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Hoffen auf Europa

Montenegros Aufbruch zu neuen Ufern

Eine Sendung von Ralf Borchard

Milo Djukanovic, Regierungschef von Montenegro
Milo Djukanovic, Regierungschef von Montenegro (AP Archiv)

Nach dem Zerfall Jugoslawiens bildete Montenegro 1992 im Verbund mit Serbien Restjugoslawien. Erst 2006 entschied sich das Land per Referendum endgültig für die Unabhängigkeit. Seitdem bewegt sich der Vielvölkerstaat auf die EU zu - doch das alte Politsystem steht noch im Weg.

Die Tourismusbranche setzt vor allem auf die Küste, doch ohne die Berge wäre Montenegro nicht Montenegro. "Schwarzer Berg" heißt Montenegro übersetzt, der italienische Eigenname stammt aus der Zeit der Venezianer, auf montenegrinisch heißt das Land Crna Gora. Wobei montenegrinisch fast identisch mit dem Serbokroatischen ist, aber eben nur fast, aus politischen Gründen besteht das Land auf der eigenen Sprache, für das montenegrinische Alphabet wurden eigens zwei neue Buchstaben hinzugefügt. Montenegro ist klein, von der Fläche her nicht mal so groß wie Schleswig-Holstein, und hat nur 620.000 Einwohner.

Auch die alte Königsstadt Cetinje liegt am Berg, zwischen der Küste und der Hauptstadt Podgorica. Der Präsident des Landes hat hier seine Residenz. Auch das Oberhaupt der montenegrinisch-orthodoxen Kirche residiert in dem beschaulichen Städtchen.

"Alles, was heutzutage Montenegro bedeutet, in kulturellem, geschichtlichem, politischem Sinn, ist hier geboren."

Auch der Schriftsteller Sreten Vujovic ist in Cetinje geboren, nach Jahren im Exil in Österreich, der Schweiz und Italien ist er hierher zurückgekehrt. In einem Straßencafé, nicht weit vom Kloster, blickt er zurück:

"Na ja, wenn wir über Montenegros Geschichte sprechen möchten, dann müssen wir 1000 Jahre zurückgehen, ins 9. Jahrhundert, als zum ersten Mal Montenegro als ein Fürstentum anerkannt wurde. Nachher mit den Türken, im 14./15. Jh., hat sich Montenegro zurückgezogen in diese Berge, weil ein großer Teil erobert wurde. 500 Jahre hat diese schwere montenegrinische Geschichte so gedauert."

Nach dem Zerfall Jugoslawiens bildete Montenegro 1992 im Verbund mit Serbien Restjugoslawien. Erst 2006 entschied sich das Land per Referendum endgültig für die Unabhängigkeit. Das Thema war schon immer wichtig, sagt Sreten Vujovic. Aber erst 2006 hat das Land mit der Unabhängigkeit wieder den "natürlichen Zustand" erreicht, wie er meint:

"Das bedeutet, dass ein geschichtlicher Fehler wieder in Ordnung gebracht ist."

Selbstverständlich war eine Mehrheit im Unabhängigkeitsreferendum nicht. Nur 45 Prozent der Bevölkerung sind ethnische Montenegriner, 29 Prozent Serben, die anderen Bosniaken, Albaner, Kroaten, Roma, ein für den Balkan typisches Völkergemisch. Probleme, sagt Vujovic, gab es in Montenegro damit aber vergleichsweise wenig:

"Das ist nie ein Problem in Montenegro gewesen, auch in der Zeit von diesem neuesten Krieg. Alle Probleme, die wir bekommen haben - und wir hatten natürlich Probleme wie alle anderen, nicht so große Probleme, auf unserem Territorium wurde nicht Krieg geführt, aber wir haben diese Ereignisse alle auch stark gespürt – also, wenn es zu verschiedenen Missverständnissen zwischen den Ethnien gekommen ist, das war nicht unser Produkt, das war ein Import."

