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"Ich beschloss, mich zu Tode zu arbeiten"

Sergej Eisensteins letzter Film "Iwan der Schreckliche"

Von Werner Dütsch

Der goldene Sarkophag von Iwan dem Schrecklichen (AP Archiv)
Der goldene Sarkophag von Iwan dem Schrecklichen (AP Archiv)

Der Auftrag für das Werk kam 1941 direkt aus dem Kreml. Für Stalin war der grausame Zar einer seiner politischen Ahnen. Der Film sollte aus dem "Schrecklichen" einen großen und weisen Politiker machen: "Iwan Grosny".

Geplant in drei spielfilmlangen Folgen, wird der erste Teil Ende 1944 uraufgeführt, Eisenstein bekommt den Stalin-Preis. Der zweite Teil wird verboten; Stalin sagt Eisenstein, er soll ihn ändern.

Der Regisseur ändert nichts am Film und stirbt, 50 Jahre alt. Fünf Jahre nach Stalins Tod 1953 wird der zweite Teil zum ersten Mal öffentlich gezeigt.

Für den dritten Teil waren einige Szenen gedreht worden, davon ist nur wenig erhalten.

Unterscheidet sich der verbotene zweite Teil vom dekorierten ersten, was plante Eisenstein für den dritten? Ist "Iwan" ein Kommentar zum stalinistischen Terror?

Im Film wird die Geschichte vom Gesang im Feuer-ofen als öffentliches Schauspiel aufgeführt:

Nebukadnezar will drei Jünglinge zwingen, einen neu errichteten Götzen anzubeten. Sie weigern sich, werden ins Feuer geworfen, preisen einen ganz anderen Gott und - über-leben. Ist das die verzweifelnd hoffende Allegorie eines Regisseurs, dessen höchste Instanz seine Kunst ist?

DLF 2012

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