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StartseiteVerbrauchertipp"Bello" darf nur gesichert kutschiert werden05.02.2018

Hunde-Transportboxen"Bello" darf nur gesichert kutschiert werden

Schnell mal den Hund auf der Rückbank des Autos platziert, schon kann die Fahrt losgehen? Laut Straßenverkehrsordnung ist das nicht erlaubt. Auch die Vierbeiner sollten nur gesichert transportiert werden. Welche Vorrichtungen dafür die verlässlichsten sind, hat die Stiftung Warentest untersucht.

Von Dieter Nürnberger

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Schnauzer schaut aus Autofenster (imago / Frank Sorge)
So geht's nicht: Hunde müssen beim PKW-Transport gesichert werden (imago / Frank Sorge)

Die Vorschriften sind eindeutig: Tiere gelten laut Straßenverkehrsordnung als Ladung und die Fahrer müssen dafür sorgen, dass die Vierbeiner ausreichend geschützt sind. Sicherheit geht vor - sagt Claudia Till von der Stiftung Warentest.

"Wie genau der Hund im Auto gesichert werden muss, das ist nicht vorgeschrieben. Er sollte aber so gesichert sein, dass er bei einem Aufprall oder Unfall nicht nach vorne fliegen kann und die anderen Insassen im Auto gefährdet. Die Kräfte, die beim Aufprall wirken, sind enorm: Da kann schon mal das 30- bis 50-fache des Hundegewichts wirken - bei einem 20-Kilo-Hund wären das dann ungefähr 1.000 Kilogramm. Das ist so viel, wie ein stattliches Rind wiegt."

Bußgeld bis zu 80 Euro

Ein ungesicherter Hund im Fahrzeug erhöht nicht nur die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier, ein nachlässiger Besitzer riskiert auch ein Bußgeld von bis zu 80 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Der Handel bietet unterschiedliche Produkte für den Tiertransport an. Vom speziellen Hundegurt bis hin zu festverankerten Boxen aus Metall. Um es gleich vorweg zu sagen: Sparen sollten Hundebesitzer bei der Sicherheit im Auto nicht. Denn die günstigste Variante - das sind spezielle Geschirre, die sich meist im herkömmlichen Gurtsystem des Fahrzeugs verankern lassen, bekam fast ausschließlich eine schlechte Bewertung.

"In unserem Crashtest ist der Hunde-Dummy nach vorne geschleudert worden, das Geschirr ist gerissen. Bei einigen Geschirren war es so, dass diese sich einfach zu weit ausziehen. Da ist der Hund mit voller Wucht gegen den Fahrersitz gedonnert. Das kann sowohl für den Fahrer gefährlich sein. Und für den Hund natürlich lebensbedrohlich."

Drahtkäfige nicht geeignet

Auch Drahtkäfige sind für den Hundetransport kaum geeignet, denn in der Sicherheitsprüfung verbogen sich die häufig viel zu schmalen Gitterstäbe. Beworben werden derzeit Stoffboxen. Die sind praktischer als stabile Gehäuse, brauchen weniger Platz. Doch bei simulierten Unfällen mit erhöhter Geschwindigkeit riss der Stoff. Und auch Plastikboxen überzeugten nur eingeschränkt. Kunststoff kann brechen und hierbei entstehende scharfe Plastikkanten gefährden das Tier zusätzlich.

Aus Sicht der Stiftung Warentest eignen sich Aluminium- oder Stahlboxen am besten für den Transport des Vierbeiners. Claudia Till:

"Die meisten sind für den Kofferraum konzipiert. Der Testsieger lässt sich auch auf der Rückbank montieren. Man sollte die Box so wählen, dass der Hund so viel Platz wie nötig hat. Konkret: Der Hund sollte aufrecht stehen können, er sollte sich in der Box drehen und auch hinlegen können."

Zwar können bei einem Unfall auch Metallboxen beschädigt werden, doch die Hunde werden verlässlich in der Box gehalten. Die Metallboxen sind jedoch die teuerste Variante: In der Bewertung vorn liegt die Box des Herstellers "Kleinmetall" für 675 Euro. Das günstigste mit "sehr gut" bewertete Modell kommt von "Schmidt- Box" und kostet 300 Euro.

Stabile Metallboxen schützen am besten

Fazit: Bei Unfällen und riskanten Fahrmanövern schützen stabile Metallboxen Hund und Mensch am besten. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Vierbeiner diese auch mögen und hingehen. Warentesterin Claudia Till hat auch dafür einen Tipp:

"Das kann man am besten Zuhause anfangen: Indem man vorne bei der Box Leckerchen hinlegt, damit er diese vorsichtig rausnehmen kann und noch nicht hineingehen muss. Das steigert man dann. Am Ende kann man dem Hund das gesamte Futter in die Box geben. Man kann auch schon mal die Box schließen. So kann man das Training steigern, so dass er am Ende wirklich gerne in die Box geht."

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