• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 12:30 Uhr Nachrichten
StartseiteNachrichten vertieft"Keine Toleranz der Intoleranz"27.01.2014

Holocaust-Gedenktag"Keine Toleranz der Intoleranz"

Mit einer Gedenkstunde ist im Bundestag an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Parlamentspräsident Lammert rief zur Verteidigung der Demokratie auf. Zugleich versammelte sich erstmals mehr als die Hälfte der israelischen Knesset zum Gedenken in Auschwitz.

Eine Blume aus Silber liegt auf einer Gedenktafel im Vernichtungslager Auschwitz (dpa / Maxppp)
In Auschwitz gedenken Knesset-Abgeordnete der Holocaust-Opfer (dpa / Maxppp)
Weiterführende Informationen

Holocaust: Sensibilisiert für Erinnerungskultur (Deutschlandfunk, Sportsendungen, 26.02.2014)

Holocaust: "Ich bin gebaut von Eisen" (Deutschlandfunk, Das Feature, 24.01.2014)

Der Holocaust vor Gericht (Deutschlandfunk, Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 19.12.2013)

Der Deutsche Bundestag gedachte heute der Opfer des Nationalsozialismus. Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) rief zur Verteidigung der Demokratie auf. Angesichts der Morde des rechtsextremen NSU an Migranten, von rassistischen Parolen gegen Flüchtlingsheime und antisemitischer Straftaten in Deutschland sagte er, diese Ereignisse forderten "unsere rechtsstaatliche, politische und zivilgesellschaftliche Gegenwehr als Demokraten heraus". In Deutschland sei "Intoleranz nicht mehr tolerierbar."

Gastredner der Gedenkstunde war der 95-jährige russische Schriftsteller Daniil Granin. Er überlebte die Blockade Leningrads (heute Sankt Petersburg) durch die deutsche Wehrmacht. Sie endete am 27. Januar 1944, eine Million Menschen starben in der belagerten Stadt an Durst und Hunger.

Graumann besorgt über neuen Antisemitismus

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, warnte unterdessen vor einem neuen Antisemitismus. "Sorgen macht mir, dass heutzutage das Wort Jude auf deutschen Schulhöfen als Schimpfwort benutzt wird und es offenbar keinen groß zu kümmern scheint", sagte Graumann in der "Rheinischen Post".

Der Zentralratspräsident kritisierte auch, dass es hierzulande wieder Plätze gebe, an denen man jüdischen Menschen rate, "lieber nicht hinzugehen" beziehungsweise sich dort nicht als Juden erkennbar zu zeigen, also mit jüdischen Symbolen wie Kippa oder Davidsternkette. Die jüdische Gemeinschaft werde sich zwar niemals einschüchtern lassen, es sei aber wichtig, dass "niemand in Deutschland eine solche Situation akzeptieren sollte", sagte Graumann.

Knesset gedenkt in Auschwitz

In Auschwitz gedachten 61 Knesset-Abgeordnete – mehr als die Hälfte des israelischen Parlaments – zusammen mit Überlebenden. Im größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager ermordeten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen. Die meisten Opfer waren Juden aus dem von Nazi-Deutschland besetzten Europa. Die Vereinten Nationen erklärten 2005 den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. 1945 wurden an diesem Tag die letzten Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk