Samstag, 16.12.2017
StartseiteInformationen am MorgenSpenden als einzige Hoffnung01.09.2017

Hochwasser in TexasSpenden als einzige Hoffnung

Da der Großteil der Schäden durch Überflutungen in Texas wohl nicht versichert ist, haben viele prominente Amerikaner angefangen, Spenden zu sammeln. Während US-Präsident Donald Trump eine Million US-Dollar aus seinem Privatvermögen spenden will, hat Footballprofi JJ Watt bereits mehr als zehn Millionen zusammen getragen.

Von Martina Buttler

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Eine überfllutete Straße in Houston, Texas, nach dem Tropensturm Harvey (AFP/ Thomas B. Shea)
Nach den Überflutungen in Houston, Texas, kehren die ersten Menschen zu ihren Häusern zurück und begutachten die Schäden. (AFP/ Thomas B. Shea)
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Kniehoch steht das Wasser in dem Wohnzimmer. Am Klavier mitten zwischen schwimmenden Plastikboxen sitzt ein Mann und spielt. Er wollte seinem Sohn zeigen, dass das Instrument die Fluten überstanden hat. Es muss wohl ein bisschen gestimmt werden, scherzt Aric Harding am Ende des Videos, das er auf Instagram eingestellt hat.

Während in Houston die ersten Menschen zu ihren Häusern zurückkehren und die Schäden begutachten, starten und landen Helikopter nonstop in Beaumont. Hier werden die Patienten eines Krankenhauses ausgeflogen. Die Stadt steht unter Wasser.

Es gibt kein Leitungswasser mehr, weil Pumpen ausgefallen sind. Der größte Teil der Schäden durch Überflutungen ist nicht versichert, da sind sich die Experten einig.

Spenden als einzige Hoffnung

Consuelo fängt gerade an, in ihrem Haus aufzuräumen. Sie ist eine von denjenigen, die sich nicht gegen Wasserschäden versichert hat - sie habe schließlich nicht in einer Gefahrenzone gelebt. Für sie und Zehntausende andere sind die Spenden aus dem ganzen Land die einzige Hoffnung.

Footballprofi JJ Watt von den Houston Texans hat mit seinem Team am Wochenende angefangen, Spenden zu sammeln. 200.000 Dollar hatte er sich als Ziel gesetzt. Darüber ist er längst hinaus. 

"Wir haben gerade die 10-Millionen-Grenze überschritten. Ich kann mich gar nicht genug bedanken. Promis, Musiker, Sportler, Unternehmen, Kinder mit ihren Limoständen, die gespendet haben. Wir haben Essen, Wasser, Kleidung, Generatoren, Babysachen und Putzmittel auf dem Weg."

Raffinerien liegen still

Vor der Küste gibt es einen Schiffsstau, weil der Hafen von Houston noch für große Schiffe geschlossen ist. Auch hier muss erst aufgeräumt werden. Die größte Ölraffinerie der USA ist weiter geschlossen. Ein Drittel der Raffinerien des Landes sind vom Netz und bis die wieder laufen, kann es dauern, erklärt der ehemalige Präsident von Shell Oil John Hofmeister.

"Im besten Fall sollte die Raffinerie bis Mitte September wieder laufen. Im schlimmsten Fall könnten schwer beschädigte Raffinerien bis Ende Oktober oder noch länger stillliegen."

An Tankstellen in Texas bilden sich lange Schlangen. Der Benzinpreis ist bereits um 10 bis 15 Cent pro Gallone gestiegen.

Ein zupackender Vizepräsident

Unterdessen war Mike Pence mit weiteren Regierungsmitgliedern in der Krisenregion. Der Vizepräsident hat Arbeitshandschuhe angezogen, die Hemdsärmel hochgekrempelt und mitgeholfen, Äste wegzuräumen. Zupackend - diese Botschaft soll ankommen.

Die Bilder unterscheiden sich deutlich von Donald Trump als der vor zwei Tagen in die Krisenregion kam. Der Vizepräsident trifft in Texas im Gegensatz zu Trump Opfer der Flutkatastrophe und er verspricht.

"Wir sind bei Euch. Wir werden bei Euch bleiben bis Rockport und der ganze Südosten von Texas wieder aufgebaut sind."

Trump will aus Privatvermögen spenden

Gestern hat Trump angekündigt, eine Million US-Dollar aus seinem Privatvermögen zu spenden. Außerdem wurde bekannt, dass der US-Präsident dem Kongress ein Hilfspaket in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar vorschlagen will.

Harvey zieht derzeit weiter Richtung Tennessee und Kentucky. Die Meteorologen beobachten allerdings schon den nächsten Hurrikan. Irma ist noch Tausende Kilometer entfernt. Aber sie behalten den Sturm im Blick und hoffen, dass ihre Befürchtung, dass er in zwei Wochen irgendwo zwischen Florida und Texas auf Land treffen könnte, nicht eintrifft.

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