen. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich, sagt Boi Feddern, Redakteur beim Computermagazin c't.

"Das kann im schlimmsten Fall passieren, wenn man die Platte heunterschmeisst, dann gibt die Platte vielleicht komplett den Geist auf, das können bei externen Platten auch mal Fehler oder Defekte bei den Controllerchips sein oder alternativ auch Fehler im Dateisystem auftreten."

Einfache Datenverluste kann man unter Umständen mit Hilfe von kostenlosen Datenrettungsprogrammen selbst reparieren, die man auf den Internetseiten von Computerzeitschriften findet. Doch wenn diese nicht helfen, bleibt wohl nur der professionelle Datenretter, meint Boi Feddern.

"Der Profi kann eben auch dann noch auf die Daten zugreifen, wenn die Elektronik defekt ist, wenn Motordefekte vorliegen, wenn vielleicht größere Schäden am Speichermedium sind, dann kann ein Profi eben die Platte im Reinraum öffnen, kann dort mit spezieller Hardware und speziellen Kenntnissen und spezieller Software, die es frei nicht gibt, eben noch Daten wieder herstellen."

Der schlimmste Fall ist Volkmar Schmidt aus Rösrath geschehen:

"Ich habe hier meine externe Festplatte, auf der ich Unmengen von wichtigen Dateien gespeichert hatte, die ist mir einfach vom Computer gefallen und springt jetzt nicht mehr an. Ich habe ein bisschen recherchiert, ich weiß also nicht, was mich da finanziell erwartet oder ich weiß, dass mich hohe, sehr hohe Preise erwarten können, das kann schon in die Tausende gehen, das kann man erst sagen, wenn's wirklich vom Unternehmen überprüft wurde."

Neben lokal tätigen Unternehmen bieten auch international agierende Datenretter-Labors ihre Dienste an, werben mit kostenlosem Versand oder gar Abholung der defekten Festplatte. Gemeinsam ist bei allen: Zuerst wird der defekte Datenträger analysiert, was bei einigen Anbietern gratis geschieht, bei anderen 80 bis 200 Euro kostet. Erst danach kann der Anbieter den Arbeitsaufwand schätzen, und der Kunde bekommt den Preis für die Rettung genannt. Der hängt auch von der Art des Datenträgers ab, und vom Volumen der verlorenen Daten. Je nach Anbieter jedoch mindestens etwa 300 Euro - und der Preis ist nach oben offen.

"Es ist nur so, dass sich der professionelle Datenretter für den privaten Nutzer oft nicht lohnt, deswegen ist das eigentlich mehr eine Sache für Unternehmen, wo jetzt auch der wirtschaftliche Erfolg des gesamten Unternehmens daran hängt an der kaputten Festplatte vielleicht, im privaten Bereich wirklich nur, wenn's absolut unersetzliche Sachen sind, also beispielsweise morgen die Diplomarbeit abgegeben werden muss oder Bilder von einmaligen Erlebnissen, wie beispielsweise Hochzeit oder Geburt oder so weiter, wiederbeschafft werden müssen."

Volkmar Schmidt hat Pech: seine Festplatte mitsamt der Daten ist unwiederbringlich defekt, auch der Fachmann kann nichts mehr retten. Wenn der Computer eine zum Beispiel heruntergefallene Festplatte nicht mehr erkennt, dann sollte man diese keineswegs immer wieder anschließen, denn das richtet bloß noch größeren Schaden an.

Dann ist die Platte - wenn die Daten darauf sehr wichtig sind – ein Fall für den Fachmann. Vorbeugen ist allerdings recht einfach: Regelmäßige Datensicherung sorgt dafür, dass sich im Notfall eine teure Rettung der Daten vielleicht erübrigt.



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