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Im Blues beheimatet

Porträt des österreichischen Musikers Norbert Schneider

Von Sina Fröhndrich

Den größten Einfluss auf Schneiders Songs hat der Blues. Er nennt US-Musiker B.B. King als Vorbild. (Jan-Martin Altgeld)
Den größten Einfluss auf Schneiders Songs hat der Blues. Er nennt US-Musiker B.B. King als Vorbild. (Jan-Martin Altgeld)

In seiner Heimat ist er bereits erfolgreich, jetzt will Norbert Schneider international durchstarten. Anfang des Jahres ist sein zweites Album "Medicate my Blues away" auch in Deutschland erschienen. Er mixt Pop, Funk, Country und Soul, aber seine musikalischen Wurzeln liegen vor allem im Blues.

Blues, Pop, Funk, Country, Soul: Der österreichische Musiker Norbert Schneider ist von allem ein bisschen.

"Ich tue mich so und so schwer, dieses klassische Genredenken oder so."

Den größten Einfluss auf Schneiders Songs hat dann aber doch der Blues. Er nennt US-Musiker B.B. King als Vorbild, den er als Jugendlicher live gesehen hat.

"Musikalisch meine Wurzeln sind auf jeden Fall im Blues beheimatet, dort habe ich angefangen als 15-Jähriger, aber ich bin ein Kind der 80er-Jahre und bin dort groß geworden und hab viel Musik gehört, schon als Kind und das will auch nicht verleugnen, ganz im Gegenteil, das fließt immer ein bisschen mit ein und dadurch wird's eine spezielle Art des Blues wahrscheinlich."

Norbert Schneider singt und schreibt auf Englisch. Die Sprache passt für ihn zum Blues. Optisch ist er eher in den 50ern zu Hause: mit blonder Haartolle, kariertem Sakko, die Gitarre unterm Arm. So wollte der 32-Jährige auch nach Aserbaidschan nach Baku reisen, beim Eurovision Songcontest für Österreich antreten. Wollte, denn gewonnen hat er nicht. Auch bei der European Blues Challenge im März in Berlin war es wieder "nur" der zweite Platz. Ärgerlich für den ehrgeizigen Schneider.

"Ich war wieder eineinhalb Tage ziemlich sauer, aber das ist schon toll, man muss schon am Boden bleiben, es hat mir auf jeden Fall was gebracht. Es waren viele Veranstalter aus ganz Europa dort, die uns auf jeden Fall buchen wollen, zu ihren Festivals, also ist schon ne tolle Sache."

Schneider möchte auf die Bühne, international bekannt werden – seit seiner Jugend will er nichts anderes, hat verschiedene Bands gegründet. 2010 gelingt ihm in seiner Heimat Österreich der Durchbruch. Er gewinnt einen Bandwettbewerb der ORF-Popwelle Ö3. Ein großes Label nimmt ihn unter Vertrag. Er spielt im Vorprogramm von Pink und Simply Red. Aber schon für sein zweites Album wechselt er zu einem kleineren Plattenlabel; hat dort, wie er sagt, mehr Bewegungsmöglichkeiten.

"Es werden mir jetzt einfach viel mehr künstlerische Freiheiten gestattet, das ist halt ganz wichtig für einen Musiker wie mich, der einen gewissen Sound, den er erzielen will, den er erzeugen will, das kann ich jetzt einfach viel besser als davor."

Ein kleines Label – das passt besser zu Schneider und seiner Band, alles Musiker, die er schon seit Jahren kennt. Aber Eurovision Songcontest? Schneider weiß, dass diese Veranstaltung belächelt wird. Er aber steht dazu, sagt: Ich habe nichts zu verlieren.

In Schneiders Songs geht es oft um Liebe, verflossene Liebe und die Macken der Liebsten - leichtfüßig, beschwingt ist seine Musik, manchmal etwas beliebig.

"Ich bin schon eher so ein Typ, der es ein bissl lockerer nimmt, und nichts dagegen hat ein Liebeslied zu schreiben, wieso auch, des gehört dazu und das ist große Inspiration nach wie vor für mich."

Inspiration ist auch die Ragtime-Musik, von Pianisten entwickelt, hatte sie vor gut 100 Jahren ihre Blüte. In einem Internetforum bemerkt denn auch ein User zur Single "Medicate my Blues away": "Dieser Song stammt im Original von 'Blind Boy Fuller'."

"Ja, das ist Ragtime-Musik, so ein klassisches Ragtimeschema wie es in unzähligen Songs vorkommt, die Musikrichtung wurde so um 1900 erfunden, und das haben damals in den 20er-Jahren auch viele Gitarristen aufgegriffen. Wenn wir beim Zwölftakter-Blues wären, das sind wirklich immer nur drei Akkorde, sie sich durchziehen, dann müsste jeder Blues, der in den letzten 80 Jahren geschrieben wurde, ein Plagiat sein, also, ja."

Schneiders Ziel ist klar: Erfolgreich werden wie andere österreichische Musiker vor ihm.

"Ich glaub schon, dass ich in Deutschland einiges erreichen kann und so schnell werdet Ihr mich nicht mehr los hier."

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