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StartseiteUmwelt und VerbraucherHonig ohne Gentechnik13.11.2013

Honig ohne Gentechnik

Imker fordern mehr Schutz von neuer Regierungskoalition

Bienen lassen sich von vielen Blüten anlocken, und auch die von MON 810 verschmähen sie nicht. MON 810 ist eine gentechnisch veränderte Maissorte, die allerdings seit einigen Jahren in Deutschland nicht mehr angebaut werden darf. Imker fordern die neue Bundesregierung auf, Bienen und Imker künftig vor Gentechnik zu schützen.

Von Verena Kemna

Imker fordern von der Politik eine Sonderstellung für gefährdete Bienen. (picture alliance / dpa - Michael Reichel)
Imker fordern von der Politik eine Sonderstellung für gefährdete Bienen. (picture alliance / dpa - Michael Reichel)
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Das Urteil bewerten Bienenschützer und Imkerverbände als ein Versagen des Gesetzgebers. Hinter der Klage des bayerischen Imkers steht ja ein ganzes Bündnis aus verschiedenen Imkerverbänden und Arbeitsgemeinschaften, angeführt vom Deutschen Imkerverbund Mellifera. All diese Interessenvereinigungen stehen für den Schutz der Bienen vor Gentechnik. Thomas Radetzki vom Vorstand des Vereins Mellifera hat das Bündnis zum Schutz der Bienen initiiert. Er vertritt die Auffassung, dass Erzeuger, deren Lebensmittel die Kennzeichnung "ohne Gentechnik" tragen, einen Schutzanspruch haben sollten. Schließlich nehme der Handel gentechnisch verunreinigten Honig nicht ab. Die Verbraucher wollen ihn nicht, erklärt Thomas Radetzki.

"Wir wollen erreichen, dass klar wird, dass die Imker geschützt werden müssen und wir wollen, dass die Vorschriften in der Gentechnikpflanzenerzeugungsverordnung entsprechend angepasst werden."

Das Bündnis zum Schutz der Bienen werde weiter klagen, denn die Imker fürchten neue Gefahren. So hat die Europäische Kommission gerade erst dem Pollen des Monsanto-Gentech-Maises MON 810 eine europaweite Zulassung als Lebensmittel erteilt und somit gentechnisch veränderte Pollen im Honig legalisiert. Dabei ist MON 810 seit vier Jahren in Deutschland und in sieben anderen EU-Staaten verboten. Die Imker fürchten nicht nur MON 810. Die EU-Kommission will demnächst auch den Anbau der Maislinie 1507 der Firma Pioneer erlauben. Nur Schutzabstände von bis zu fünf Kilometern könnten einen ausreichenden Schutz garantieren, meint Thomas Radetzki vom Imkerverband Mellifera.

"Wir wollen, dass für die Imkerei Schutzabstände um jeden festen Bienenstand eingerichtet werden von mehreren Kilometern, so wie die Griechen das schon lange machen."

Das Bündnis prüft derzeit, ob ein Gang vor das Bundesverfassungsgericht möglich ist. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, der BUND, fordert die neue Bundesregierung auf, Bienen und Imker künftig vor Gentechnik zu schützen. Nach Angaben von Unterhändlern von SPD und Union ist es durchaus möglich, dass es die Biene bis in den Koalitionsvertrag schaffen kann. Demnach sollen die gefährdeten Bienen eine Sonderstellung bekommen. Darauf hofft auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Auch er fordert wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bienenvölker wie etwa Sicherheitsabstände zwischen Gentech-Feldern und Bienenstöcken.

"Es wäre auch für uns ganz wichtig, wenn die neue Bundesregierung sich verpflichtet, auf europäischer Ebene gegen die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen vorzugehen und gegen die drohenden Aushebelungen unserer europäischen und nationalen Gesetzgebungen durch das Freihandelsabkommen zwischen der USA und der Europäischen Union."

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger verweist auf Zahlen des deutschen Imkerbundes. Demnach hat die Bestäubungsleistung von Bienen einen volkswirtschaftlichen Nutzen von etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr.

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