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Illegale MäusehaltungUniversität Münster will neue Verantwortungskultur

Zwei Labormäuse in einem Glaskasten. (imago / Bernd Friedel)
Zwei Labormäuse (imago / Bernd Friedel)

Die Universität Münster reagiert mit mehr Räumen und einer neuen Verantwortungskultur auf die vor neun Monaten aufgedeckte illegale Haltung von Versuchsmäusen.

Demnach soll sich jeder einzelne Mitarbeiter vom Tierpfleger bis zum Professor immer fragen, ob alles richtig läuft, wie die Hochschule mitteilte. Zudem dürfen einige der beteiligten Mitarbeiter nicht mehr zu den Mäusen. Weitere dienstrechtliche Konsequenzen würden geprüft. Die Tierhaltung soll an zentralen Standorten gebündelt und mehr Personal für die Genehmigung eingesetzt werden.

Forscher der Universität hatten zwar genehmigte Tierversuche mit den Mäusen gemacht. Die 78 Tiere hielten sie aber in einem nicht genehmigten Kellerraum, weil es so bequemer für die Forscher war. Eine Untersuchungskommission kritisierte das Vorgehen. Bis auf sechs Tiere seien aber alle Mäuse bei ihrer Entdeckung in einem ordentlichen Zustand gewesen.

Insgesamt hält die Universität Münster für Tierversuche rund 35.000 Mäuse, knapp 1.000 Ratten, 40.000 Fische, 40 Makaken und 90 Marmosetten-Affen sowie etwa 900 weitere Tiere.

Ein Interview mit dem Vorsitzenden der internen Untersuchungskommission,
dem Juristen Prof. Janbernd Oebbecke, hören Sie hier (Audio-Link).

Diese Nachricht wurde am 16.04.2018 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.