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Im Staub des Imperiums

Andrej Bitows Erinnerungen an die Realität

Von Gisela Erbslöh

Der Schriftsteller Andrej Bitow in einer zeitgenössischen Aufnahme. (picture alliance / dpa)
Der Schriftsteller Andrej Bitow in einer zeitgenössischen Aufnahme. (picture alliance / dpa)

Er ist der große alte Intellektuelle der russischen Literatur. Aber in Wahrheit, sagt Bitow, sei er ein Nichtstuer, denn nur so könne er Literatur machen. Er bezeichnet sich selbst als geborenen Streuner, hat Wohnsitze in Petersburg und Moskau.

Er lebte aber jahrzehntelang mehr zwischen als an diesen Orten, immer auf dem Sprung in die sibirische, kaukasische, nordrussische Provinz oder, seit das möglich ist, in die westliche Hemisphäre.

In den 60er-Jahren begann er zu publizieren - gegen den offiziellen Kanon und deshalb mit langen Pausen, in denen sein großer Roman "Das Puschkinhaus" im literarischen Untergrund kursierte. Seine Ironie, seinen Wortwitz, seine sprachliche Virtuosität hat Bitow an den russischen Klassikern geschärft, aber seine Helden sind aus dem Stoff seiner Zeit - vom politischen Tauwetter nach Stalins Tod bis über das Ende des Sowjetimperiums hinaus.

Alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Novellen seien im Grunde Teil des einen "totalen Texts", an dem er sein Leben lang schreibe: eine kontinuierliche Suche nach der unverstellten Realität des Augenblicks und nach dem Geheimnis des Schreibens.


DLF 2012

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