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StartseiteHörspielIch dachte, in Europa stirbt man nie02.04.2016

Hörspiel des MonatsIch dachte, in Europa stirbt man nie

Anschließend: Das Hörspielmagazin

Sie kommen aus Syrien, aus Afghanistan, aus Serbien, aus Angola und aus Nigeria. Sie wollen anonym bleiben, ihre Identität nicht preisgeben. Sie sind aus unterschiedlichen Gründen geflohen, haben Asyl beantragt, sind geduldet oder illegal im Land. Ihr Zustand ist der permanente Transit, zwischen Gestern und Heute, zwischen dem, was sie verlassen haben, und dem, was sie erwartet.

Idee und Konzept: Sarah Schreier

Ein Mann mit zwei Kindern sitzt am 11.03.2016 vor seinem Zelt im Flüchtlingslager in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. (dpa / picture-alliance / Kay Nietfeld)
Im Flüchtlingslager Idomeni gestrandete Menschen. (dpa / picture-alliance / Kay Nietfeld)

Ich dachte in Europa stirbt man nie
Idee und Konzept: Sarah Schreier
Regie: Alfred Behrens
Produktion: rbb 2016
Länge: 52‘33"

Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:

Gerade angesichts der zunehmend verbreiteten pauschalisierenden Urteile über Flüchtlinge ist dieser Zusammenschnitt von sechs sehr individuellen, sehr unterschiedlichen Stimmen wohltuend und notwendig differenziert. Die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Serbien, Angola und Nigeria berichten neutral, ohne Pathos und Emphase, was ihnen widerfahren ist, warum sie ihr Land verlassen mussten, mit welchen Verlusten und Traumata sie zu kämpfen haben. Gerade dieser nüchterne, auf das eigene Erleben fokussierte und beschränkte Erzählton erzeugt beim Zuhörer eine starke Intimität und Intensität.

Die sparsam und behutsam - ohne jede Effekthascherei - eingesetzten klanglichen und musikalischen Mittel unterstreichen diesen Eindruck: Es geht nicht um das Erzeugen von Betroffenheit, es geht um einzelne Schicksale, die jeden jederzeit ereilen können; insofern weist dieses Hörspiel über die aktuelle politische Situation exemplarisch hinaus. Die Abfolge der immer wieder zwischen den Akteuren wechselnden Erlebnisfragmente und die Mischung der monologischen Szenen ist gelungen und spannend gesetzt. Besonders diese dramaturgische Leistung zeichnet "Ich dachte in Europa stirbt man nie" aus.

Anschließend:
Das Hörspielmagazin
Neues aus der Welt der akustischen Kunst.

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