Gesichter Europas / Archiv /

 

In Auschwitz zuhause

Eine Ortsbestimmung zwischen Erinnerung und Alltag

Von Melanie Longerich und Johanna Herzing

Im Konzentrationslager Auschwitz erinnern Besucher an die NS-Zeit.
Im Konzentrationslager Auschwitz erinnern Besucher an die NS-Zeit. (AP)

Auschwitz - der Name steht für die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Wer Auschwitz sagt, meint den Holocaust. Anders verhält es sich mit dem polnischen Ortsnamen: Os´wie¸cim. Ein ungelenker, schwieriger Name, mit vielen unbekannten Buchstaben und Lauten.

Nicht einmal in Deutschland ist er richtig bekannt. Und das dürfte vielen Bürgern des polnischen Os´wie¸cim durchaus recht sein. Auschwitz und Os´wie¸cim: Für sie ist das ein großer Unterschied. Schließlich ist Os´wie¸cim für sie Alltag, Heimat, Normalität - und nicht die immerwährende Last eines Mahnmals für ein monströses Verbrechen.

Die Kleinstadt Os´wie¸cim/Auschwitz unweit von Krakau hat eine jahrhundertealte Geschichte. Und doch ist die Zeit der deutschen Besatzung und die dunkle KZ-Vergangenheit bis heute eine große Herausforderung für die Menschen, die hier leben, die hier aufgewachsen sind, hier arbeiten und ein ganz normales Leben führen - in einer Kleinstadt, die wie viele polnische Kleinstädte mit den Folgen der Transformation zu kämpfen hat.

Stigma oder Chance? Gehen oder bleiben? Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Sie finden sich in den Straßen von Os´wie¸cim.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Gesichter Europas

Schweiz auf ZeitDie internationale Parallelwelt am Genfer See

Der Hafen von Yvoire am Lac Léman.

195.000 Menschen leben in Genf – 70.000 von ihnen auf Zeit: Diplomaten, Mitarbeiter von internationalen Organisationen oder Manager, die von ihrer Firma ins Ausland geschickt werden. Für die meisten der sogenannten Expats ist Genf nur eine Zwischenstation, bis sie mit ihren Familien wieder die Umzugskisten packen und weiterziehen müssen.

Polen im Ersten Weltkrieg Die Wiedergeburt eines Staates

Blick auf einen Teil der nach der Schlacht von Tannenberg eingebrachten Kriegsbeute.

Die sogenannte Schlacht von Tannenberg nahe Allenstein in Ostpreußen, dem heutigen Olsztyn, endete im August 1914 mit einer vernichtenden Niederlage von zwei Invasionsarmeen des russischen Zaren Nikolaus II. gegen die Truppen des deutschen Kaisers.

Frankreichs atomares Credo Der Streit um das geplante Endlager in Lothringen

Ein Verkehrsschild, das mit einem Atomkraftzeichen und dem Hinweis auf "Camp De Bure" übermalt wurde

Im tiefen Osten Frankreichs, in Lothringen, tauchte kürzlich ein erster Wolf auf, zum Schrecken der dortigen Schafzüchter. Abgeschieden und idyllisch wirkt das Grenzgebiet zwischen den Départements Haute-Marne und Meuse mit seinen weiträumigen Wäldern, gesäumt von kleinen Feldern.

Schafzucht in EnglandSheep, Shepherds, Dufflecoats

Schafe auf einer Weide im Winter

Sie gehören zur englischen Hügellandschaft wie die Cottages und die grauen Feldsteinmauern: die Schafe. Denn Wolle war einst die Grundlage der englischen Textilindustrie. Ganze Dörfer wurden abgerissen, um Weideland zu schaffen für die mehr als 60 Schafrassen, die es auf der Insel gibt.