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In Auschwitz zuhause

Eine Ortsbestimmung zwischen Erinnerung und Alltag

Von Melanie Longerich und Johanna Herzing

Im Konzentrationslager Auschwitz erinnern Besucher an die NS-Zeit. (AP)
Im Konzentrationslager Auschwitz erinnern Besucher an die NS-Zeit. (AP)

Auschwitz - der Name steht für die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Wer Auschwitz sagt, meint den Holocaust. Anders verhält es sich mit dem polnischen Ortsnamen: Os´wie¸cim. Ein ungelenker, schwieriger Name, mit vielen unbekannten Buchstaben und Lauten.

Nicht einmal in Deutschland ist er richtig bekannt. Und das dürfte vielen Bürgern des polnischen Os´wie¸cim durchaus recht sein. Auschwitz und Os´wie¸cim: Für sie ist das ein großer Unterschied. Schließlich ist Os´wie¸cim für sie Alltag, Heimat, Normalität - und nicht die immerwährende Last eines Mahnmals für ein monströses Verbrechen.

Die Kleinstadt Os´wie¸cim/Auschwitz unweit von Krakau hat eine jahrhundertealte Geschichte. Und doch ist die Zeit der deutschen Besatzung und die dunkle KZ-Vergangenheit bis heute eine große Herausforderung für die Menschen, die hier leben, die hier aufgewachsen sind, hier arbeiten und ein ganz normales Leben führen - in einer Kleinstadt, die wie viele polnische Kleinstädte mit den Folgen der Transformation zu kämpfen hat.

Stigma oder Chance? Gehen oder bleiben? Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Sie finden sich in den Straßen von Os´wie¸cim.

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