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Hohe Dispozinsen trotz niedriger Leitzinsen

Ein genauer Vergleich der Angebote empfiehlt sich

Von Klaus Deuse

Kunden von Banken mit hohen Dispozinsen können davon profitieren, wenn sie mit ihrem Girokonto zu einem anderen Anbieter wechseln.
Kunden von Banken mit hohen Dispozinsen können davon profitieren, wenn sie mit ihrem Girokonto zu einem anderen Anbieter wechseln. (AP)

Banken können sich derzeit günstig Geld beschaffen. Kunden, die mit ihrem Girokonto im Minus sind, merken davon nichts: Die Zinsen für den Dispo-Kredit sind weiter hoch. Deshalb sollte man Angebote auf dem Markt genau vergleichen.

"Den Dispo bekomm ich eigentlich viel zu leicht. Die meisten haben den Dispo schon, bevor das Konto tatsächlich eröffnet worden ist. Der wird mir normalerweise direkt angeboten, wenn der erste Gehaltseingang da ist.Das heißt: für den Verbraucher überhaupt gar keine Hürde","

sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Ein Angebot, das Bank- und Sparkassenkunden jedoch kaum durchschauen.

""Aber der Nachteil ist wirklich ein variabler Zins, der für den Verbraucher schwer kalkulierbar ist."

Nach der Untersuchung der Höhe der Zinsen stellt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW mit deutlichen Worten fest:

"Das ist doch wirklich frech, das darf doch nicht sein. Die Zinsen, die ich bekomme auf mein Tagesgeldkonto, auf mein Sparbuch, gehen immer weiter nach unten. Die Dispozinsen bleiben weiter oben. Da stimmt doch was nicht."

Während Geldinstitute von sich aus gern auf liquide Kunden zugehen und sie über Anlagemöglichkeiten beraten, gibt es für sie keine Verpflichtung, Dispo-Kunden auf günstigere Lösungen hinzuweisen.

"Leider nicht. Für die Bank ist es der optimale Kunde, der regelmäßig am Dispo-Limit herum schrappt und es die ganze Zeit in Anspruch nimmt. Im Idealfall wird ihm sogar noch eine geduldete Überziehung, die noch mal teurer ist als der Dispo angeboten, die er dann regelmäßig auch noch in Anspruch nehmen kann. Das ist ein gutes Geschäft."

Nach den Erfahrungen von Annabel Oelmann lassen Geldinstitute auch nicht mit sich über eine Senkung des Dispo-Zinses verhandeln.

"Sind uns zumindest keine positiven Erfolge bekannt."

Auf den Dispo-Kredit, so die Finanzexpertin von der Verbraucherzentrale NRW, sollte man allenfalls kurzfristig zurückgreifen.

"Das Beste ist natürlich erstmal selber soviel Liquidität aufbauen….dass ich den Dispo gar nicht brauche. Mehr kann ich gar nicht sparen und eine höhere Rendite kann ich mit meinem Geld gar nicht erzielen, als den Dispo nicht bezahlen zu müssen."

Wer dennoch einen Dispokredit benötigt, der sollte auf dem Markt vergleichen, welche Bank oder Sparkasse die niedrigsten Zinsen dafür verlangt. Denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Geldinstituten sind groß.

"Also wir haben wir wirklich Differenzen im Moment am Markt ohne Weiteres zwischen sieben und 15, 16 Prozent."

Kunden von Banken mit hohen Dispozinsen können davon profitieren, wenn sie mit ihrem Girokonto zu einem anderen Anbieter wechseln. Ansonsten rät Annabel Oelmann.

"Wenn ich längerfristig den Dispo nutze, dann sollte ich überlegen, ob ich nicht umschulde. Ob ich nicht einen Ratenkredit in Anspruch nehme, um einfach diesen Schuldenberg abzubauen."

Auch für den Ratenkredit ist die Hausbank übrigens nicht immer die günstigste Adresse. Der Vergleich mit anderen Geldinstituten lohnt sich häufig.

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