Tatsächlich hat sich Montenegro zumindest während des Kosovokriegs von Serbien distanziert. Zuvor hat der Schriftsteller Sreten Vujovic die Spannungen am eigenen Leib gespürt. Bevor die Balkankriege losbrachen, veröffentlichte er gemeinsam mit anderen Intellektuellen ein Memorandum gegen Krieg. Er wurde 1993 festgenommen. Nach kurzer Zeit im Gefängnis kam Vujovic für den geplanten Prozess frei, konnte nach Italien fliehen, erst Jahre später kam er nach Montenegro zurück.
Heute arbeitet Vujovic als stellvertretender Leiter einer Schule in Cetinje. Die Zukunft des Landes, sagt er, liegt in der Europäischen Union, auch wenn es mit dem Beitritt zur EU noch dauern wird:

"Es ist wichtig, aber wir sind noch nicht bereit, und die Europäische Union weiß das genau, wir müssen uns vorbereiten. Die EU hat einige Regeln in Ökonomie, Kultur, in den politischen Beziehungen."

Was macht am Ende die Mentalität der Menschen hier, was macht die Seele Montenegros aus? Sreten Vujovic zögert:

"Es ist schwer zu erklären. Auch für uns Montenegriner ist es schwer zu begreifen. Wir sind einerseits stolz auf unsere Geschichte, andererseits auf diese Gegend, die wundervoll ist, auf sehr kleinem Raum Berge, wilde Flüsse, sechs, sieben Kilometer Luftlinie von hier Meer und Küste. Ich träume persönlich von einem Montenegro, wo ich mich nicht ärmer fühlen werde, weil hier in der Nähe Serben, Kroaten und so weiter wohnen, das ist der Reichtum von Montenegro."

Wie überall, erzählt auch in Montenegro die Musik viel von Herz und Seele des Landes, nicht nur die traditionelle Musik, die auf den Serpentinen von Cetinje in Richtung Podgorica aus dem Autoradio kommt. Für Aufsehen hat 2012 Montenegros Beitrag zum Eurovisions-Songcontest gesorgt, "Euro Neuro" von Rambo Amadeus:

Nach diesem finsteren Lachen eines Euro-skeptischen Vollbärtigen mit traditioneller Kopfbedeckung ist im Musikvideo ein lockerer, unrasierter Typ mit Wollmütze zu sehen, der auf einem Esel durch die sonnige Landschaft Montenegros reitet, sich von schönen Frauen mit einem Augenzwinkern Drinks servieren lässt, Touristen nutzlose Souvenirs für teure Euros andreht und dabei allen rät, "cool wie ein Swimming Pool" zu bleiben.

Rambo Amadeus ist für viele im ehemaligen Jugoslawien eine Kultfigur. Der in Montenegro geborene frühere Profi-Segler, Gitarrist und Sänger hatte 1992 bei einem vom serbischen Kriegspräsidenten Slobodan Milosevic in Belgrad organisierten Rockfestival einen legendären Auftritt. Statt zur Gitarre zu greifen, brüllte der ins Mikrofon: "Hallo Wählerschaft - während ihr hier Bier trinkt, werden in Bosnien Städte bombardiert. Schämt Euch!" Entsprechend kritisiert er in seinem Song "Euro Neuro" Nationalismus und Propaganda im Allgemeinen. Die Botschaft: Gut zu leben bedeutet mehr, als reich zu sein. Und Europa bedeutet mehr als die gemeinsame Währung. Am Schluss frisst der Esel im Video die locker verdienten Euros auf.

Diese Mischung aus Traditionsbewusstsein und Lässigkeit mit einem Schuss Anarchie macht Montenegro einerseits sympathisch, macht vieles möglich in diesem Land, endet andererseits aber nicht selten im Chaos und macht dem Land so vieles schwer.

