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StartseiteSternzeitEntwaffnete Astronomen16.07.2017

Himmlische Forschung in irdischer UmgebungEntwaffnete Astronomen

Im vergangenen Monat haben sich die US-Astronomen zur Sommertagung in Austin, Texas versammelt. Bei den hin und wieder hitzigen Debatten über neueste Theorien zur Dunklen Materie oder umstrittene Modelle für die ersten Sterne im All mussten einige Teilnehmer womöglich ungewohnte Einschränkungen hinnehmen.

Von Dirk Lorenzen

Irdische Probleme bei himmlischer Konferenz: Waffenverbot (rechte Tafel) bei der Tagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft. (Lorenzen)
Irdische Probleme bei himmlischer Konferenz: Waffenverbot (rechte Tafel) bei der Tagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft. (Lorenzen)

Denn beim Betreten des Tagungsbereichs in einem großen Hotel in der Innenstadt von Austin empfing die Himmelsforscher eine bemerkenswerte Informationstafel: "Die Tagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft ist eine ausgewiesene 'pistolenfreie' Zone", hieß es dort. Und weiter: "Die Gesellschaft verbietet allen Konferenzteilnehmern das Mitführen von Pistolen oder anderen Feuerwaffen. Dies gilt auch für Personen, die eine Lizenz zum offenen oder verdeckten Tragen von Waffen haben."

Nicht zum ersten Mal kollidiert die oft Lichtjahre entfernte Welt der Astronomen mit politischem Unbill am Boden. Im vergangenen Jahr musste die große Weltraum-Konferenz Cospar in Istanbul kurzfristig abgesagt werden – die Sicherheitslage galt wenige Tage nach einem Anschlag als zu gefährlich.

Spannender Vortrag: Astronomen ohne Waffen. (AAS / Phil McCarten)Spannender Vortrag: Astronomen ohne Waffen. (AAS / Phil McCarten)

Die nächste Cospar-Tagung ist im kommenden Jahr in Pasadena in Kalifornien geplant – auch das könnte Probleme aufwerfen. Denn sollten die USA tatsächlich Menschen aus bestimmten Ländern die Einreise verweigern, so wären auch viele Astronomen betroffen.

Forschung lebt vom regen Austausch und enger Kooperation. Wissenschaftliche Erkenntnis kennt keine Glaubensrichtung oder Nationalität. Doch die internationale Zusammenarbeit wird derzeit immer schwieriger.

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