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InsektenSo sähen unsere Supermärkte aus, wenn alle Bienen stürben

Leergeräumte Regale in einem Supermarkt  (dpa)
Leere Supermarktregale könnten die Folge von Insektensterben sein, warnen Umweltschützer. (dpa)

Was passiert, wenn Bienen und andere Bestäuber bei uns aussterben würden, das hat die Supermarktkette Penny in einer eindrücklichen Aktion verdeutlicht.

Vom Apfel bis zur Baumwollsocke: Die Supermarktkette Penny hat in einer Filiale im niedersächsischen Langenhagen bei Hannover für einige Stunden alle Produkte aus den Regalen geräumt, die direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig sind. 60 Prozent der insgesamt 2.500 Produkte mussten die Mitarbeiter aussortieren. Die Penny-Mitarbeiter räumten Obst wie Äpfel, Birnen und Orangen, Gemüse wie Zucchini, Auberginen und Gurken aus. Dazu kamen alle Süßigkeiten mit Schokolade, aber auch Gummibärchen mit Bienenwachsüberzug. Zudem: Gewürze, mariniertes Fleisch, Fruchtquark, Toilettenpapier mit Kamillenblütenduft und mehr. Die Kunden hatte Penny vor der Aktion nicht informiert. "Wir haben auf den Aha-Effekt gesetzt", sagte Unternehmenssprecher Andreas Krämer der Nachrichtenagentur AFP.

Penny gehört zum Handelskonzern Rewe. Die Discounterkette hat rund 2.180 Filialen in Deutschland und 27.000 Mitarbeiter. Sie machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro.

Der Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland, Leif Miller, sagte, es sei paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig sei - und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gelte. Ein Umdenken in der Landwirtschaft sei unausweichlich. Die Ökologien Gerlind Lehmann erklärte, die Artenzahl der Insekten habe sich in den vergangenen 20 Jahren "drastisch reduziert". Besonders dramatisch sei der Rückgang der Individuenzahlen von bis zu 70 Prozent. Ursachen und Folgen seien bisher nur ansatzweise erforscht.

Diese Nachricht wurde am 15.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.