Hörspiel / Archiv /

 

Hörspiel Ulysses Kapitel 2: Nestor

Von James Joyce

"Ulysses": Regisseur Klaus Buhlert und Jens Harzer der Rolle des Stephen Dedalus (SWR/Conny Fischer)
"Ulysses": Regisseur Klaus Buhlert und Jens Harzer der Rolle des Stephen Dedalus (SWR/Conny Fischer)

Szene: College im Dorf Dalkey bei Dublin - Uhrzeit: 10.00 Uhr - Kunst: Geschichte - Symbol: Pferd - Technik: Katechismus (personal)

Stephen unterrichtet zerstreut und gelangweilt in einem Privatcollege Geschichte. Sie ist diesem Kapitel thematischer Bezugspunkt. Doch die Schüler interessieren sich offensichtlich nicht für Schlachten und Heroen, lesen einfach die Antworten aus Büchern ab.

Als Stephen keine Lust mehr hat auf seine vergebliche Liebesmühe, stellt er den Jungen ein Nonsense-Rätsel und verliert sich in Erinnerungen an seine Pariser Zeit. Mit dem Ende der Stunde ist für die Schüler das ersehnte Hockeyspiel angesagt, nur der schüchterne Cyril Sargent, der Stephen an seine eigene Schulzeit erinnert, bleibt in der Klasse und bitte um Hilfe in Mathematik. Stephen geht ins Büro des Schuldirektors Mr. Deasy, um sein Gehalt abzuholen. Der magere Lohn wird ihm ausgezahlt. Dabei spannt ihn Deasy sogleich für seine Zwecke ein: Stephen soll seine guten Beziehungen zur Presse nutzen und einen Leserbrief dort unterbringen. Es geht um die Maul- und Klauenseuche, die England als Vorwand nutzt, um Exporte aus Irland mit einem Embargo zu versehen. Mit antisemitisch gefärbten Ermahnungen zu sparsamer Lebensführung entlässt Mr. Deasy Stephen.

Dieses Kapitel spielt mit der - im Unterschied zu Kapitel 17 - in personaler Erzählhaltung genutzten Technik der Unterweisung, des Katechismus, in der Schule und fürs Leben.

In der "Odyssee" befragte Telemachos bei der Suche nach seinem Vater den alten König Nestor. Der wusste zwar viel zu reden, aber nichts über den Verbleib von Odysseus. Ähnlich ergeht es Stephen mit Mr. Deasy, der sich als nicht gerade weiser Ratgeber entpuppt.


Aus dem Englischen von Hans Wollschläger
Hörspielbearbeitung, Musik und Regie: Klaus Buhlert
Mit Manfred Zapatka, Jens Harzer, Jürgen Holtz, Lyonel Hollaender, Anatol Aljinovic, Leo Burkhardt, Michel Stieblich und Franz Jährling
SWR/DLF 2012
Länge: 40'13

Mehr "Ulysses":

Unerhört! - "Ulysses" als Hörspiel am Bloomsday



Mehr bei deutschlandradio.de

Produktion: SWR/DLF 2012

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Hörspiel

KunstSilber gegen Ende

"The Schwarzenbach" sind  Dietmar Dath (r), Johannes Frisch (am Bass) sowie Thomas Weber und Heike Aumüller (Kammerflimmer Kollektief) (imago stock & people)

Ein Maler singt und spricht, weil seine Kunst ihn an eine Grenze geführt hat, an der Bilder ihm nicht mehr weiterhelfen. Die Liebe hat ihn verletzt. Er traut den Menschen nicht mehr. Jetzt verliebt er sich in die Farbe selbst, und wundert sich, weil es die als Person gibt. Sie hören aufeinander, streiten sich und machen einander große Versprechen.

MitternachtskrimiSchön war die Zeit

Der Schauspieler Werner Eichhorn im Studio während einer Hörspielaufnahme. (Deutschlandradio / Jonas Maron  )

Ein Bus voller Bottroper unterwegs nach Südfrankreich. Die singenden und trinkenden Männer sind alte Kameraden, ehemalige Fremdenlegionäre, die jährlich ein Veteranentreffen in Marseille zusammenführt. Irgendwann entdecken sie einen Toten im Bus. Fahnenträger Charly liegt mit einem Messer in der Brust zwischen den Sitzen.

Ein Hör-Spiel! Ickelsamers Alphabet

Das Liquid Penguin Ensemble (Pierre Metzinger)

Ein Hör-Spiel! Ein Spiel mit dem Hören! Der Wortlaut wird zum Thema, der Wortlaut materialisiert sich. Der Gaumen als Kathedrale, die Zunge als Werkzeug, die Zunge ("la langue" im Französischen als Zunge und Sprache) als Teil unseres körpereigenen Instruments. Dazu ein kurioses Sammelsurium an Charakteren.