Vor dem größten Industriebetrieb Montenegros, dem Aluminiumschmelzwerk Kap bei Podgorica, steht die Gewerkschafterin Sandra Obradovic und ruft zum Warnstreik auf. Sie schimpft auf die russischen Investoren, die sich vor Jahren in das Werk eingekauft haben, und fordert die Regierung auf, den Vertrag zu kündigen und weitere Jobverluste zu verhindern. Vukman Stozinic gehört zu den Arbeitern, die den Mut haben, dem Aufruf zu folgen:

"Ich habe nicht nur die Befürchtung, ich bin zu 90 Prozent überzeugt, dass ich überflüssig werde und meinen Arbeitsplatz verliere. Mein Wunsch wäre, dass das Kombinat so weitermacht wie bisher; wo soll ich mit meinen 55 Jahren sonst Arbeit finden?"

Im Aluminiumwerk zu streiken bedeutet, mit den Machthabern im Land auf Konfrontation zu gehen. Seit mehr als 20 Jahren regiert in Montenegro dieselbe Partei, zieht derselbe Mann die Fäden, abwechselnd als Regierungschef, Präsident und Parteichef: Milo Djukanovic. Kritiker sagen, er führe das Land wie einen Familienbetrieb, autoritär und mit finanziellem Profit für sich und die Verwandtschaft. Das heißt, gerade das Aluminiumwerk Kap steht als größter Industriebetrieb unter Regierungseinfluss. Im Interview erklärt Gewerkschaftschefin Sandra Obradovic, warum sie sich mit der Regierung anlegt:

"Der unmittelbare Grund für den Warnstreik bei Kap sind die Schulden, die das Aluminiumwerk angesammelt hat. Weil die russischen Investoren die Stromrechnungen nicht bezahlen, begrenzt die italienische Versorgerfirma die Energiezufuhr. Wir sind gezwungen, die Produktion zu drosseln, immer mehr Arbeitsplätze geraten in Gefahr. Es geht um Stromschulden von mehr als 50 Millionen Euro."

Mit Schikanen wie Arbeitsinspektionen in den Gewerkschaftsbüros, macht die Regierung ihr das Leben zusätzlich schwer. Sich für Gesundheitsschutz im Aluminiumwerk einzusetzen, ist ohnehin schwer genug:

"Bei uns wird generell wenig in Umwelt- und Arbeitsschutz investiert. Die Aluminiumproduktion ist eine schmutzige Industrie. Investiert wird bisher nur in Schutzkleidung. Was es nicht gibt, sind etwa Filter, die die Abgase auffangen. Viele unserer Beschäftigten sind an Asthma erkrankt, manche sind schon Arbeitsinvaliden. Für unseren Lohn verkaufen wir unsere Gesundheit."

Wer einen Arbeitsplatz hat, ist trotzdem froh, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Was die Regierungspartei vor den jüngsten Parlamentswahlen wie gewohnt genutzt hat. Da haben Parteifunktionäre schon mal mit Entlassung gedroht, wenn man nicht Djukanovics DPS wählt. Oder es wurde schlicht Bargeld bezahlt, 40 bis 50 Euro für eine Stimme. Wer so etwas ablehnt in Montenegro, bekommt Probleme, wer annimmt, ist Teil des korrupten Systems und schweigt. Auch neue Straßen wurden vor den Wahlen versprochen. Gleichzeitig öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter, sagt Sandra Obradovic.

"Ich habe die Versprechungen satt. Es war auch früher, zu jugoslawischen Zeiten nicht einfach, aber jetzt ist es besonders schwer. Ich verstehe nicht, wie die Regierung immer noch vor Wahlen Stimmen kaufen und die gleichen Versprechungen machen kann. Aber so funktioniert es schon immer hier, und so wird es bleiben."

Die Menschen durchschauen das System sehr wohl, aber sie kennen es nicht anders. Deshalb hofft sie auf den Einfluss der EU.

