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Hörspiel Die Durchquerung der Tiefe in dreizehn dunklen Kapiteln

Zum 80. Geburtstag des Autors

Von Ror Wolf

Der Schriftsteller Ror Wolf, aufgenommen 2008 in seiner Wohnung
Der Schriftsteller Ror Wolf, aufgenommen 2008 in seiner Wohnung (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Wenn sich ein Collage-Virtuose wie Ror Wolf auf die Reise durchs Material begibt, so ist weniger Verlass auf tiefsinnige psychologische Bedeutungen als auf sinnliche Eindrücke und freischwingende Rhythmen des Erzählens.

"Eine Radio-Reise" hat er sein Hörspiel betitelt, dessen unerschrockener Protagonist Doktor Collunder dem Tiefsinn eher mit dem Tastsinn begegnet, als er - eines Abends aus seiner Wohnung hinaus auf die Straße tretend - unaufhaltsam in die Tiefe stürzt und, unten angekommen, auf andere stößt, denen es ähnlich gegangen ist.

Was der unfreiwillige Tiefsinns-Forscher in dieser merkwürdigen Unterwelt erlebt, steht der Phantastik eines Jules Verne in nichts nach. Denn auf dem Grund der Dinge ist alles im unablässigen Wandel. Und nicht allen dort unten, unter denen sich alte Bekannte aus Ror Wolfs Büchern finden, geht es dabei wie dem einsamen Forscher Lemm: "Kultur, wie wir sie auf der Welt zu ertragen haben, gibt es hier unten so gut wie nicht. Auch keine Natur. ... Der Mangel an Licht hat eine Besiedlung unmöglich gemacht. In einer solchen Umgebung kann man es aushalten."


Regie: Hermann Naber
Komposition: Cornelius Schwehr
Mit Peter Lieck, Christian Brückner, Heinz Meier, Heinz Schimmelpfennig, Walter Renneisen, Hermann Lause u.a.
SWF/DLF/HR 1997/107'41



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