"Wir sind ein kleiner Staat, jeder kennt jeden, so entstehen die Wege bzw. Umwege, sich nicht nach Recht und Gesetz zu richten, sondern das Gesetz zu umgehen, zu knacken. Leider ist es so."

Im Oktober 2012 hat die "Demokratische Partei des Sozialismus" von Milo Djukanovic die Parlamentswahlen erneut gewonnen. Der 50-Jährige wurde mit Sprechchören gefeiert. Und versprach, das Land in den kommenden vier Jahren in die NATO und an die Eingangstür der Europäischen Union zu führen.
Die deutlichste Kritik an Djukanovic ist in zwei auflagenstarken Zeitungen des Landes nachzulesen: "Dan", übersetzt "Der Tag" und "Vijesti", "Nachrichten":

Genau hier, auf der Straße vor dem Redaktionsgebäude der Zeitung "Dan" ist vor Jahren ein aufsehenerregender Mord passiert. Am 27. Mai 2004 wurde "Dan"-Chefredakteur Dusko Jovanovic aus einem vorbeifahrenden Auto heraus erschossen.

Auch mehr als acht Jahre später ist dieser Mord nicht aufgeklärt, Und deshalb, sagt Nikola Markovic, heute stellvertretender Chefredakteur, druckt "Dan" Tag für Tag weiter auf Seite Eins das Foto des ermordeten Ex-Chefs, daneben die Frage: Wer hat Dusko Jovanovic ermordet?

Die Frage ist eine tägliche Anklage gegen die Regierung. Denn die Mörder von damals werden im Umfeld von organisierter Kriminalität und Geheimdienst vermutet und so zumindest indirekt mit dem starken Mann Montenegros, Milo Djukanovic, in Verbindung gebracht. Ihm hatte der ermordete Chefredakteur immer wieder Nähe zur organisierten Kriminalität, zu Zigaretten- und Drogenmafia vorgeworfen. Ihm wirft die Zeitung "Dan" auch heute Korruption und Vetternwirtschaft vor. Das jüngste Beispiel, sagt Nikola Markovic, ist die Telekom-Affäre:

"Ich werde selbst verdächtigt, in der Telekomaffäre Staatsgeheimnisse enthüllt zu haben. Darauf stehen in Montenegro bis zu acht Jahre Haft. Ich erhielt Besuch von einem Sonderstaatsanwalt. Beim Verkauf der staatlichen Telefongesellschaft Montenegros an ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom sind offenbar Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen, auch an die Schwester von Djukanovic, die als Anwältin ausländische Firmen vertritt. Ich habe das als Erster enthüllt, wurde vom Sonderstaatsanwalt gedrängt, meine Informanten zu nennen, habe aber meine Quellen nicht preisgegeben."

Die Schwester Djukanovics hat die Zeitung wegen Verleumdung verklagt, Nikola Markovic hat auch Drohungen erhalten. Doch um sein Leben, wie sein früherer Chef, muss er nicht fürchten, sagt er. Die Zeiten haben sich geändert, dank der Europäischen Union:

"2004, als mein Freund und Chefredakteur ermordet wurde, war Montenegro noch weitgehend isoliert. Die Europäische Union hat sich kaum für den Demokratisierungsprozess hier interessiert. Damals konnte man für die Enthüllung von Affären noch erschossen werden. Die Machthaber konnten tun, was sie wollten. Ich veröffentliche heute Details über Affären gleicher Intensität. Aber mich werden sie sicher nicht erschießen. Mich können sie höchstens zu Geldstrafen verurteilen. Das ist die Folge der Öffnung Montenegros zur Europäischen Union und des Einflusses, den die EU auf Montenegro hat."

Beide regierungskritischen Zeitungen, "Dan" und "Vijesti", haben zusammen einen Marktanteil von deutlich über 50 Prozent. Doch die jüngsten Parlamentswahlen hat erneut Djukanovics DPS gewonnen. Warum? Auch, weil die Opposition gespalten bleibt und weil sich zu viele Oppositionsabgeordnete von Vergünstigungen wie ihren Dienstwagen korrumpieren lassen, es sich im bestehenden System bequem machen, sagt Markovic:

"Im Grunde regieren hier seit 1945 die gleichen Leute, Djukanovics DPS ist nach 1990 aus den alten Kommunisten hervorgegangen. Und seitdem hat es keinen Machtwechsel gegeben."

Auch wenn es bei den jüngsten Wahlen wieder nicht zum Machtwechsel gekommen ist, früher oder später wird es passieren, meint Markovic zwischen zwei Telefonanrufen. Mit den EU-Beitrittsgesprächen habe sich Djukanovic sein eigenes Grab geschaufelt:

"Djukanovic ist an einem kritischen Punkt seiner Karriere angelangt. Als er sich Ende der 90er-Jahre von Serbiens Ex-Präsident Milosevic lossagte, hat er sich in Richtung EU orientiert. Doch je mehr er sich der EU nähert, desto näher rückt auch sein politisches Ende. Weil er kein Politiker ist, der europäische Standards erfüllt."

Von welcher Titelseite seiner Zeitung träumt er? Nikola Markovic weiß es genau. Irgendwann, sagt er, wird es so kommen:

"Die ganze erste Seite leer. Bis auf ein Foto, das Djukanovic von hinten zeigt. Darunter steht: 'Er ist weg'."

Im Frühjahr 2012 sah es kurz so aus, als würde das System Djukanovic in Bedrängnis kommen. Rund 15.000 Menschen demonstrierten in der Hauptstadt Podgorica, vom "montenegrinischen Frühling" war in Anlehnung an den Arabischen Frühling die Rede. Doch der Protest sackte in sich zusammen. Ognjen Jovic, Student aus der Stadt Niksic, hat die Proteste mit angeführt. Und hat die Hoffnung nicht aufgegeben.

"Es waren Studenten aus der Philosophischen Fakultät in Niksic, die die Proteste eingeleitet haben. Aber wir wussten, dass wir den Protest auf die Gesellschaft übertragen müssen. So haben wir uns zunächst mit Arbeitern zusammengeschlossen, dann mit Bürgerinitiativen. Es standen viele Menschen hinter uns. Am Ende sind die Proteste gescheitert, weil die Opposition nicht geschlossen aus dem Parlament ausgezogen ist. Das hätte die Regierung wirklich unter Druck gesetzt. Das Argument der Oppositionsparteien war, dass Montenegro kurz vor Beginn der Beitrittsgespräche mit der EU stand. Die wollte man nicht gefährden. Die Machthaber konnten also die EU-Integration nutzen, um die Wirklichkeit zu kaschieren. Die Regierung war durch den Beginn der Beitrittsgespräche gerettet."

So unterschiedlich sie sind, der Student Ognjen Jovic, der Journalist Nikola Markovic, die Gewerkschafterin Sandra Obradovic, der Schriftsteller Sreten Vujovic – eines haben sie gemeinsam: Sie alle hoffen auf Europa. Ob sie auf Wandel im bestehenden System in Montenegro setzen oder möglichst schnell den Regierungswechsel wollen: Die EU ist das Ziel - das sagen alle. Für Länder wie Montenegro ist nicht so wichtig, wann genau der EU-Beitritt kommt. Aber die Richtung muss klar sein, das macht die Hoffnung aus.
Wo steht Montenegro in zehn Jahren? Vor den Türen der EU, sagt der Student Ognjen Jovic, mit offenen Grenzen, über die junge Montenegriner hinausgehen und andere Europäer hereinkommen:

"Ich bin Optimist. Wir sind ein kleines Land, aber Gott hat uns fantastische natürliche Ressourcen gegeben. Wir wären unfähig, wenn wir das nicht nutzen würden - auch wenn wir bisher gezeigt haben, dass wir kaum fähig waren, es zu nutzen."

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